Kommunale Wärmeplanung in Düsseldorf

Boote im Medienhafen vor den Gehry-Gebäuden im Neuen Zollhof

Vorteile

  • Nachhaltiger, abgestimmter Übergang zur grüner Wärmeversorgung
  • Klare Indikation für wirtschaftlich vorteilhafte Technologien
  • Planungssicherheit für wärmerelevante Investitionen
  • Hinweise zu notwendigen Sanierungsmaßnahmen

Wie Sie als Bürger:in von einer integrierten Wärmeplanung profitieren

Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland treibhausgasneutral werden – ein ehrgeiziges Ziel, das sich sowohl die Bundesregierung als auch das Land Nordrhein-Westfalen gesetzt haben. Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat sich darüber hinaus noch das ambitioniertere Ziel gesetzt, bereits bis 2035 klimaneutral zu sein.

Hier erfahren Sie alles zur kommunalen Wärmeplanung in Düsseldorf und welchen Einfluss die Stadtwerke Düsseldorf haben.

  1. Startseite
  2. Privatkunden
  3. Heizen Wärme
  4. Wärmeplanung

Was ist kommunale Wärmeplanung?

Diverse Maschinen und Leitungen in einer Fabrik. © imantsu / E+ via Getty Images

Die kommunale Wärmeplanung ist ein steuerungspolitisches Werkzeug zur Bestimmung eines lokalen Dekarbonisierungspfades, der alle relevanten Akteure einbezieht. Mit der kommunalen Wärmeplanung werden die Städte und Gemeinden in Deutschland verpflichtet, ein Ziel-Szenario sowie einen Umsetzungsplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu entwickeln. Auf dieser Grundlage soll die lokale Wärmeversorgung von den lokal agierenden Akteuren klimaneutral umgestaltet werden.

Derzeit wird etwa die Hälfte der in Deutschland genutzten Primärenergie für die Beheizung von Wohnungen, die Warmwasserbereitung und als Prozesswärme in der Industrie verwendet. Gleiches gilt für Düsseldorf. Fossile Energieträger spielen dabei nach wie vor eine führende Rolle. Das muss sich aus Gründen des Klimaschutzes und zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit rasch und grundlegend ändern.

Wechsel auf erneuerbare Energien

Ein zentraler Baustein des Übergangs zu grüner Wärmeversorgung ist daher der Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern in der Wärmeerzeugung. Ein Vorhaben, das bei den Stadtwerken Düsseldorf zentral über den Transformationsplan für das Fernwärmenetz vorangetrieben wird und auf eine wirtschaftlich und sozial nachhaltige Weise die Fernwärme in Düsseldorf schnellstmöglich dekarbonisieren soll.

Leitungsgebunden und dezentrale Versorgung

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Vergrünung der lokalen Wärmeversorgung ist die Elektrifizierung. Neben der Versorgung über leitungsgebundene, klimaschonende Wärme wird auch die dezentrale Wärmeerzeugung eine wichtige Rolle einnehmen. Hier steht der Einsatz von Wärmepumpen im Verbund mit anderen, unterstützenden Technologien im Fokus.

Optimale Technologiewahl

Oberstes Ziel der Wärmeplanung ist es festzustellen, welche Technologie für ein bestimmtes Wohngebieten die kostengünstigste Versorgungsvariante für die Bürger:innen darstellt. Daher werden in der kommunalen Wärmeplanung als auch in den Planungsprozessen der Stadtwerke Düsseldorf die gesamtwirtschaftlichen Kosten für die Versorgung eines Wohngebietes erhoben. Je nutzbarer Technologie findet eine umfassende Kostenmodellierung unter Berücksichtigung unter anderem der lokalen Wärmebedarfe, der Wärmedichten und der Sanierungspotenziale statt. Hieraus wird jeweils die günstigste Variante gewählt und für die zukünftige Versorgung des Wohngebietes vorgesehen.

Eine gut abgestimmte lokale Wärmeplanung zwischen den zentralen Akteuren soll sicherstellen, dass den Bürger:innen, der Immobilienwirtschaft und dem Gewerbe klare Entscheidungshilfen für die Planung und Umsetzung zukünftiger, nachhaltiger und wirtschaftlicher Wärmeversorgung an die Hand gegeben werden.

Das tragen wir zur Wärmeplanung und der Vergrünung der Wärme bei

Als wichtigster Lieferant von Wärme und Energieträgern in Düsseldorf und der Region sind wir zentraler Ansprechpartner für die Bürger:innen, für die Stadt sowie auch für Industrie, Gewerbe, Handwerk und Immobilienwirtschaft, wenn es um die Planung und Bereitstellung der jetzigen und zukünftigen Versorgung geht.

Die Stadtwerke Düsseldorf sind mit ihrer Tochter Netzgesellschaft Düsseldorf Planer und Umsetzer in den Bereichen Wärmeerzeugung, Wärmeversorgung und Kundenlösungen für Wärme.

Gemeinsam mit der Stadt arbeiten wir an der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung und den folgenden Umsetzungsmaßnahmen.

Durch die Erstellung und Verfolgung eines umfassenden Transformationsplanes* leiten wir bereits heute die Vergrünung unseres Fernwärmenetzes ein und berücksichtigen dabei auch die bedeutende Rolle, die der Fernwärme zukünftig zukommen wird.

Bereits heute haben wir ein Vielzahl von klimaschonenden Wärmeprodukten für unsere Kund:innen im Angebot:

Wie wir die Fernwärmeerzeugung dekarbonisieren

Eine nachhaltige Versorgung mit grüner Fernwärme bedeutet, dass in erster Linie die Erzeugungsanlagen zukünftig mit erneuerbaren und CO2-armen Energiequellen arbeiten. Dazu werden umfangreiche Neu- und Umbauten im Erzeugungspark der Stadtwerke Düsseldorf geplant. Die neuen Anlagen werden in den kommenden Jahren sukzessive für eine grünere Fernwärme sorgen.

