Wie funktioniert Solarthermie?
Unter Solarthermie versteht man die klimaneutrale Umwandlung von Sonnenlicht in thermische Energie, die in Form von Wärme direkt zur Verfügung steht. Es ist also eine Technik, bei der die Energie der Sonne genutzt wird, um Wärme zu erzeugen. Dabei fangen Solarkollektoren auf dem Dach die Sonnenstrahlung ein und wandeln sie in Wärme um. Auf diese Weise lassen sich zwischen 50 und 70 Prozent des jährlichen Warmwasserbedarfs eines Haushalts decken.
Solarthermie gilt als umweltfreundlich, da sie erneuerbare Energie nutzt und den Verbrauch fossiler Brennstoffe reduziert.
So funktioniert eine Solarthermieanlage

Das Herzstück einer Solarthermieanlage sind Solarkollektoren, die meist auf dem Hausdach installiert werden. Jeder einzelne Kollektor wandelt das einfallende Licht in Wärme um, die mittels einer Wärmeträgerflüssigkeit über Rohrleitungen zu einem Puffer- oder Kombispeicher transportiert wird. Hier sorgt ein Wärmetauscher wahlweise für die Erwärmung des Trinkwassers oder die Erhitzung des Wassers im Heizungssystem.
Den Transport der Wärmeträgerflüssigkeit übernimmt eine Pumpe, die sich über einen Solarregler steuern lässt. Damit auch im Winter ausreichend Warmwasser und Heizungswärme zur Verfügung steht, wird Solarthermie mit einem bestehenden Heizungssystem kombiniert. Im Unterschied zu Photovoltaikanlagen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln, produzieren Solarthermieanlagen ausschließlich Wärme zur Eigenversorgung.
Solarthermie: Kosten und Rentabilität
Der Anschaffungspreis einer Solarthermieanlage hängt von verschiedenen Faktoren ab:
Am günstigsten sind Anlagen mit Flachkollektoren, die rund 250 Euro pro Quadratmeter kosten. Dafür arbeiten sie weniger effizient und belegen bei gleicher Leistung rund 30 Prozent mehr Dachfläche als kleinere Röhrenkollektoren.
Eine geringere Größe bei gleichzeitig höherer Effizienz hat ihren Preis: Vakuumröhrenkollektoren sind mit 750 Euro pro Quadratmeter gleich drei Mal teurer als Flachkollektoren.
Für Zubehör und die Montage sollten Sie mit rund 2.400 Euro rechnen.
Außerdem benötigt eine Solaranlage einen speziellen Pufferspeicher, der je nach Ausführung 500 bis 3.000 Euro kosten kann.
So belaufen sich die Gesamtkosten eines Vier-Personen-Haushalts für eine Solaranlage mit vier bis sechs Quadratmetern Kollektorfläche auf rund 4.500 bis 8.500 Euro.
KfW-Förderung
Die KfW fördert die Anschaffung einer solarthermischen Anlage zur Heizungs-unterstützung.
Checkliste
Ein paar Faktoren sind es schon, die berücksichtigt werden sollten, um die besten Bedingungen für eine solarthermische Anlage zu schaffen. Die Checkliste zeigt Ihnen, welche Gegebenheiten erfüllt sein sollten und inwieweit es mögliche Alternativen beim Fehlen einzelner Punkte gibt.
Was sind die besten Bedingungen für Solaranlagen?
Dachneigung
Die Ausrichtung der Sonnenkollektoren zählt zu den wichtigsten Faktoren bei der Installation einer Solarthermieanlage. Dabei hängt die ideale Dachneigung von der Nutzung ab:
Für die Trinkwassererwärmung im Sommer sind Neigungswinkel zwischen 30 und 50 Grad optimal.
Soll in den kälteren Monaten auch die Heizung mit Solarwärme unterstützt werden, eignen sich 45- bis 70-Grad-Dächer am besten.
Flachdächer haben den Vorteil, dass sich das Solarpanel mit Ständerwerken in der Neigung frei einstellen lässt. Die Ausrichtung der Dachfläche nach Süden bringt optimale Erträge.
Eine Abweichung um 30 Prozent nach Westen oder Osten ist auch noch im grünen Bereich, denn dadurch wird die Effizienz nur um etwa fünf Prozent gemindert – sofern es keine weiteren Verschattungen gibt, zum Beispiel durch Bäume oder Kamine. Die Lebens-dauer einer Solarthermieanlage liegt typischerweise bei mindestens 20 Jahren, die Solarkollektoren selbst funktionieren oft sogar noch nach 30 Jahren.
Geografische Lage
Wie effizient eine Solaranlage arbeitet, hängt auch von der geografischen Lage ab. 2025 war ein besonders sonnenreiches Jahr, sodass Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern mit mehr als 2.000 Sonnenstunden zu den Bundesländern mit der höchsten Sonnenscheindauer gehören. In Nordrhein-Westfalen lagen wir im Jahr 2025 bei 1.821 Sonnenstunden (Quelle: Klimaatlas.NRW)
Versicherungen für Solarthermieanlagen
Eine eigene Versicherung jeder Solaranlage ist empfehlenswert. Zwar ist eine thermische Solaranlage häufig in eine schon bestehende Wohngebäudeversicherung eingeschlossen, diese deckt meistens aber nicht alle Risiken ab, die eine Solarthermieanlage bedrohen können.
Speziell auf die Solarthermieanlage zugeschnittene Versicherungen sind eine Alternative, die einen umfangreichen Schutz gegen alle möglichen Risiken bieten. Damit sind Schäden an der thermischen Solaranlage abgedeckt, aber nicht die Schäden, die durch die Anlage an Dritten entstehen können. Folgende Komponenten der Solarthermieanlage sind in den Versicherungsschutz eingeschlossen:
Flachkollektor
Röhrenkollektor
Kollektoren andere Bauart
Steuerung
Temperaturfühler
Solarheizkreislauf (Rohre)
Speicher
Wärmetauscher
Wärmeträger


