Was ist Fernwärme und wie funktioniert das Prinzip?
Fernwärme ist ein zentral organisiertes Heizsystem, das ganze Stadtgebiete mit Wärme (thermischer Energie) versorgt. Dabei wird Wärme an wenigen, hochmodernen Anlagen erzeugt und über ein unterirdisches Rohrnetz direkt zu den angeschlossenen Haushalten und Betrieben verteilt.
So funktioniert Fernwärme
In den Wärmeerzeugungsanlagen wird Wasser auf bis zu 128 Grad Celsius erhitzt.
Das heiße Wasser fließt unter Druck über gut gedämmte Vorlaufleitungen zu den Gebäuden.
Dort wird die Wärme mit Hilfe eines Wärmetauschers (Wärmeübertrager) an den Heizkreislauf des Gebäudes abgegeben. Diese Wärme kann zum Heizen und für die Warmwasseraufbereitung genutzt werden.
Das abgekühlte Fernwärme-Wasser wird über die Rücklaufleitung zurück zu den Wärmeerzeugungsanlagen geleitet.
Dort wird es erneut erhitzt und es entsteht ein geschlossener Kreislauf, der zuverlässig Wärme liefert.


Energiequellen und Wärmegewinnung
Kraft-Wärme-Kopplung
Aktuell entsteht ein Großteil der Fernwärme entsteht nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Hierbei wird durch Verbrennen eines Brennstoffs Strom und Wärme erzeugt. Durch dieses Verfahren wird die eingesetzte Energie besonders effizient genutzt.
Sonstige Abwärme
Wärme, die zum Beispiel bei industriellen Prozessen, in Rechenzentren oder Kläranlagen anfällt, kann als Abwärme ins Netz eingebunden werden. So wird Energie verwertet, die sonst ungenutzt verpuffen würde. In Düsseldorf wird zum Beispiel die industrielle Abwärme vom Werksgelände Henkel eingespeist.
Erneuerbare Energie
Immer stärker gewinnen erneuerbare Energien an Bedeutung: Großwärmepumpen, große Solarthermieanlagen sowie Geothermieanlagen ermöglichen es, den Anteil klimafreundlicher Energie in der Fernwärmeversorgung stetig zu erhöhen.
Aufbau eines Fernwärmenetzes
Das Fernwärmenetz ist das Rückgrat der Wärmeversorgung: Es verbindet die zentralen Erzeugungsanlagen mit den angeschlossenen Gebäuden in der Stadt. In diesem geschlossenen Kreislaufsystem zirkuliert heißes Wasser als Wärmeträger.
So gelangt die Fernwärme zu Ihnen nach Hause
Die Fernwärme erreicht Ihr Zuhause über eine unterirdische Anschlussleitung, die an das städtische Hauptnetz angebunden ist. Im Haus selbst befindet sich die Hausstation. Sie ist das technische Bindeglied zwischen dem Fernwärmenetz und Ihrer Heizungsanlage.
In dieser Station fließt das heiße Wasser aus dem Fernwärmenetz durch einen Wärmetauscher (Wärmeübertrager), der die Energie auf das hausinterne Heizungs- und Warmwassersystem überträgt. Dadurch kommt das Heizungswasser im Gebäude in der Regel nicht direkt mit dem Fernwärmewasser in Kontakt, sondern wird indirekt erwärmt. Nachdem die Wärme abgegeben wurde, fließt das abgekühlte Wasser über die Rücklaufleitung wieder zurück ins Fernwärmenetz.

