
Wärmeverluste im Alltag besser verstehen
Abwärme entsteht auch im Alltag ständig – etwa beim Kochen, Duschen, Lüften oder durch laufende Elektrogeräte. Vieles davon geht unbemerkt verloren. Wer versteht, wo Wärme im Haushalt entsteht und wie sie sich besser im Gebäude halten lässt, kann Energie bewusster einsetzen und die Effizienz im eigenen Zuhause verbessern. Die wichtigsten Möglichkeiten und Tipps finden Sie hier.
Abwärme ist Wärme, die bei einem Vorgang automatisch entsteht, ohne dass sie für den eigentlichen Zweck weiter benötigt wird. Im Haushalt passiert das häufiger, als man denkt.
Ein einfaches Beispiel: Wenn der Backofen läuft, wird nicht nur das Essen warm, sondern oft auch die Küche. Ähnlich ist es bei älteren Glühbirnen, die einen großen Teil ihrer Energie nicht in Licht, sondern in Wärme umwandeln. Auch warme Abluft, etwa beim Lüften oder Trocknen, ist letztlich Abwärme.
Im industriellen Maßstab lässt sich Abwärme noch deutlich gezielter einbinden – etwa für betriebliche Prozesse oder für die Einspeisung in Wärmenetze. Wie das funktioniert und welche Rolle Abwärme für die Fernwärme spielt, erfahren Sie hier: Abwärmenutzung für Fernwärme

Meist entsteht Abwärme in Form von heißer Luft oder heißem Wasser. Diese Wärmeenergie kann in erster Linie zum Heizen genutzt werden. Sogenannte Passivhäuser verdeutlichen gut, wie dieses Prinzip funktioniert: Ihre besondere Wärmedämmung und der Einsatz von Wärmetauschern ermöglichen, dass die Abwärme, die durch Elektrogeräte und die Körperwärme der Bewohner:innen entsteht, die Räume beheizt. So entsteht ein sinnvoller Kreislauf, mit dem sich Energieverbrauch und -kosten senken lassen. Auch Unternehmen nutzen entstandene Abwärme nach diesem Prinzip oftmals zum CO2-neutralen Heizen ihrer Fertigungshallen. Die Anwendungsbereiche der Abwärmenutzung sind jedoch vielfältig und gehen weit über das Passivhaus hinaus.
Abwärme bietet eine sinnvolle und umweltschonende Ergänzung zu gängigen Heizarten wie Öl-, Gas- und Holzheizungen. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Wärmequellen und ihre Nachhaltigkeit.

Gerade in der Industrie ist das Energieeinsparpotenzial durch Abwärmenutzung von großer Bedeutung. Die Deutsche Energieagentur gibt an, dass Unternehmen ihre Energiekosten durch die gezielte Abwärmenutzung um bis zu 60 % senken können. Im Privathaushalt fällt dieser Prozentsatz zwar deutlich kleiner aus – doch auch hier trägt clevere Abwärmenutzung zu einer guten Energieeffizienz und geringeren Heizkosten bei.
In Privathaushalten entsteht täglich Abwärme, die viele von uns gar nicht bewusst wahrnehmen. Häufig geht die Wärmeenergie deshalb ungenutzt verloren. Wir haben einige Möglichkeiten aufgelistet, mit denen Sie die Wärmeenergie in Ihrem Haushalt sinnvoll nutzen können.
Mithilfe spezieller Wärmerückgewinnungsanlagen können Sie Ihr Haus aufrüsten und die Abwärme wiederverwenden. Dadurch senken Sie Ihren Energieverbrauch und Ihre Energiekosten. Hierbei gibt es verschiedene Optionen: Lüftungsanlagen nutzen etwa warme Abluft von drinnen, um die kalte Luft von draußen zu erwärmen und dem Haus zuzuführen.
Abwärme in Privathaushalten kann vor allem dann sinnvoll zum passiven Heizen der Räume genutzt werden, wenn möglichst wenig Wärmeenergie verloren geht. Wenn das Gebäude gut gedämmt ist und auch die Fenster richtig isolieren, halten Sie die Abwärme von Öfen und Elektrogeräten besser im Haus.
Wärmepumpen nutzen Wärmeenergie aus unterschiedlichen Quellen, um diese beispielsweise in ein Heizsystem einzuspeisen. Mit einer Wärmepumpe können etwa Erdwärme, Grundwasser oder die Außenluft als Wärmequellen genutzt werden. Es ist theoretisch aber auch möglich, die Abwärme eines Kühlschranks oder eines anderen Elektrogeräts zu nutzen und über die Wärmepumpe zum Heizen eines Raums zu verwenden. Die Technologie der Wärmepumpe ist dabei sehr effizient und klimaschonend.
Die Kraft-Wärme-Kopplung ist ein Verfahren, bei dem sowohl Wärme als auch elektrische Energie erzeugt werden. Auch in Privathaushalten kommt es zum Einsatz, um die Abwärme zu nutzen und dadurch Energie zu sparen. So nutzen beispielsweise Mikro-Kraftwerke das KWK-Prinzip, indem die Wärmeenergie, die beim Verbrennungsvorgang entsteht, genutzt wird, um das Haus zu beheizen. In den Mikro-Kraftwerken entsteht gleichzeitig elektrische Energie, die wiederum in den Haushalt eingespeist werden kann. Durch die Nutzung der Abwärme sparen Sie mit diesem Verfahren CO2 – je nach verwendetem Brennstoff – und benötigen weniger Energie von externen Versorgern.
In vielen Fällen ist eine sinnvolle Nutzung von Abwärme nicht möglich. Dann empfiehlt es sich aus Umweltschutzgründen, direkt darauf zu achten, dass weniger Abwärme im Haushalt entsteht. Greifen Sie daher beispielsweise auf energiesparende Elektrogeräte zurück. Fernseher, Kühlschränke oder Trockner mit hoher Energieeffizienzklasse (idealerweise A oder B) verbrauchen weniger Energie und erzeugen in der Regel auch weniger Abwärme.
Nicht nur durch Abwärmenutzung sparen Sie Energie. Weitere nützliche Tipps, wie Sie Ihren Strom-, Gas- oder Wasserverbrauch im Alltag effizienter gestalten, erhalten Sie hier.
Die Abwärmenutzung bietet viele Vorteile – sowohl für industrielle Unternehmen wie Henkel als auch für Privathaushalte. So trägt die Abwärmenutzung etwa zu einer Reduktion der CO2-Emissionen bei, die beim herkömmlichen Heizen durch fossile Brennstoffe entstehen.
Doch sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen ist die Abwärmenutzung zum Teil noch mit hohen Kosten verbunden. Die Einrichtung von speziellen Anlagen wie Wärmepumpen oder KWK-Systemen kann teuer und aufwendig sein. Zudem müssen entsprechende Systeme und Anlagen regelmäßig gewartet werden, um ihre Funktionsfähigkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Meist profitieren zudem nur Hausbesitzer:innen von diesen Technologien. Wer in einer Mietwohnung lebt, kann die Abwärme, die im Haushalt entsteht, nur bedingt nutzen.
Um die Kosten für eine umweltschonende Energienutzung für Verbraucher:innen zu senken, stehen verschiedene Förderungen zur Verfügung, die Maßnahmen zur Abwärmenutzung bezuschussen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert unter anderem die Anschaffung eines Wärmespeichers sowie die Installation einer Wärmepumpe. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten Sie ein zinsgünstiges Darlehen zur Förderung von Wärmepumpen, KWK-Anlagen oder anderen Maßnahmen zur Abwärmenutzung.