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Entspannte Mitarbeiterin lehnt sich an ihrem Arbeitsplatz vor einem geöffneten Laptop zurück. evgenyatamanenko

Arbeitszeitmodelle: Arbeitszeit passend zum Leben gestalten

Mehr Zeit für Familie, Pflege, Weiterbildung oder persönliche Projekte: Eine geringere Wochenarbeitszeit kann Freiräume schaffen – wenn Modell, Aufgaben und Einkommen zusammenpassen.

Arbeitszeit lässt sich auf unterschiedliche Weise reduzieren oder flexibler verteilen. Wir zeigen, welche Arbeitszeitmodelle es gibt, worin sich dauerhafte Teilzeit und Brückenteilzeit unterscheiden und was Sie vor einem Antrag klären sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weniger Wochenstunden und eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit sind nicht dasselbe.

  • Dauerhafte Teilzeit reduziert die vertragliche Arbeitszeit ohne festgelegtes Ende; Brückenteilzeit ist von Beginn an befristet.

  • Unter bestimmten Voraussetzungen besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Arbeitszeitreduzierung.

  • Der Wunsch muss grundsätzlich mindestens drei Monate vor dem geplanten Beginn in Textform mitgeteilt werden.

  • Weniger Arbeitszeit bedeutet in der Regel ein entsprechend geringeres Einkommen und kann die Altersvorsorge beeinflussen.

  • Ein tragfähiges Modell berücksichtigt Aufgaben, Erreichbarkeit, Übergaben und die Zusammenarbeit im Team.

Arbeitszeit reduzieren oder nur anders verteilen?

Beim Thema Arbeitszeitmodelle werden zwei Dinge häufig vermischt. Wer seine vertragliche Wochenarbeitszeit beispielsweise von 40 auf 32 Stunden senkt, arbeitet tatsächlich weniger. Bei Gleitzeit, einem Arbeitszeitkonto oder einer komprimierten Woche kann der Umfang dagegen gleich bleiben; lediglich Beginn, Ende oder Verteilung ändern sich.

Auch eine Vier-Tage-Woche ist deshalb nicht automatisch Teilzeit. Wer die bisherige Wochenarbeitszeit auf vier längere Tage verteilt, gewinnt zwar einen freien Wochentag, reduziert aber nicht die Gesamtstundenzahl. Werden zugleich die Wochenstunden gesenkt, handelt es sich um eine Arbeitszeitreduzierung.

Warum Menschen ihre Arbeitszeit reduzieren

Vater arbeitet zu Hause am Laptop, während sein Kind auf dem Schreibtisch sitzt Mirjana Pusicic via Getty Images
Flexible Arbeitszeitmodelle können Eltern dabei unterstützen, Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen. © Mirjana Pusicic via Getty Images

Die Gründe reichen von Kinderbetreuung und Pflege über Weiterbildung bis zum Wunsch nach mehr Erholung oder Zeit für eigene Projekte. Ein geringerer Umfang kann auch dabei helfen, nach einer längeren Auszeit schrittweise wieder in den Beruf einzusteigen oder die Belastung in einer bestimmten Lebensphase anzupassen.

Teilzeit ist längst kein Randmodell: 2025 arbeiteten in Deutschland 31,9 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit. Besonders deutlich bleibt der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Jede zweite abhängig beschäftigte Frau, aber nur etwa jeder siebte Mann arbeitete reduziert. Flexible Modelle können deshalb Vereinbarkeit fördern – sie lösen jedoch nicht automatisch eine ungleiche Verteilung von Sorgearbeit.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Mikrozensus 2025.

Arbeitszeitmodelle im Überblick

Nicht jedes Modell passt zu jeder Tätigkeit. Diese Formen lassen sich je nach Arbeitsplatz auch miteinander kombinieren:

Klassische Teilzeit

Die vertragliche Wochenarbeitszeit wird dauerhaft reduziert. Die Stunden können auf weniger Arbeitstage oder auf kürzere tägliche Arbeitszeiten verteilt werden.

Brückenteilzeit

Die Arbeitszeit sinkt für einen vorab festgelegten Zeitraum. Danach kehren Beschäftigte zur zuvor vereinbarten Stundenzahl zurück.

