
Mal mit der Bahn, mal mit dem Fahrrad und für einen Teil der Strecke mit einem Sharingfahrzeug: Multimodale Mobilität macht es möglich, für jeden Weg das passende Verkehrsmittel zu wählen.
In Düsseldorf erleichtern ein dichtes ÖPNV-Netz, Mobilitätsstationen, Sharingangebote, das Düsselbike und öffentliche Ladepunkte den Wechsel. Erfahren Sie, was multimodale Mobilität genau bedeutet, wie sie sich von intermodaler Mobilität unterscheidet und wie Sie verschiedene Angebote im Alltag sinnvoll verbinden.
Multimodal unterwegs zu sein heißt, nicht grundsätzlich auf ein einziges Verkehrsmittel festgelegt zu sein. Für den Arbeitsweg kann das die Bahn sein, für den Einkauf das Lastenrad und für einen Termin am Stadtrand ein Carsharing-Auto. Entscheidend ist, dass Sie je nach Anlass eine passende Option auswählen.
Davon unterscheidet sich die intermodale Mobilität. Dabei werden innerhalb eines Weges mehrere Verkehrsmittel miteinander verknüpft: Sie fahren beispielsweise mit dem Fahrrad zum Bahnhof, steigen in die S-Bahn und legen die letzte Strecke mit einem Leihfahrrad oder zu Fuß zurück. Im Alltag überschneiden sich beide Formen häufig.
Gerade auf der ersten oder letzten Etappe eines Weges kann ein Mietrad Bus und Bahn sinnvoll ergänzen. Seit Juli 2026 gibt es mit dem Düsselbike ein kommunales Fahrradmietsystem. Die Räder stehen an ausgewiesenen Stationen im Stadtgebiet bereit und können über die Donkey-Republic-App oder die redy-App der Rheinbahn gefunden und ausgeliehen werden.
Damit eignet sich das Düsselbike beispielsweise für den Weg von einer Haltestelle zum Arbeitsplatz, für kurze Erledigungen oder für eine spontane Fahrt durch die Stadt. Nach der Nutzung muss das Rad an einem vorgesehenen Standort zurückgegeben und die Ausleihe in der App korrekt beendet werden.


Mobilitätsstationen bringen verschiedene Angebote an einem Ort zusammen. Je nach Standort finden Sie dort Leihfahrräder, E-Scooter, Carsharing-Fahrzeuge, Stellplätze für das eigene Fahrrad, Reparaturmöglichkeiten oder Ladepunkte für E-Autos. Häufig liegen die Stationen in Wohnquartieren, an Bahnhöfen oder in der Nähe wichtiger Haltestellen.
Dadurch wird der Wechsel zwischen den Verkehrsmitteln einfacher und sichtbarer. Zugleich können festgelegte Abstellflächen verhindern, dass Leihfahrzeuge Geh- und Radwege blockieren. Düsseldorf baut dieses Netz schrittweise aus. Im Juli 2026 wurde bereits die 300. Sharingstation eröffnet.
Zu Fuß
Für kurze Strecken ist der Fußweg oft die direkteste Lösung. Er benötigt weder Parkplatz noch Buchung und lässt sich gut mit Bus und Bahn kombinieren.
Fahrrad und Mietrad
Das Fahrrad eignet sich für kurze bis mittlere Wege und für die erste oder letzte Etappe einer längeren Fahrt. Mieträder sind besonders praktisch, wenn das eigene Rad nicht am Startpunkt verfügbar ist.
Bus und Bahn
Der ÖPNV bildet auf vielen längeren Strecken das Rückgrat der Wegeplanung. Fahrräder, E-Scooter und Sharingangebote können Haltestellen mit dem eigentlichen Start- oder Zielort verbinden.
Carsharing und E-Auto
Für Fahrten mit Gepäck, mehrere Ziele oder Strecken außerhalb dichter ÖPNV-Verbindungen kann ein Auto sinnvoll sein. Carsharing ermöglicht diese Nutzung ohne eigenes Fahrzeug; E-Autos benötigen zusätzlich eine passende Lademöglichkeit.
Lastenrad
E-Lastenräder können Einkäufe, kleinere Transporte oder Fahrten mit Kindern erleichtern. Damit sind sie auf vielen innerstädtischen Wegen eine Alternative zum Auto.
Damit verschiedene Verkehrsmittel zusammenspielen, müssen Verbindungen, verfügbare Fahrzeuge und Rückgabeorte leicht auffindbar sein. Mobilitäts-Apps zeigen passende Routen und berücksichtigen zunehmend neben Bus und Bahn auch Sharingangebote. Die redy-App der Rheinbahn bündelt beispielsweise unterschiedliche Mobilitätsformen und bindet das Düsselbike ein.
Vor Fahrtbeginn lohnt sich dennoch ein kurzer Check: Benötigen Sie eine zusätzliche Registrierung? Wo darf das Fahrzeug zurückgegeben werden? Welche Kosten entstehen, und ist am Ziel eine Abstell- oder Lademöglichkeit verfügbar? So vermeiden Sie Umwege und weiterlaufende Mietzeiten.
Auch das E-Auto kann Bestandteil einer multimodalen Wegeplanung sein. Es eignet sich etwa für längere Strecken oder Ziele, die mit Bus, Bahn und Fahrrad nur schwer erreichbar sind. Innerhalb der Stadt kann es mit Park-and-Ride, ÖPNV oder Wegen zu Fuß kombiniert werden.
Wichtig ist eine verlässliche Ladeplanung. In Düsseldorf stehen Normal- und Schnellladepunkte zur Verfügung. Welche Ladeleistung sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wie lange das Fahrzeug am Standort bleibt: Während längerer Aufenthalte genügt häufig Normalladen, für kurze Stopps kann Schnellladen geeigneter sein.
Die Ladekarte der Stadtwerke Düsseldorf zeigt Standorte und weitere Informationen zu öffentlichen Lademöglichkeiten in der Stadt.
Multimodale Wege funktionieren besonders gut, wenn Umstiege kurz, Informationen aktuell und Angebote zuverlässig verfügbar sind. Verspätungen, fehlende Fahrzeuge, unterschiedliche Tarife oder mehrere notwendige Apps können die Planung erschweren. Auch nicht jeder Weg und jedes Verkehrsmittel ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gleichermaßen geeignet.
Deshalb geht es nicht darum, das Auto oder ein anderes Verkehrsmittel grundsätzlich zu ersetzen. Multimodale Mobilität erweitert die Auswahl. Je besser die Angebote vernetzt sind, desto leichter lässt sich für jede Strecke eine passende und alltagstaugliche Lösung finden.