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Düsseldorf ist spitze in Sachen Nachhaltigkeit

Welchen Platz belegt die Landeshauptstadt in der jüngsten Nachhaltigkeitsstudie?

Der Düsseldorfer Fernsehturm ragt über grüne Baumwipfel

Die Herausforderungen, vor die Klimawandel und Umweltverschmutzung den gesamten Planeten stellen, machen nicht an Ländergrenzen halt. Es wird kein Weg daran vorbeiführen, diese Probleme in globalem Maßstab anzugehen. Doch muss irgendwo auf lokaler Ebene mit Gegenmaßnahmen begonnen werden, um unseren Lebensstandard auch in Zukunft bewahren und dabei die Lebensqualität sogar steigern zu können.

Stetig wachsende urbane Ballungszentren bieten sich hier zur Betrachtung an. In den verdichteten Wohn- und Arbeitsräumen der Städte sind die Herausforderungen für Verkehr und Gebäude, für Handel und Produktion wie unter einer Lupe am deutlichsten sichtbar – und hier zeigt sich deshalb auch am ehesten, ob und welche Erfolge durch Regelungen und Instrumente erreicht werden können.

Der grün bewachsene Mittelstreifen einer viel befahrenen mehrspurigen Straße inmitten der Stadt
Innovative Mobilitätskonzepte sind für eine nachhaltige urbane Verkehrsplanung unerlässlich

Vor diesem Hintergrund ist Anfang des Jahres eine Studie erschienen, welche die 25 größten Städte Deutschlands auf die Nachhaltigkeit des Verkehrs, das Angebot an nachhaltigen Geschäften sowie die Unterstützung der „Fridays for Future“-Demonstrationen vor Ort untersucht hat. Natürlich spielen hier noch mehr Faktoren eine Rolle, aber diese drei Bereiche geben Aufschluss, wie es in weiteren Sektoren dieser Städte aussieht. Die Förderung einer nachhaltigen Lebensweise wird zwar durch die Setzung bestimmter Rahmenbedingungen seitens der Regierungen von Bund, Ländern und Kommunen mit Anreizen versehen – auch wenn hier sicher noch Optimierungsbedarf vorhanden ist. Wichtig ist dann aber vor allem, wie Unternehmen und Bürger diese Vorgaben und Hilfestellungen mit Leben füllen. Die Analyse ist dabei zu folgendem Ergebnis gekommen:

Wie nachhaltig ist Düsseldorf?

Die Untersuchung hat aus den drei genannten Bereichen Verkehr, Shops und FFF-Support acht verschiedene Basisdaten erhoben und ausgewertet. Pro Variable ist jeweils ein Höchstwert von 25 Punkten erreichbar gewesen – insgesamt konnte eine Stadt also theoretisch mit 200 Gesamtpunkten bewertet werden. Auf dieser Basis hat Düsseldorf mit sehr respektablen 159 Punkten einen tollen 2. Platz erklommen und musste sich in der Endwertung lediglich Stuttgart geschlagen geben. Auf dem 3. Platz komplettiert München das Siegertreppchen.Stolz kann die Landeshauptstadt vor allem darauf sein, die NRW-Gruppe mit großem Abstand anzuführen. Düsseldorf ist die einzige Stadt Nordrhein-Westfalens in den Top Ten – erst auf Platz 12 folgt Erzrivale Köln (103 Punkte), während die etwas entfernteren Nachbarn Duisburg (54), Wuppertal (54) und Mönchengladbach (42) die drei Schlusslichter in der 25er-Tabelle darstellen.

Fridays for Future – Düsseldorfs Aktivisten ganz vorn

Besonders in der Kategorie „Umweltpolitisches Engagement“ liegt Düsseldorf als Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens an der Spitze des Rankings. Hier ist die die „Fridays for Future“-Bewegung bestens vernetzt und weist – gemessen an der Einwohnerzahl der Stadt – die meisten Follower in Social Networks wie Facebook, Twitter und Instagram auf. Außerdem sind die Social-Media-Accounts der Düsseldorfer FFF-Aktivisten am aktivsten, auch außerhalb des Internets: So haben einige der Mitglieder im Sommer letzten Jahres unser Erdgaskraftwerk Block „Fortuna“ besichtigt, um sich aus erster Hand über klimaschonende Kraft-Wärme-Kopplung zu informieren.

Geschadet hat sicher auch nicht, dass Oberbürgermeister Thomas Geisel die FFF-Bewegung mehrfach lobend erwähnt, selbst an Demonstrationen teilgenommen und städtischen Beschäftigten durch Freistellungen eine solche Teilnahme ebenfalls ermöglicht hat. Nicht zuletzt deshalb hat der Klimastreik im vergangenen September in Düsseldorf eine besonders hohe Resonanz erfahren.

