Alles noch ganz dicht? Machen Sie den Blower-Door-Test

Wenn es in den eigenen vier Wänden zieht, wird es nicht nur ungemütlich, sondern auch teuer. Denn undichte Stellen in der Gebäudehülle (beispielsweise Fenster) treiben die Heizkosten in die Höhe und das Wohlbefinden in den Keller. Der Blower-Door-Test der Stadtwerke Düsseldorf spürt die Energielecks auf.

Was ist ein Blower-Door-Test?

Der sogenannte Blower-Door-Test (auch Differenzdruck-Messverfahren) dient dazu, die Luftdichtheit eines Gebäudes zu messen. Ziel ist es dabei, Schwachstellen in der Gebäudehülle ausfindig zu machen. Mithilfe eines Gebläses und speziellen Messgeräten testet ein Energieberater vor Ort, wo sich Undichtigkeiten im Haus befinden. Dabei wird für die Leckageortung wahlweise ein Überdruck oder Unterdruck mit einem Ventilator bzw. Gebläse im Gebäude erzeugt, der undichte Stellen und Mängel erkennen lässt. Für die Bewohner ergeben sich mit diesem Verfahren wertvolle Hinweise über die Luftdichtigkeit Ihres Gebäudes und folglich über Sanierungsmöglichkeiten und Einsparungsmöglichkeiten bei den Energiekosten.

Der Test (Die Blower-Door-Messung) eignet sich sowohl für Bestandsgebäude als auch zur Prüfung der Neubau-Qualität. Sind Schwachstellen erst einmal behoben, wirkt sich das nicht nur positiv auf Wohnkomfort und Heizkosten aus, auch der Wert des Hauses steigt mit seiner Energieeffizienz. Unternehmen profitieren ebenfalls von der Prüfung.

In Kombination mit einer professionellen Analyse der Wärmedämmung / Thermografie Ihres Gebäudes bieten sich somit gute Möglichkeiten zum Energiesparen bei einer Sanierung. Eine dichte Gebäudehülle gehört folglich zu den besten Tipps um dauerhaft effektiv Energie zu sparen .

Funktionsprinzip des Blower-Door-Tests

Gesetzliche Vorgaben für den Blower-Door-Test

Neue Gebäude müssen gewisse Anforderungen an Luftdichtheit erfüllen – so wird es im Teil 7 der deutschen DIN 4108 gefordert und mit entsprechenden Grenzwerten festgelegt. Die Energiesparverordnung (EnEV) setzt unter anderem Grenzwerte für die Luftwechselrate fest – also wie häufig das Luftvolumen des Gebäudes pro Stunde ausgetauscht wird. Ginge über Leckagen ein Großteil der zugeführten Energie verloren, würde der Neubau wichtigen Energieeffizienzkriterien nicht entsprechen. Der sogenannte n50 Wert hilft dabei, die Luftdichtheit von Ihrem Gebäude zu optimieren. Je geringer der n50 Wert Ihres Gebäudes bei der Blower-Door-Messung ausfällt, desto weniger Luft verliert die Gebäudehülle an typischen Leckagen wie beispielsweise Fenster und Türen. Man spricht auch von einer hohen bzw. niedrigen Luftwechselrate.

Für Einfamilienhäuser ohne Lüftungsanlagen gilt ein n50 Grenzwert von maximal 3,0 [1/h]. Das bedeutet, dass bei einer Überdruck bzw. Unterdruck von 50 Pa (Pascal) sich das Luftvolumen des Gebäudes maximal 3-mal pro Stunde austauschen darf. Bei Gebäuden mit Lüftungsanlage darf der Wert von 1,5 [1/h] nicht überschritten werden. Der Blower-Door-Test kann auch bereits bei einem Haus im Rohbauzustand durchgeführt werden.

Experten empfehlen, jeden Neubau oder Umbau einem Differenzdruck-Messverfahren zu unterziehen. Beim Passivhaus und Niedrigenergiegebäude ist die Luftdichtheitsmessung und dessen Nachweis ohnehin Pflicht. Auch wer eine Lüftungsanlage im Energiebedarfsausweis berücksichtigt wissen möchte, ist auf einen Dichtigkeitsnachweis angewiesen. Die genauen jeweiligen Messziele sind über die Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.

Mit den Stadtwerke wissen, woher der Wind weht

Bereits seit 2014 bieten die Stadtwerke Düsseldorf einen Blower-Door-Test an. Wer sein Zuhause vom Fachmann durchchecken lassen möchte, sollte zwischen ein bis zwei Stunden für die Messung einplanen.

Blower-Door-Test-Kosten

Die Kosten belaufen sich, je nach Aufwand, auf 279 Euro inkl. MwSt. Eine professionelle Auswertung mit Abschlussbericht sowie die einfache Leckage-Ortung sind im Preis enthalten.