
Manche Brunnen prägen eine ganze Straße, andere warten still in Parks und auf Plätzen. In Düsseldorf erzählen sie von Kunst, Stadtentwicklung und lokalen Traditionen.
Ein Spaziergang zu Düsseldorfs Brunnen führt von der Königsallee über den Hofgarten bis zum Burgplatz. Wir stellen bekannte Anlagen vor, erklären den Unterschied zwischen Zier- und Trinkbrunnen – und zeigen, wo Sie unterwegs Ihre Flasche mit frischem Trinkwasser füllen können.
Brunnen geben Plätzen und Parks einen Mittelpunkt. Das bewegte Wasser, sein Klang und die umgebenden Sitzmöglichkeiten laden zum kurzen Innehalten und zur Begegnung ein. Viele Anlagen wurden bewusst als Teil eines Platzes, einer Sichtachse oder einer Gartenanlage gestaltet.
Gleichzeitig erzählen Figuren, Inschriften und Materialien von der Zeit, in der ein Brunnen entstand. Manche Motive sind eng mit Düsseldorf verbunden, andere greifen Sagen oder antike Gestalten auf. So werden Brunnen zu Orientierungspunkten – und zu kleinen Geschichtsbüchern im öffentlichen Raum.
An heißen Tagen kommt ein weiterer Effekt hinzu: Verdunstendes Wasser kann die Luft in unmittelbarer Nähe leicht abkühlen. Bewegung, Sprühnebel und Wassergeräusche lassen den Aufenthalt zudem oft angenehmer wirken.
Der Tritonenbrunnen zählt zu den bekanntesten Wasserspielen Düsseldorfs. Seine kraftvolle Figurengruppe prägt den nördlichen Abschluss des Kö-Grabens und bildet einen repräsentativen Gegenpol zur langen, von Bäumen gesäumten Wasserachse.
Jahr: 1898 bis 1902
Künstler: Friedrich Coubillier
Ort: Nördliches Ende des Kö-Grabens an der Königsallee
Gestaltung: Die Kalksteingruppe zeigt den Meeresgott Triton, der mit einer Lanze gegen einen großen Fisch kämpft. Wasserspeiende Putten und Muschelschalen ergänzen die Szene.
Besonderheit: Der Stadtverschönerungsverein gab den Brunnen in Auftrag. Seit 1994 gehört er zum denkmalgeschützten Gesamtensemble Königsallee.


Mit seinen übereinanderliegenden Schalen fügt sich der Brunnen in die symmetrische Gestaltung des Corneliusplatzes ein. Schmuckbeete, Magnolien und Wege sind auf die historische Anlage ausgerichtet.
Jahr: 1882
Künstler: Leo Müsch; die umgebende Platzanlage entwarf Stadtgärtner Friedrich Hillebrecht.
Ort: Corneliusplatz am nördlichen Abschluss der Königsallee
Gestaltung: In einem kleeblattförmigen Becken tragen Delfine und Wassergötter die untere der beiden Schalen. Das Wasser strömt aus Löwenmäulern.
Besonderheit: Für den Bau der Wehrhahn-Linie wurde der Brunnen 2007 zerlegt. Nach seiner Restaurierung kehrte er 2017 auf den nach historischen Plänen wiederhergestellten Platz zurück.
Etwas abseits der großen Wege liegt im Hofgarten eine verspielte Szene: Drei Kinder betrachten neugierig das Wasserspiel vor ihnen. Die geschützte Lage im Grünen unterstreicht den märchenhaften Charakter der kleinen Anlage.
Jahr: 1905; erstmals wurde die Figurengruppe 1904 auf einer Düsseldorfer Kunst- und Gartenbauausstellung gezeigt.
Künstler: Max Blondat
Ort: Napoleonsberg im Hofgarten
Gestaltung: Drei Kinder sitzen auf einem Felsen und beobachten drei wasserspeiende Frösche.
Besonderheit: Die ursprüngliche Kindergruppe bestand aus Marmor. Seit 1985 steht an ihrer Stelle eine robustere Bronzeausführung; das Original befindet sich heute im Stadtmuseum.


Im Runden Weiher begegnet Besucher:innen eine ungewöhnliche Brunnenszene. Statt einer feierlichen Darstellung zeigt das Werk einen mythologischen Moment mit überraschender und humorvoller Wendung.
Jahr: 1899/1900
Künstler: Joseph Hammerschmidt
Ort: Runder Weiher im Hofgarten, auf der Sichtachse zum Schloss Jägerhof
Gestaltung: Die Figurengruppe aus französischem Kalkstein zeigt Triton an einem gedeckten Tisch. Ein auftauchendes Flusspferd unterbricht das Mahl und speit Wasser in den Weiher.
Besonderheit: Das Werk trug ursprünglich die Titel „Das gestörte Frühstück“ beziehungsweise „Der ungebetene Gast“. Im Düsseldorfer Sprachgebrauch setzte sich jedoch der Name „Jröne Jong“ durch.
Am Burgplatz wird eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt zum Wasserspiel. Zwei Jungen schlagen Räder und erinnern damit an eine Düsseldorfer Tradition, über deren Ursprung bis heute verschiedene Geschichten erzählt werden.
Jahr: 1954
Künstler: Alfred Zschorsch
Ort: Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt
Gestaltung: Zwei radschlagende Jungen aus Bronze stehen auf einem großen Brunnenbecken aus fränkischem Muschelkalk.
Besonderheit: Die Düsseldorfer Jonges stifteten den Brunnen. Seine Inschrift lautet: „Radschläger wolle mer blieve, wie jeck et de Minsche och drieve.“


