WohnKultur

Der Regenmacher im Badezimmer – ein Plädoyer für die Dusche

Die Dusche bietet Erfrischung und Wellness gleichzeitig. Wenn man weiß, worauf es ankommt.

Die Dusche, der Regenmacher im Badezimmer

Praktisch in jeder Wohnung gibt es eine Dusche. Manchmal verstohlen in der Ecke, ein anderes Mal als Extra zur Badewanne. Badewannenbesitzer vertreten oft die Meinung, eine Wanne sei mehr wert als eine Dusche. Schließlich könne man sich in ihr ausgiebig entspannen. Tatsächlich sind die Preise für Wohnungen mit Badewanne höher als für solche „nur“ mit Dusche. Zu Recht?

Es ist wie immer mit Dingen, die man jeden Tag nutzt und die ihren Dienst ohne Leid zu klagen erledigen – der Durchschnittsbürger dankt es ihnen nicht. Die Dusche ist so ein Vertreter. Meistens dort im Badezimmer untergebracht, wo noch Platz war, erfrischt sie den Wohnungsbesitzer, bevor er in den Tag startet. Das ist ein unschätzbarer Dienst, den viele Menschen gar nicht so wahrnehmen. Woran liegt das? Gibt es eine Anti-Dusch-Lobby? Fast könnte man das meinen, wenn man Gespräche von Hausbesitzern oder Mietern belauscht, wenn sie über ihre Badezimmer prechen. „Wir haben ja ein tolles Badezimmer mit einer schicken Wanne!“ „Wir haben ja nur eine Dusche.“ Da stellen sich unweigerlich ein paar Fragen: Ist eine Dusche wirklich so viel weniger wert als eine Badewanne? Woher kommt es, dass die Dusche im Status offensichtlich so viel niedriger steht als ihre Kollegin, die Badewanne?

Vorhang auf

Zugegeben, in den meisten Fällen fristet die Dusche eine Art Mauerblümchendasein. Das liegt daran, dass gerade in Mietwohnungen die Mieter mit dem Leben müssen, was da ist. Wer steckt schon einige Hundert Euro in eine aufwendige Sanierung der vorhandenen Dusche, wenn es nicht sein Eigentum ist? Eben. Aber – das Duscherlebnis lässt sich bereits mit einem deutlich kleineren Budget geradezu dramatisch steigern. Das fängt schon mit der Optik an. Die Zeiten langweiliger Duschvorhänge sind vorbei. Es gibt mittlerweile nichts, was es nicht gibt. Für Krimifans bietet sich beispielsweise ein weißer Vorhang an – passt zu jeder Kachelfarbe –, auf dem der Schattenriss einer duschenden Schönheit zu sehen ist sowie das Messer eines Killers. Sieht aus wie eine Szene aus Hitchcocks „Psycho“. Wer es lieber bunt will, findet so ziemlich alles, was vorstellbar ist – bunte Flecken, Kreise, Vierecke. Sehr pfiffig in besonders kleinen Badezimmern – Duschvorhänge mit eingenähten Taschen. In denen lassen sich dann beispielsweise Shampoo und andere Utensilien unterbringen, die jeder für sein Duschbad benötigt. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Im Inneren der Dusche bleibt mehr Platz. Je nachdem welche Ausführung des Duschvorhangs gewählt wurde, schimmern die Farben der in ihm steckenden Verpackungen durch und sorgen für nette Farbtupfer. Egal, ob Killerduschvorhang, bunter Vorhang oder Utensilienhalter – mehr als 40 Euro muss niemand auf den Tisch legen. Übrigens: Experten empfehlen, Duschvorhänge –besonders in schlecht zu lüftenden Badezimmern – mindestens einmal im Jahr zu wechseln. Meistens beginnen dann Schimmelsporen mit ihrem unschönen Werk auf Textilien. Auch wenn es noch nicht direkt zu sehen ist.

Aus der Not eine Tugend machen – manchmal können Dusche und Badewanne auch friedlich nebeneinander existieren. Besonders schön, wenn dann der Duschvorhang passend auf die Farbenwelt des Badezimmers abgestimmt ist.

Aus der Not eine Tugend machen – manchmal können Dusche und Badewanne auch friedlich nebeneinander existieren. Besonders schön, wenn dann der Duschvorhang passend auf die Farbenwelt des Badezimmers abgestimmt ist.