Jugendliche bei einer „Fridays for Future“-Demonstration mit selbst gemalten Schildern
Düsseldorf wird völlig zu Recht als eines der deutschen Zentren der „Fridays for Future“-Bewegung bezeichnet

Düsseldorf macht nachhaltig mobil

Bei einem der Bewertungskriterien haben auch wir als Stadtwerke Düsseldorf unseren Anteil am guten Abschneiden unserer Stadt geleistet – nämlich bei der Anzahl an Ladesäulen für Elektroautos, gemessen an der Gesamtfläche der jeweiligen Stadt. Außerdem ist der Anteil an zugelassenen Elektro- und Hybridautos auf Basis von Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes ermittelt worden. Andere innovative Mobilitätsangebote haben bei der Vergabe der Rankingplätze leider keine Rolle gespielt, obwohl wir mit unseren Services wie „eddy“, „route D“ und „CleverShuttle“ sicherlich auch zur Entlastung des innerstädtischen Individualverkehrs und damit zur Reduzierung seiner Emissionen beitragen.

Wahrscheinlich hätte Düsseldorf in der Kategorie „Verkehr“ sogar noch besser abgeschnitten, wenn das entscheidendste Kriterium hier nicht so ein großes Gewicht bekommen hätte beziehungsweise anders gewertet worden wäre: die Preise für Tickets im öffentlichen Nahverkehr. Aufgrund der in Düsseldorf überdurchschnittlich hohen Lebenshaltungskosten ist die Monatskarte für Erwachsene hier eben vergleichsweise teuer. Hätte man den Preis beispielsweise mit dem Durchschnittseinkommen der Düsseldorfer in Beziehung gesetzt, wäre sicherlich ein noch etwas besseres Ergebnis drin gewesen.

Mode- und Einkaufsstadt Düsseldorf auch nachhaltig?

Auch die Nachhaltigkeit der Einkaufsmöglichkeiten ist zur Bewertung der Städte herangezogen worden. In dieser Kategorie ist etwa die Anzahl an Bioläden pro Quadratkilometer gezählt worden und es ist analysiert worden, wie hoch der Anteil an Restaurants ist, die für Veganer oder Vegetarierinnen geeignet sind. Auch Secondhandgeschäfte und solche, die ihre Waren unverpackt – also ohne Verpackungsmüll zu produzieren – anbieten, sind ermittelt worden.

Eine Frau begutachtet die Kleidungsauswahl in einem Modegeschäft
Wenn das Angebot stimmt, müssen Nachhaltigkeit und Shopping keine Gegensätze sein

Auf der Shoppingmeile Königsallee würde man diese Sichtweise wohl als zu einseitig ablehnen. Argumente wie: Besonders hochwertige Designerprodukte seien eine Anschaffung fürs ganze Leben und daher per se nachhaltiger als die Fast Fashion billiger Modeketten – für solche Überlegungen hat die Studie keinen Raum gelassen. Dennoch kann man festhalten, dass Düsseldorf im Bereich des Sustainable Shoppings im Vergleich zu Berlin, München oder Frankfurt noch ein wenig Nachholbedarf hat.

Was die Studie zur Nachhaltigkeit von Städten nicht abbildet

Alle der Studie zugrunde liegenden Daten sind nicht vor Ort erhoben worden, sondern stammen aus dem Internet von Plattformen wie Google Maps oder TripAdvisor. Das mag im Einzelnen zu Ungenauigkeiten führen, allgemeine Zustände und Entwicklungen lassen sich jedoch ganz gut aus den Untersuchungsergebnissen ableiten, die Sie sich im Detail hier selbst ansehen können.

Aus unserer Sicht, der eines lokalen Versorgungsunternehmens, fehlt natürlich die besonders wichtige Kategorie „Wohnen“. Allein das gesamte Themenfeld Wärme – von der Erzeugung bis zur Verwendung – bietet noch großes CO2-Einsparpotenzial. Etwa durch Fernwärme mit ihrem Primärenergiefaktor 0 und eine konsequente Gebäudedämmung lässt sich die Umweltbelastung innerhalb der Stadtgrenzen deutlich reduzieren. Ohne sie wäre das ausgegebene Ziel „Klimaneutrale Stadt 2035“ nicht zu erreichen. Hier befindet sich Düsseldorf zweifelsohne auf dem richtigen Weg, sodass es bei der nächsten Studie hoffentlich zum absoluten Spitzenplatz reicht. Bis dahin ist uns die Vizemeisterschaft ein hervorragender Ansporn, unsere Bemühungen in Zukunft noch zu verstärken.

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