Die vier großen Hebel für die Dekarbonisierung unserer Wärmeerzeugung sind:

  • Elektrifizierung mit Grünstrom
  • Wechsel auf Biomasse & Biogas
  • Einsatz von Wasserstoff
  • Nutzung von unvermeidbarer industrieller Abwärme

Bei den Stadtwerken Düsseldorf wird kontinuierlich eine Vielzahl an möglichen Technologien untersucht und für den Einsatz in der Düsseldorfer Fernwärme geprüft.

Eine Auswahl an möglichen Anlagen und Standorten lässt sich aus dem folgenden Schaubild entnehmen:

duesselgas_garant_1_volle_breite.jpg

So profitieren Sie als Bürger:in von der Wärmeplanung in Düsseldorf

  • Nachhaltiger, abgestimmter Übergang zu grüner Wärmeversorgung
  • Klare Indikation für wirtschaftlich vorteilhafte Technologien
  • Planungssicherheit für wärmerelevante Investitionen
  • Hinweise zu notwendigen Sanierungsmaßnahmen

Häufige Fragen zur kommunalen Wärmeplanung in Düsseldorf

Was sind die Bestandteile der Wärmeplanung in Düsseldorf?

Eine der wichtigsten Komponenten der lokalen Wärmeplanung stellt der kommunale Wärmeplan dar. Er wird gebietsscharf unterscheiden, wo eine Versorgung durch leitungsgebundene Wärme oder dezentrale Erzeugung Sinn macht. Gleichzeitig soll die kommunale Wärmeplanung einen Umsetzungsfahrplan in vier Stufen bis 2045 vorschlagen. Diese Planung soll in der Folge von weiteren städtischen Behörden in jeweiligen Teilplanungen (beispielsweise der Stadtplanung) konsolidiert werden.

Einen weiteren wichtigen Bestandteil stellen die verschiedenen Erzeugungs-, Netz- und Vertriebsplanungen der lokalen Versorgungsbetriebe dar. In Düsseldorf wird die Versorgung mit Fernwärme, Strom, Gas und zukünftig auch Wasserstoff über die Stadtwerke sichergestellt. Die verschiedenen Planungsstände der Stadtwerke Düsseldorf gehen als Grundlagen in die kommunale Wärmeplanung ein. Ebenso berücksichtigen die Stadtwerke Düsseldorf die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung beim weiteren Ausbau ihrer Erzeugungs- und Netzanlagen.

Darüber hinaus können weitere Akteure dezentrale Versorgungsstrukturen etablieren. So kann jede:r Hausbesitzer:in sich für den Einbau einer Wärmepumpe entscheiden und sicherstellen, dass über die Nutzung von grünem Strom eine nachhaltige Wärmeversorgung erfolgt.

Welche Zeitpläne sind für mich relevant?

Generell soll die gesamte Wärmeversorgung in Deutschland nach dem Gebäude-Energiegesetz (GEG) bis 2045 vergrünt sein. Dabei gelten je nach Bestandsgebäude oder Neubau unterschiedliche Bedingungen. Eine detaillierte Aufschlüsselung finden Sie unter Gebäudeenergiegesetz.

Die kommunale Wärmeplanung soll bis spätestens Juni 2028, für Großstädte wie Düsseldorf bereits bis Juni 2026 finalisiert sein. Aktuell plant die Landeshauptstadt, ihren Wärmeplan bereits 2025 vorzulegen.

Welche Rolle kommt der Fernwärme in der Wärmewende zu?

Die Fernwärme spielt eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Wärmewende. Im Rahmen der Transformationsplanung* sowie der kommunalen Wärmeplanung werden potenzielle Gebiete für den Ausbau der Fernwärme identifiziert und frühzeitig durch die Stadtwerke Düsseldorf kommuniziert. Allerdings ist bereits jetzt klar, dass Düsseldorf nicht flächendeckend mit Fernwärme versorgt werden kann. Die Fernwärmeversorgung wirtschaftlich und organisatorisch sicherzustellen, ist anspruchsvoll, weshalb möglichst viele Anschlüsse auf engem Raum erforderlich sind. Dies ist vorrangig in dicht besiedelten Gebieten links und rechts des Rheins, im und um den Stadtkern sowie im Düsseldorfer Süden gegeben. In von diesem Kernnetz weiter entfernten Gebieten mit hoher Wärmedichte, also vielen Abnehmern auf kleinem Raum, könnten jedoch Nahwärmenetze, also Insellösungen, eine Alternative darstellen.

Welche Alternativen gibt es neben der Fernwärme?

Neben der Fernwärme wird vor allen in weniger dicht besiedelten Lagen Düsseldorfs die Wärmepumpe eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der Klimaziele spielen. Eine Wärmepumpe kann ökologisch nachhaltig über den Bezug von grünem Strom betrieben werden oder im Verbund mit anderen Technologien, um ihre Effektivität zu steigern (Solarpanel zur eigenen grünen Stromerzeugung, Strom- und Wärmespeicher, Solarthermie, alternative Heizkessellösungen und vieles mehr.).

Neben der Versorgung über das Fernwärmenetz oder Wärmepumpen stehen noch eine Reihe weiterer Optionen zur Verfügung:

  • Biomasse Heizkessel
  • Biogas- und Wasserstoff-Thermen

Sie haben noch weitere Fragen?

*Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschluss des Deutschen Bundestages.