Stabil wie eine Telefonzelle

In vielen Wohnungen haben Duschkabinen der Wahl des eigenen Duschvorhangs ein Ende bereitet. Duschkabinen scheinen auf den ersten Blick zahlreiche Vorteile gegenüber dem Stück Stoff oder Kunststoff zu haben, das bislang das Badezimmer vor einer Überflutung rettete. Beispielsweise schließen sie so dicht, dass wirklich kein Tropfen mehr nach draußen dringt. In Sachen Stabilität können sie es sicherlich mit einer Telefonzelle aufnehmen. Leider in vielen Fällen auch mit deren Optik. Denn besonders die Duschkabinen aus Acryl bieten in Sachen Einblick und Anblick vielfach nur Tristesse! Etwas besser ist es bei den teureren Duschkabinen aus Glas. Hier haben sich die Designer darauf verständigt, mit matten Streifen die Stellen des Duschenden zu verdecken, die nicht für jeden sichtbar sein sollten. Wobei sich dabei immer die Frage aufdrängt: Wer ist alles im Badezimmer, wenn geduscht wird? In den meisten Fällen dürfte es sicherlich eh nur eine Person oder Familienmitglieder sein. Der Schamfaktor hält sich hier also in Grenzen. Und die meisten Badezimmer reichen platztechnisch nicht für den Bau einer Tribüne aus, auf der fremde Leute dem Treiben unter dem Duschkopf zusehen. Hinzu kommt, dass eine gute Kabine eh von innen beschlägt, wenn es warm wird. Baddesigner empfehlen den Kauf einer Kabine mit klarem Glas. Denn klares Glas ist auf den ersten Blick nicht zu sehen und lässt so das Badezimmer größer erscheinen. Bei besonders kleinen Badzimmern sind Duschkabinen mit Falttüren denen mit einer großen Tür vorzuziehen. Auch Falttüren lassen das Zimmer größer erscheinen. Die Annahme, Badezimmer würden noch größer, wenn die Duschkabine Falttüren aus Glas besitze, kann leider nicht untermauert werden.

Duschkabinen haben aber – vor allem in Badezimmern mit schlechten Belüftungsmöglichkeiten – immer den Nachteil, dass sie relativ viel Pflege benötigen. Denn sonst erscheint sehr schnell Schimmel in den Fugen. Daher sollte nach dem Duschen der Griff zum Abzieher quasi automatisch erfolgen. Mit diesem werden Wasserrückstände auf dem Glas – auch gut gegen Kalkrückstände – und auf den Fliesen entfernt. Die Fugen sollten dann mit einem trockenen Tuch abgerieben werden. Und nicht vergessen – die Türen nach dem Duschen offen lassen, damit die Dusche abtrocknet.

Zitat Anfang

Die Dusche ist so was wie der Hidden Champion in Sachen Erholung

Zitat Ende

Ein Duschkopf ist ein Duschkopf ist ein Duschkopf

Für viele Nutzer einer Dusche besteht das tägliche Duschbad einzig und allein darin, das Wasser in der richtigen Temperatur abregnen zu lassen. Das ist sicherlich in Ordnung, dabei kann die Dusche noch so viel mehr. Denn die Dusche ist so etwas wie der Hidden Champion, wenn es um die Erholung geht. Vergessen Sie an dieser Stelle die Erzählungen der Badewannenbesitzer, wie gut ein langes Bad in der Wanne tut. Denn jede Dusche lässt sich mit ein paar Euro zu einem wahren Wellnesstempel tunen. Das Geheimnis liegt im Kopf. Genau genommen – im Duschkopf. Denn moderne Duschköpfe können heute viel mehr als solche vor 20 Jahren. Die einfachste Übung ist beispielsweise, die Härte des Wasserstrahls zu verändern. Solche als „Massageköpfe“ bezeichneten Brausen lassen sich über einen Ring am Duschkopf selbst einstellen. Lieber einen harten Strahl in der Mitte oder viele weiche? Kein Problem, ein Dreh reicht aus. Wer etwas mehr Geld in die Hand nimmt, bekommt solche Köpfe, die das Wasser pulsieren lassen können. Damit liefert die Dusche kostenfrei eine Wassermassage mit, die besonders Büromenschen mit Rückenproblemen auf die Sprünge helfen kann. Wer im Hinblick auf die Optik etwas Außergewöhnliches sucht, der sollte zu LED-Duschköpfen greifen. Rote und blaue LEDs im Duschkopf färben das Wasser entsprechend der Temperatur ein. Schimmert das Wasser blau, ist es kalt, wirkt es rot, ist es besonders heiß. Mehr als ein Gimmick ist dies allerdings nicht. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Regenduschen. Diese Duschköpfe verfügen über besonders große Löcher, das Wasser fällt aus ihnen wie bei einem Regenguss. Freunde dieser Duschen behaupten, damit werde das Waschen zu einem sehr naturverbundenen Erlebnis. Na dann.