Die monumentale Anlage am Kaiserteich erzählt von Düsseldorfs enger Verbindung zum Rhein. Vater Rhein, weibliche Allegorien und weitere Figuren verbinden die Flusslandschaft mit der Geschichte der früheren Rheinprovinz.
Jahr: 1897; eine erste Ausführung entstand bereits 1884 als Festdekoration.
Künstler: Karl Janssen und Josef Tüshaus
Ort: Ständehauspark am Kaiserteich, nahe dem K21
Gestaltung: Die Bronzeplastik zeigt Vater Rhein mit vier weiblichen Figuren, spielenden Putten und einem Drachen. Der Sockel besteht aus Marmor, das Wasserbecken aus Granit.
Besonderheit: Die weiblichen Figuren stehen für Nebenflüsse und zugleich für prägende kulturelle und wirtschaftliche Bereiche der damaligen Rheinprovinz. Der Drache bewacht den durch Reichskrone und Reichsschwert dargestellten Nibelungenschatz.
Der Segelbrunnen übersetzt das Zusammenspiel von Wasser und Licht in eine moderne Form. Seine aufragenden Metallelemente greifen die Bewegung der Fontänen auf und verändern ihr Erscheinungsbild mit der Umgebung.
Jahr: 1988; am 3. Mai wurde die Brunnenskulptur der Stadt übergeben.
Künstler: Heinz Mack
Ort: Platz der Deutschen Einheit
Gestaltung: Edelstahlsegel stehen auf einem Marmorsockel und werden von 28 Fontänen umgeben. Polierte und matte Flächen erzeugen unterschiedliche Reflexionen.
Besonderheit: Licht ist ein zentrales Thema im Werk von Heinz Mack. Abhängig von Wetter, Tageszeit und Blickwinkel erscheinen die Oberflächen des Brunnens immer wieder anders.


Am Bertha-von-Suttner-Platz bildet der Antes-Brunnen keine einzelne, in sich geschlossene Skulptur. Seine verschiedenen Elemente stehen sich gegenüber und beziehen einen größeren Teil des Bahnhofsvorplatzes in die Gestaltung ein.
Jahr: 1987; am 25. Mai wurde die Brunnenanlage aufgestellt.
Künstler: Horst Antes
Ort: Bertha-von-Suttner-Platz an der Ostseite des Düsseldorfer Hauptbahnhofs
Gestaltung: Drei Wasserbecken aus Beton und Granit sowie drei Gruppen aus Edelstahl verteilen sich über den Platz. Flächige menschliche Figuren treffen auf bogenförmig angeordnete Metallstäbe.
Besonderheit: Beim Gang über den Platz verändern sich die Beziehungen zwischen Figuren, Wasserbecken und abstrakten Formen. Der Brunnen erschließt sich deshalb aus wechselnden Perspektiven.
Für eine größere Entdeckungstour können Sie am Antes-Brunnen auf der Ostseite des Hauptbahnhofs beginnen. Von dort führt der Weg zum Ständehauspark mit „Vater Rhein und seine Töchter“ und weiter über die Königsallee zum Schalen- und Tritonenbrunnen. Anschließend geht es durch den Hofgarten zum Märchenbrunnen und zum Jrönen Jong. Der Segelbrunnen lässt sich als moderne Station ergänzen; am Burgplatz bildet der Radschlägerbrunnen einen passenden Abschluss.
Planen Sie bewusst Zeit für die Umgebung ein: Die Brunnen wirken nicht für sich allein. Erst zusammen mit Promenade, Park, Platzgestaltung und den Menschen vor Ort wird sichtbar, welche Rolle sie im Düsseldorfer Alltag spielen.
Klares Wasser bedeutet nicht automatisch Trinkwasserqualität. Zierbrunnen arbeiten häufig mit einem Wasserkreislauf; das Wasser kann technisch aufbereitet sein, steht aber nicht als Lebensmittel zur Verfügung. Trinken Sie deshalb nur an Anlagen, die eindeutig als Trinkwasserbrunnen gekennzeichnet sind.
Auch Tiere sollten nicht aus Zierbrunnen trinken. Wer sich Hände oder Gesicht abkühlen möchte, nutzt besser Leitungswasser oder einen ausgewiesenen Trinkwasserbrunnen. Absperrungen und Hinweise vor Ort sollten Sie immer beachten – etwa wenn eine Anlage gereinigt oder gewartet wird.

An öffentlichen Trinkwasserbrunnen können Sie Ihre Flasche kostenlos mit frischem Düsseldorfer Trinkwasser füllen.