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Ökologischer Fußabdruck

Sie wollen Ihren ökologischen Fußabdruck verringern? Fangen Sie damit an, ihn auszurechnen.

Be Green: Der ökologische Fußabdruck

In Zeiten von Klimawandel und "Fridays for Future" hat wahrscheinlich jeder den Ausdruck schon einmal gehört. Doch was bedeutet er eigentlich genau? Wir erklären es in diesem Artikel.

Fachlich gesprochen: Der ökologische Fußabdruck macht gesellschaftliche und individuelle Nachhaltigkeitsdefizite sichtbar, indem er verbrauchte und vorhandene Ressourcen zueinander in Beziehung setzt. Und damit das jeder versteht, fangen wir noch einmal ganz von vorne an.

Viele Rohstoffe, die wir als Menschheit verbrauchen, wachsen nach – aber bei Weitem nicht alle. Oder es braucht so lange, bis die Natur sie für uns nutzbar macht, dass ihre Entstehungszeit in keinem Verhältnis zu ihrem Abbau oder ihrer Ernte steht. Ein überspitztes Beispiel: Ein Jahrhunderte alter Baum fällt in wenigen Minuten einer Motorsäge zum Opfer, um daraus Pommesgabeln zu fabrizieren. Das Bewusstsein für dieses Ungleichgewicht wird immer größer.

Den ökologischen Fußabdruck verringern

Dass es so mit unserer Lebensweise nicht weitergehen kann, ist mittlerweile den meisten Menschen auf diesem Planeten mehr oder weniger klar. Auch wir als Stadtwerke Düsseldorf arbeiten daran, Ressourcen effektiver zu nutzen – sei es durch die Photovoltaik-Anlagen auf unseren Dächern oder dem Flughafengelände sowie vielen weiteren Projekten zu erneuerbaren Energien – und wir wollen unseren Beitrag hier in Zukunft noch deutlich steigern. Gerade wir als Versorgungsprofis wissen um die Dringlichkeit der Lage, doch fehlt vielen eine auch nur annähernd treffende Einschätzung von Größenordnungen beim Rohstoffeinsatz und -verbrauch – nicht nur im Hinblick auf die Energiegewinnung, auch bei der Güter- und Nahrungsmittelproduktion. Diese Einschätzung zu verbessern, dafür soll der ökologische Fußabdruck sorgen.

Jugendliche demonstrieren für eine ökologischere Lebensweise.
Durch die "Fridays for Future"-Kundgebungen ist der ökologische Fußabdruck ins allgemeine Bewusstsein gelangt.

Das Konzept des ökologischen Fußabdrucks wurde bereits 1994, also vor mehr als 25 Jahren, vom Schweizer Vordenker Mathis Wackernagel und dem kanadischen Wissenschaftler William Rees entwickelt. Es soll auf umfassende, jedoch einfach zu verstehende Weise veranschaulichen, dass sich Rohstoffeinsatz und -verbrauch vieler Menschen in einem Ungleichgewicht befinden. Weil der ökologische Fußabdruck Faktoren aus Essen, Wohnen, Konsum und Mobilität berücksichtigt, darf er nicht mit dem CO2-Fußabdruck verwechselt werden, von dem heutzutage noch öfter die Rede ist – dieser bezieht sich nur auf den von Menschen verursachten Ausstoß von Kohlendioxid.

Außenansicht des Biomasseheizkraftwerks in Garath.
Seit dem Bau einer neuen Fernwärmeleitung versorgt das Biomasseheizkraftwerk in Garath auch Benrath mit umweltfreundlicher Wärme.

Der ökologische Fußabdruck bringt den Vergleich

Der ökologische Fußabdruck stellt quasi ein Buchhaltungssystem für die Umweltressourcen unserer Erde dar. Auf der einen Seite wird gemessen, welche Flächen der Planet hat: Wälder, Felder, Meere, Wüsten, Weiden, Straßen und Städte – allen wird die ihnen angemessene sogenannte „biologische Produktivität“ angerechnet. Heraus kommt dabei die Biokapazität der Erde. Auf der anderen Seite der Gleichung wird berechnet, wie viel von dieser Biokapazität die Menschen nutzen bzw. verbrauchen. Energiegewinnung, Bauland, Viehzucht: Materielles Wirtschaften benötigt Fläche. Abfälle und Abgase müssen ebenfalls von der Umwelt verarbeitet werden.

Als Stadtwerke Düsseldorf sind wir uns natürlich bewusst, dass die Erzeugung von Strom und Wärme Ressourcen verbraucht. Aber damit wir alle diese zivilisatorischen Errungenschaften noch lange Zeit genießen können, arbeiten wir stetig daran, deren Nutzung so effizient wie nur möglich zu gestalten – etwa mithilfe klimafreundlicher, da in Kraft-Wärme-Kopplung gewonnener Fernwärme, wie wir sie beispielsweise in unserem eigenen Biomasseheizkraftwerk in Garath erzeugen.