Moderne Duschköpfe können mehr, als nur Wasser in unterschiedlicher Stärke spritzen lassen. Einige haben sogar eine Massagefunktion eingebaut, die aus jedem Duschgang eine Wellnesseinheit macht.

Moderne Duschköpfe können mehr, als nur Wasser in unterschiedlicher Stärke spritzen lassen. Einige haben sogar eine Massagefunktion eingebaut, die aus jedem Duschgang eine Wellnesseinheit macht.

Wer denkt, damit ist das Thema Wellness in der Dusche durch, der irrt. Denn es gibt noch eine Funktion, mit der die Dusche alle Badewannen dieser Welt aussticht: Dampf! Dazu wird zwar mehr Budget benötigt, aber das kann sich schnell rechnen. Genau genommen handelt es sich bei einer solchen Dusche um eine herkömmliche Dusche mit allen bekannten Funktionen. Sie kann aber eben auch Dampf erzeugen, sodass sich die Duschkabine innerhalb kurzer Zeit auf Knopfdruck in eine Dampfsauna verwandelt. Auf Wunsch sind solche Dampfduschen auch mit Lichttherapie erhältlich.

Die Dusche ist und bleibt das Chamäleon im Badezimmer

Gerade im Badezimmer will jeder Zentimeter gut genutzt sein. Nach wie vor ist es unverständlich, warum der Raum, in dem wir so viele Stunden unseres Lebens verbringen, zu den kleinsten Räumen in der Wohnung oder im Haus gehört. An dieser Tatsache kann die Dusche nichts ändern, aber sie kann den Raum am sinnvollsten nutzen. Duschwannen sind heute fast in jeder Form und Größe zu finden. Das ist ein großer Pluspunkt, denn so lassen sich Duschen tatsächlich in jedem noch so kleinen Badezimmer unterbringen. Beispielsweise in einer Ecke. Hinzu geht der Trend zu ebenerdigem Einstieg. Gerade für die ältere Generation oder Menschen mit einem Handicap das schlagende Argument gegenüber der Badewanne. Wäre die Dusche ein Tier, sie wäre sicherlich ein Chamäleon. Denn auch das kann kaum eine Badewanne – sich so nahtlos in das Ambiente eines Badezimmers einfügen. Egal welcher Vorhang oder welche Kabine im Einsatz ist.

Hier muss sich die Dusche nicht verstecken und bekommt den Platz, der ihr gebührt. Im Trend sind große tellerförmige Regenduschen, die das Wasser aus der Höhe wie bei einem Sommerregen prasseln lassen.

Hier muss sich die Dusche nicht verstecken und bekommt den Platz, der ihr gebührt. Im Trend sind große tellerförmige Regenduschen, die das Wasser aus der Höhe wie bei einem Sommerregen prasseln lassen.

Der Faktencheck zeigt: Besitzer von Duschen müssen keine Minderwertigkeitskomplexe gegenüber Badewannenbesitzern haben. Im Gegenteil. Die Dusche verwandelt sich bereits mit wenigen Handgriffen zu einem multifunktionalen Wellnesstempel auf kleinstem Raum, der jede Badewanne links liegen lässt.

Gutes Wasser ist wichtig, nicht nur zum Duschen

In Düsseldorf sorgen die Stadtwerke dafür, dass das Wasser immer die bestmögliche Qualität hat. Aber haben Sie sich schon mal gefragt, was alles getan wird, damit aus Ihrer Dusche wirklich frisches Wasser rieseln kann?

Eintauchen in die Wasserwelt