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Diverse Maschinen und Leitungen in einer Fabrik. © imantsu / E+ via Getty Images

Vorteile der Abwärmenutzung 

  • Weniger vermeidbare Energieverluste

  • Weniger CO2-Emissionen und Energiekosten

  • Effiziente Nutzung vorhandener Wärmequellen

  • Beitrag zur Wärmewende und Fernwärmeversorgung 

Abwärmenutzung für Fernwärmenetze

Ein wichtiger Baustein der Wärmewende

Ungenutzte Abwärme aus Industrieanlagen verpufft vielerorts noch ungenutzt – obwohl sie einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende leisten kann. Denn statt an die Umgebung abgegeben zu werden, lässt sie sich aufbereiten und für die Fernwärmeversorgung nutzbar machen. Welche Potenziale in Industrie und Infrastruktur stecken und wie Abwärme als Wärmequelle genutzt werden kann, erfahren Sie hier. 

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Heizen & Wärme
Abwärmenutzung

Was ist eigentlich Abwärme?

Schriftzug "Wärme mit Zukunft"
Ein Kraftwerk erzeugt Abwärme, die in Form von Dampfwolken in den Himmel steigt.
Abwärme ist ein oft unterschätztes Nebenprodukt diverser Industrieprozesse. © dzika_mrowka via Getty Images

Abwärme ist Wärme, die bei technischen Prozessen automatisch entsteht und für den eigentlichen Betrieb nicht weiter benötigt wird. In Industrieanlagen fällt sie als Nebenprodukt der Prozesswärme an. 

Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag macht das Prinzip verständlich: Wenn ein Backofen läuft, wird nicht nur der Inhalt warm, sondern auch die Küche. In der Industrie passiert das Gleiche – nur in deutlich größerem Maßstab. 

Abwärme entsteht zum Beispiel in: 

  • Kraftwerken 

  • Fabriken 

  • Schmiedeanlagen 

  • anderen energieintensiven Produktionsprozessen 

Häufig wird diese Wärme noch ungenutzt an die Umgebung abgegeben – etwa über warme Abluft oder sichtbare Dampfwolken. Dabei steckt in ihr ein wertvolles Potenzial: Statt zu verpuffen, kann Abwärme weiter genutzt werden, zum Beispiel für industrielle Anwendungen oder für die Einspeisung in die Fernwärme. So wird aus einem Nebenprodukt eine nutzbare Energiequelle für eine effizientere und emissionsärmere Wärmeversorgung. Wie Abwärme im Privathaushalt entsteht und mit welchen Maßnahmen sich Wärmeverluste im Alltag reduzieren lassen, erfahren Sie auf unserer Seite zum Thema Abwärme zu Hause nutzen. 

Von Heizen bis Kühlen – Anwendungsbereiche für Abwärmenutzung

Gerade für Industrieunternehmen und Versorgungsinfrastrukturen ist das Potenzial der Abwärmenutzung erheblich. Die Deutsche Energie-Agentur weist darauf hin, dass sich Energiekosten durch die gezielte Nutzung von Abwärme deutlich senken lassen. Gleichzeitig unterstützt sie eine effizientere Wärmeversorgung, reduziert den Einsatz fossiler Energieträger und stärkt die Rolle von Fernwärme als zentralem Baustein der Wärmewende. 

Die Rolle der Abwärme im Rahmen der Wärmewende

Die Nutzung von Abwärme ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Wärmeversorgung – besonders in Städten. Sie entsteht als Nebenprodukt industrieller Prozesse, in Rechenzentren, bei der Abwasserreinigung, in Müllverbrennungsanlagen oder in gewerblichen Kälteanlagen. Während diese Energie früher oft ungenutzt an die Umgebung abgegeben wurde, rückt sie heute zunehmend als wertvolle Ressource in den Fokus der Wärmeplanung. 

Icon eines Industriegebäudes

Industrielle Abwärme

Industrielle Abwärme erreicht häufig hohe Temperaturniveaus und eignet sich daher gut für die direkte oder aufbereitete Einspeisung in Fernwärmenetze. In Städten mit energieintensiven Betrieben kann sie einen relevanten Beitrag zur Wärmeversorgung leisten. 

Icon eines Straßennetzes

Kommunale Infrastrukturen

Zusätzliche Potenziale bieten kommunale Infrastrukturen wie Kläranlagen oder Müllverbrennungsanlagen. So nutzen die Stadtwerke Düsseldorf bereits die Abwärme der Düsseldorfer Müllverbrennungsanlage zur Wärmeerzeugung. Hinzu kommt die Nutzung von Abwasserwärme, bei der Energie über Wärmetauscher aus dem Kanalnetz gewonnen und mithilfe von Großwärmepumpen auf ein nutzbares Temperaturniveau gebracht wird. 