Ökologischer Fußabdruck: Rechner aus dem Netz

Mit dem ökologischen Fußabdruck kann man diese beiden Seiten – wenn man so will: Angebot und Nachfrage – miteinander vergleichen. Wie viel Natur steht der stetig wachsenden Menschheit zur Verfügung? Wie viel braucht sie – nicht nur, um zu überleben, sondern zum Erhalt ihres Lebensstandards? Die Einheit in diesem System von Soll und Haben ist die biologisch produktive Fläche – zwecks Vergleichsmöglichkeit dargestellt in der Maßeinheit „globale Hektar“ (gha).

Im Internet gibt es mehrere Webseiten, auf denen Sie durch die Beantwortung einiger Fragen zu Ihren Lebensumständen Ihren persönlichen Fußabdruck berechnen können:

Der ökologische Fußabdruck macht mächtig Eindruck

Die Ergebnisse können je nach Angaben im Detail variieren, das Grundergebnis wird allerdings immer dasselbe sein: Vor allem in den westlichen Industrienationen sowie in den stark wachsenden Schwellenländern Indien und China verbraucht die Bevölkerung mehr Biokapazität als die Ökosysteme dauerhaft bereitzustellen in der Lage sind. Seit mehreren Jahrzehnten lebt die Menschheit bei der Natur dauerhaft auf Kredit – und es sieht nicht so aus, als würde sie ihre Schulden in nächster Zeit zurückzahlen können.

Bei fast 7 Milliarden Erdenbürgern beträgt die verfügbare Biokapazität derzeit 1,7 gha je Bewohner. Der ökologische Fußabdruck beträgt im Weltdurchschnitt aber jetzt schon 2,8 gha – Tendenz trotz aller Bemühungen steigend. Selbst durch umweltbewussten, ressourcenschonenden Konsum Einzelner kommt ein Deutscher kaum unter 4,0 gha. Die Menschheit nutzt also momentan so viel Natur, als hätte sie anderthalb Planeten Erde zu ihrer Verfügung. Das wird nicht nur für zukünftige Generationen zu einem Problem, die Folgen dieses überhöhten Verbrauchs kann man schon heute beobachten. So ist etwa in vielen Meeren und Seen der Fischbestand derart dezimiert, dass es kaum noch etwas zu fangen gibt. Während die Nachfrage steigt, nimmt das Angebot ab.

Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum – eine Grafik zeigt deren Anteile am durchschnittlichen Fußabdruck in Deutschland.
Ein Viertel des ökologischen Fußabdrucks entfällt aufs Wohnen, hierzu zählen Stromverbrauch und Heizenergie.

Verringern ist angesagt: individuelle und gesellschaftliche Verantwortung

Jeder Einzelne kann mit einer bewussteren, umweltschonenderen Lebensweise einiges bewegen.

So stehen rund 80 Prozent beim Ernährungsanteil des Fußabdrucks für tierische Lebensmittel – Veganer leben somit deutlich klimafreundlicher. Im Bereich Wohnen ist der größte Anteil die Heizenergie, – die wird von den Stadtwerken nicht nur erzeugt und geliefert, sondern wir beraten nicht nur unsere Kunden gerne über sämtliche Aspekte von Wärmeeffizienz und Energiesparsamkeit. Im Bereich Mobilität kommt man für einen möglichst geringen Abdruck um eine Bevorzugung klimaschonender Verkehrsmittel nicht herum – auf lokaler Ebene engagieren wir uns hier auf mehreren Ebenen, vom Elektroroller-Sharingangebot eddy bis zu Apps wie route D und dem Ride-Pooling-Service CleverShuttle; auf die eine oder andere Fernreise zu verzichten, hilft natürlich ebenfalls. Und auch beim alltäglichen Konsum können Sie selbst ansetzen: Langlebige Kleidung und regionale produzierte Lebensmittel sind hier die Hauptfaktoren.

Doch die persönliche Verantwortung allein kann nicht alles lösen. Es braucht wirtschaftlich verbindliche Vorgaben, wenn nötig auch gesetzliche Regelungen, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Die Stadtwerke Düsseldorf sind auf jeden Fall voll dabei; durch Ökostromtarife, durch Investitionen in innovative Technologie und durch Serviceleistungen zur Effizienzsteigerung. Denn als Grundversorger im Düsseldorfer Netzgebiet fühlen wir uns in besonderer Weise dazu verpflichtet, beim Thema ökologischer Fußabdruck nicht hinterherzuhinken, sondern das Tempo mitzubestimmen.

Auch mit der Gründung unserer auf erneuerbare Energien spezialisierten Tochtergesellschaft, der Grünwerke , haben wir uns zu 100 Prozent der Energiewende verschrieben. Und da der Klimawandel nicht allein in Düsseldorf aufgehalten werden kann, realisieren die Grünwerke bereits seit zehn Jahren in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft und Speicher Projekte deutschlandweit.

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