Vier-Tage-Woche

Die Arbeit verteilt sich auf vier Tage. Ob dabei die Wochenstunden sinken oder lediglich auf längere Arbeitstage verteilt werden, hängt von der konkreten Vereinbarung ab.

Jobsharing

Zwei oder mehr Beschäftigte teilen sich eine Stelle und stimmen Aufgaben, Anwesenheit und Übergaben miteinander ab.

Gleitzeit und Arbeitszeitkonto

Beschäftigte können Beginn und Ende innerhalb vereinbarter Grenzen anpassen oder Stunden auf einem Konto sammeln und ausgleichen. Der vertragliche Umfang muss dadurch nicht sinken.

Dauerhafte Teilzeit und Brückenteilzeit: Was gilt?

Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz kann ein Anspruch auf dauerhafte Verringerung bestehen, wenn das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht und der Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer:innen beschäftigt. Der Arbeitgeber kann den Wunsch ablehnen, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen – etwa erhebliche Beeinträchtigungen von Organisation, Arbeitsablauf oder Sicherheit.

Für die Brückenteilzeit liegt die Schwelle höher: Der Arbeitgeber muss in der Regel mehr als 45 Arbeitnehmer:innen beschäftigen. Der gewünschte Zeitraum beträgt grundsätzlich mindestens ein und höchstens fünf Jahre. In Unternehmen mit 46 bis 200 Arbeitnehmer:innen gilt zusätzlich eine gesetzliche Zumutbarkeitsgrenze.

Wichtig: Nur die Brückenteilzeit enthält ein gesetzlich abgesichertes Rückkehrrecht zur vorherigen Stundenzahl. Wer unbefristet reduziert, hat nicht automatisch Anspruch darauf, später wieder genauso viele Stunden wie zuvor zu arbeiten.

Was ändert sich bei Gehalt, Urlaub und Altersvorsorge?

Bei einer Reduzierung sinkt das Arbeitsentgelt in der Regel entsprechend dem Verhältnis zur bisherigen Arbeitszeit. Berechnen Sie deshalb vorab das voraussichtliche Nettoentgelt und berücksichtigen Sie laufende Ausgaben. Auch Sonderzahlungen oder betriebliche Leistungen können von Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung abhängen.

Beim Urlaub zählt vor allem die Zahl der Arbeitstage. Wer weiterhin an fünf Tagen arbeitet, aber täglich weniger Stunden leistet, behält grundsätzlich dieselbe Zahl an Urlaubstagen. Verteilt sich die Arbeit künftig auf weniger Tage, wird die Zahl der Urlaubstage umgerechnet; die Anzahl der freien Urlaubswochen bleibt vergleichbar.

Ein niedrigeres sozialversicherungspflichtiges Einkommen führt grundsätzlich auch zu geringeren Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung und kann die spätere Rente beeinflussen. Je nach Lebensphase lohnt sich eine individuelle Beratung – besonders bei einer längerfristigen Reduzierung.

Was gute Arbeitszeitmodelle im Unternehmen brauchen

Flexible Arbeitszeiten können Arbeitgeber attraktiver machen und dabei helfen, Beschäftigte in unterschiedlichen Lebensphasen zu halten.

  • Damit das gelingt, darf eine Reduzierung nicht dazu führen, dass dieselbe Aufgabenmenge lediglich in weniger Stunden erledigt werden soll.

  • Hilfreich sind klare Prioritäten, realistische Zuständigkeiten und verlässliche Übergaben.

  • Führungskräfte sollten außerdem darauf achten, dass Teilzeitbeschäftigte Zugang zu Informationen, Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten behalten.

  • Das Teilzeit- und Befristungsgesetz verbietet eine schlechtere Behandlung allein wegen der Teilzeitarbeit, sofern keine sachlichen Gründe vorliegen.

Arbeiten bei den Stadtwerken Düsseldorf

Die Stadtwerke Düsseldorf bieten flexible Arbeitszeitmodelle – von Teilzeit Flex mit befristeter Arbeitszeitreduzierung über Arbeitszeitkonten bis zu Freizeitausgleich. Entdecken Sie uns als Arbeitgeber.

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FAQ: Arbeitszeitmodelle und Arbeitszeit reduzieren

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