Icon eines Schulgebäudes

Kommunale Wärmeplanung

Auch in der kommunalen Wärmeplanung spielt Abwärme eine wichtige Rolle. Kommunen sind verpflichtet, vorhandene Potenziale systematisch zu erfassen – etwa an Industriestandorten, in größeren Gewerbebetrieben, Rechenzentren oder Infrastrukturanlagen. Abwärme ist dabei besonders attraktiv, weil sie keine zusätzlichen Brennstoffe benötigt, flächeneffizient ist und häufig vergleichsweise kurzfristig nutzbar gemacht werden kann.

So verbindet Abwärme Effizienzsteigerung und Klimaschutz. Sie stärkt regionale Wertschöpfungsketten, reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und ist ein zentraler Baustein für eine integrierte, nachhaltige Wärmeerzeugung. 

Exkurs: Rechenzentren als Wärmequelle der Zukunft?

Rechenzentren bieten großes Potenzial für eine Wärmeversorgung mit geringerem fossilen Energieeinsatz. Durch Cloud-Dienste, Streaming, Künstliche Intelligenz und steigende Datenmengen wächst ihr Energiebedarf kontinuierlich – und mit ihm die Menge an Abwärme. 

Diese Wärme wird bisher oft ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Dabei können Rechenzentren eine verlässliche Wärmequelle für Wärmenetze sein: Sie liefern ganzjährig relativ konstante Wärmemengen und unterliegen meist nur geringen saisonalen Schwankungen. 

Abwärmenutzung im großen Stil – ein Vorreiterprojekt in Düsseldorf

Mit einem gemeinsamen Projekt machen die Stadtwerke Düsseldorf und Henkel industrielle Abwärme für die Fernwärmeversorgung nutzbar. Auf dem Henkel-Werksgelände entsteht dafür eine Energiezentrale, die künftig Abwärme aus den Anlagen sowie Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung in das Fernwärmenetz einspeist. 

So kann der Düsseldorfer Süden künftig mit deutlich geringeren CO₂-Emissionen versorgt werden: Bis zu 35 Prozent der Fernwärme für Garath und Benrath sollen aus diesen Wärmequellen stammen. 

Für Düsseldorf bedeutet das: 

  • ein deutlich geringerer Erdgasverbrauch

  • eine stärkere Versorgung mit CO₂-ärmerer Fernwärme

  • eine CO2-Einsparung von rund 6.500 Tonnen pro Jahr 

Die Stadtwerke Düsseldorf investieren dafür rund 25 Millionen Euro. Unterstützt wird das Projekt durch das Wirtschaftsministerium des Landes mit dem Programm „progres.nrw – Wärme- und Kältenetze“ sowie Bundesmittel aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. 

Julien Mounier (li.), Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, und Dr. Daniel Kleine, Henkel President Germany und Standortleiter Düsseldorf, auf der Baustelle der Energiezentrale auf dem Henkel-Gelände. Mit dem Kamin wurde jetzt das Herzstück der Anlage fertiggestellt. Foto: Daniel Koke
Julien Mounier (li.), Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, und Dr. Daniel Kleine, Henkel President Germany und Standortleiter Düsseldorf, auf der Baustelle der Energiezentrale auf dem Henkel-Gelände. Mit dem Kamin wurde jetzt das Herzstück der Anlage fertiggestellt. Foto: Daniel Koke

Abwärme als Baustein der Fernwärme

Abwärme kann dann besonders wirkungsvoll genutzt werden, wenn sie in ein Wärmenetz eingespeist wird. Genau hier kommt die Fernwärme ins Spiel: Sie ermöglicht es, vorhandene Wärmequellen aus Industrie und Infrastruktur für die Versorgung von Gebäuden, Quartieren und ganzen Stadtteilen verfügbar zu machen. 

Je nach Temperaturniveau kann Abwärme direkt in die Fernwärme eingespeist oder vorab technisch aufbereitet werden, zum Beispiel mit Großwärmepumpen. So wird aus einem Nebenprodukt eine nutzbare Energiequelle für eine effizientere und emissionsärmere Wärmeversorgung. 

Für die Wärmewende ist das besonders relevant. Abwärme hilft dabei, den Anteil fossiler Energieträger in der Fernwärme Schritt für Schritt zu senken und bestehende Energiepotenziale besser zu nutzen. 

Fernwärme schafft damit die Verbindung zwischen vorhandener Abwärme und einer effizienten Wärmeversorgung im großen Maßstab. 

Wie ist die Fernwärme in Düsseldorf heute aufgestellt?

Erfahren Sie, welche Rolle Abwärme und erneuerbare Energien bereits heute in der Düsseldorfer Fernwärme spielen und wie die Fernwärme Schritt für Schritt weiterentwickelt wird.

Dekarbonisierung der Fernwärme

Häufige Fragen zum Thema Abwärme

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