
Da sein, wenn es darauf ankommt: Wie das Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum schwerkranken Menschen und ihren Angehörigen Halt gibt.
Heimat bedeutet, sich aufgehoben zu fühlen. Das gilt vielleicht ganz besonders dann, wenn das Leben schwer wird. In Düsseldorf arbeiten deshalb zahlreiche Menschen gemeinsam daran, Schwerstkranke, Sterbende und ihre Angehörigen zu begleiten. Im Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum bündeln sie ihre Kräfte.
Über das Sterben sprechen die meisten Menschen nicht gern. Es gehört zu jenen Themen, die wir im Alltag gerne ein wenig auf Abstand halten. Dabei berührt es früher oder später jede Familie. Und dann stellen sich plötzlich viele Fragen: Wo finden Betroffene Unterstützung? Wer hilft bei Schmerzen und anderen belastenden Symptomen? Wie kann ein schwerkranker Mensch möglichst lange zu Hause bleiben? Und wer ist eigentlich für die Angehörigen da?
In Düsseldorf gibt es dafür ein starkes Netzwerk: das Düsseldorfer Hospiz- und Palliativforum (DHPF). Es bringt unterschiedliche Angebote und Akteure der Hospiz- und Palliativversorgung zusammen. Dazu gehören unter anderem ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize, Palliativstationen sowie Angebote der ambulanten Palliativversorgung. Das gemeinsame Ziel: Menschen mit schweren, unheilbaren Erkrankungen eine möglichst hohe Lebensqualität und ein selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Und sie auch in der anschließenden Trauer nicht allein zu lassen.


Gerade am Lebensende braucht es häufig mehr als medizinische Versorgung allein. Schmerzen und andere belastende Symptome sollen gelindert werden. Gleichzeitig spielen Sorgen, Ängste, soziale Fragen und manchmal auch spirituelle Bedürfnisse eine große Rolle. Und auch Angehörige benötigen Unterstützung und Entlastung. Die Düsseldorfer Hospiz- und Palliativversorgung verbindet deshalb medizinische, pflegerische, spirituelle und psychosoziale Begleitung.
Genau hier liegt die Stärke des Forums: Die einzelnen Einrichtungen arbeiten nicht nebeneinander, sondern vernetzt. Je nach persönlicher Situation kann die Begleitung zu Hause, im Pflegeheim, im Krankenhaus oder in einem Hospiz stattfinden. Für Betroffene und Familien soll es dadurch leichter werden, die Unterstützung zu finden, die sie gerade benötigen.
Das DHPF entstand 2019 aus dem Zusammenschluss des Düsseldorfer Hospizforums und des Runden Tischs Palliative Versorgung. Damit wurden zuvor getrennte Strukturen enger miteinander verbunden. Seit dem 1. Juni 2025 unterstützt die Landeshauptstadt Düsseldorf das palliative Netzwerk zusätzlich durch eine Koordinationsstelle im Gesundheitsamt.
Dadurch wird die weitere Verbesserung der Versorgung durch den Düsseldorfer Notfallausweis, palliative Notfallversorgung u.a. möglich.
Palliativversorgung beginnt nicht erst in den allerletzten Lebenstagen. Ihr entscheidender Gedanke ist ein anderer: Wenn eine Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann, rückt die Frage in den Vordergrund, wie das Leben mit dieser Erkrankung möglichst gut gestaltet werden kann.
Es geht um Lebensqualität und Selbstbestimmung. Um die Linderung körperlicher Beschwerden, aber ebenso um seelische und soziale Bedürfnisse. Und manchmal geht es um etwas scheinbar ganz Einfaches: einen Menschen zu haben, der Zeit mitbringt, zuhört und bleibt.
Eine wichtige Rolle übernehmen deshalb auch die ambulanten Hospizdienste. Geschulte haupt- und ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter besuchen Menschen beispielsweise zu Hause, im Pflegeheim oder in anderen Einrichtungen. Neben der Begleitung der Erkrankten gehört auch die Unterstützung ihrer Angehörigen zu ihren Aufgaben.
Dieses Engagement zeigt eine Seite Düsseldorfs, die normalerweise nicht im Rampenlicht steht. Es sind Menschen, die ihre Zeit verschenken, Fachwissen einbringen, zuhören, Gespräche aushalten und anderen in einer schwierigen Lebensphase Sicherheit vermitteln.

Selbstbestimmung spielt jedoch nicht erst dann eine Rolle, wenn eine schwere Erkrankung eintritt. Ein Unfall oder eine plötzliche Krankheit kann jeden Menschen treffen. Deshalb ist es sinnvoll, sich bereits frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wer im Ernstfall Entscheidungen übernehmen darf. Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine Vertrauensperson bestimmt werden, die rechtliche Angelegenheiten übernimmt, wenn man selbst dazu nicht mehr in der Lage ist. Familienangehörige sind dafür nicht automatisch umfassend bevollmächtigt oder nicht vor Ort.
Das Thema betrifft deshalb keineswegs nur ältere Menschen. Bereits mit Beginn der Volljährigkeit ab 18 Jahren ist es sinnvoll, sich mit Vorsorgevollmacht und gegebenenfalls auch Patienten- und Betreuungsverfügung zu beschäftigen. Denn mit der Volljährigkeit endet die gesetzliche Vertretung durch die Eltern. Eine wirksame Vorsorgevollmacht kann grundsätzlich von einer volljährigen, geschäftsfähigen Person erteilt werden.
Wer vorsorgt, beschäftigt sich damit nicht zwangsläufig mit dem eigenen Lebensende. Vielmehr geht es darum, selbst festzulegen, wem man vertraut und wer im Fall der Fälle für einen handeln kann und soll.
Dieses Engagement zeigt eine Seite Düsseldorfs, die normalerweise nicht im Rampenlicht steht. Es sind Menschen, die ihre Zeit verschenken, Fachwissen einbringen, zuhören, Gespräche aushalten und anderen in einer schwierigen Lebensphase Sicherheit vermitteln.
Wer für sich selbst oder einen Angehörigen Orientierung rund um die Hospiz- und Palliativversorgung in Düsseldorf sucht, kann sich an jeden Forumspartner oder an das Palliativ-Beratungstelefon unter 0211 9191919 wenden. Einen Überblick über die verschiedenen Düsseldorfer Angebote stellt außerdem die Landeshauptstadt Düsseldorf online bereit: www.duesseldorf.de/palliativ
Auch zum Thema Vorsorge bietet die Landeshauptstadt Düsseldorf Informationen zur Vorsorgevollmacht sowie zur Patienten- und Betreuungsverfügung an. Dort finden Interessierte unter anderem Formulare und Hinweise zu den verschiedenen Möglichkeiten der persönlichen Vorsorge.
