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Smarter Wasserhahn: Was Badezimmer- und Küchenarmaturen alles können

Einfach nur warmes oder kaltes Wasser aus dem Hahn war gestern. Die Armaturen von morgen haben noch deutlich mehr drauf.

Frauenhände füllen ein Glas mit Wasser am Trinkwassersprudler

Wasser ist ein zentrales Element in unser aller Leben – und auch neben der Funktion als Trinkwasser nicht aus unserem Alltag wegzudenken. Durchschnittlich 122 Liter Wasser verbraucht jeder Deutsche täglich. Sprudelwasser aus dem Hahn, eine personalisierte Dusche und eine smartphonegesteuerte Badewanne – unsere Armaturen zu Hause werden smarter. Wir stellen Ihnen die neuesten Entwicklungen vor.

Dem Wasserhahn, wie wir ihn kennen, geht’s an den Kragen. Immer mehr Unternehmen entwickeln Produkte, die unsere Armaturen in Küche und Bad optimieren, digitalisieren, ja sogar revolutionieren sollen. Das Ziel: Wasser sparen und gleichzeitig den Plastikmüll reduzieren.

Infografik Leitungswasser vs. Mineralwasser
Im direkten Vergleich schneidet das Wasser aus dem Hahn besser ab.

Pfiffige Wasserhähne für Ihre Küche

Einfach nur ein Hahn? Da kräht ebendieser schon lang nicht mehr nach. Multifunktional muss er heute sein. Und das haben sich auch die Marken Grohe und Brita gedacht. Denn ihre Produkte ermöglichen Ihnen, verschiedene Mineralwasser direkt aus dem Wasserhahn zu servieren: still, medium oder sprudelnd? Kalt oder warm? Hierzu wird einfach die Armatur ausgetauscht und das Sprudelaggregat unter die Spüle gestellt. Fertig. Begießen Sie Ihren Abschied vom Kistenschleppen und die Plastikmüllvermeidung im eigenen Haushalt mit einem edlen Tropfen aus dem eigenen Hahn.

Unser Tipp: Die Hersteller bieten oft zusätzliche Filter an. Informieren Sie sich beim Wasserversoger, ob diese notwendig sind. Auf alle Fälle müssen diese dann nach Herstellerangaben regelmäßig getauscht werden!

Smarter Wasserhahn mit kohlensäurehaltigem Wasser im Glas daneben.
Mit dem Wasserhahn Yource Pro Extra von Brita gibt es das Wasser mit unterschiedlichem Kohlensäuregehalt direkt aus der Armatur. ©Pressefoto Brita

Haben Sie auch einen klobigen, verkalkten Wasserkocher in der Küche stehen, der nirgendwo so richtig hinpassen will? Wie praktisch wäre es, wenn das kochende Wasser direkt aus dem Wasserhahn fließen würde – und das ohne zeitliche Verzögerung? Was nach einer Innovation klingt, bietet die Firma Quooker tatsächlich schon seit den 1970er Jahren an, aber der damalige Entwicklungsstand ist mit dem heutigen selbstverständlich nicht vergleichbar: Durch innovative Hochvakuum-Isolation spart man sowohl Wasser als auch Energie. Ihr Produkt wird ganz einfach zwischen die vorhandene Armatur und den Wasserzulauf montiert – und schon läuft’s.

Tipp: Achtung: Verbrühungsschutz für Kleinkinder nicht vergessen!

Eine Frau in Rot, die einen smarten Wasserhahn in einer roten Küche bedient, um kochendes Wasser in eine Teetasse laufen zu lassen.
Der Quooker Fusion Square macht einen zusätzlichen Wasserkocher überflüssig, denn er liefert das kochende Wasser ohne Anlaufzeit direkt aus dem Hahn. ©Quooker

Smarte Duschen für mehr Komfort und weniger Wasserverbrauch

Denken Sie an Ihre morgendliche Dusche: Sie betreten die Kabine, schalten das Wasser ein. Aus Reflex halten Sie den Duschkopf dorthin, wo Sie das noch eiskalte Wasser nicht erreicht. Jetzt drehen Sie den Hebel Richtung Maximalhitze, wodurch Ihr Duschwasser viel zu schnell von eiskalt zu kochend heiß wechselt. Es ist häufig Millimeterarbeit, bis die für Sie angenehme Temperatur erreicht ist. Woher wir das wissen? Weil es uns allen so geht. Und so werden bereits zu Beginn literweise Wasser und Nerven vergeudet. Selbstverständlich können Sie an diesem „Ritual“ festhalten; wenn Sie aber hören, dass bei einer zehnminütigen Dusche ungefähr so viel Wasser in den Abfluss fließt, wie im ganzen Jahr Sprudelwasser Ihre Kehle runter, lohnt es doch, über eine Alternative nachzudenken.

Google Home auf einer Küchenarbeitsplatte.
Mit Google Home steuern Sie smart Ihre Dusche oder Badewanne: Die Temperatur sowie Wasserzu- und -abfluss regulieren – alles ist möglich. ©Google

Das Unternehmen Livin Life möchte dieses Problem mit seinem Kickstarter-Projekt ein für alle Mal lösen: Mit ihrer Livin Shower haben sie eine smarte Duscharmatur entwickelt, die den Wasserverbrauch senkt und Ihnen die unfreiwillige morgendliche Wechseldusche erspart. Die Livin Shower merkt sich nämlich die von Ihnen gewählte Temperatur, sammelt Ihre Vorlieben und erstellt Ihr persönliches Duschprofil. Auch die unterschiedlichen Brausefunktionen lassen sich abspeichern. Ein weiterer Benefit sind die Choreographien, die via App erstellt werden können. Innerhalb der Choreographien lassen sich nicht nur Temperatur und Brause speichern, sondern sogar Abläufe: Wer zum Wachwerden neben pechschwarzem Kaffee gnadenlose Wechselduschen braucht oder die Temperatur beim abendlichen Duschen gern langsam hochfährt, muss das nicht mehr manuell einleiten. Wenn Ihnen all das noch zu wenig ist, dann suchen Sie doch ein Gespräch mit Ihrer Dusche: In Kombination mit Amazon Alexa oder Google Home wird die Sprachsteuerung Ihrer Brause möglich: „Okay Google, Peter möchte duschen“ wird gefolgt von einer Benachrichtigung auf dem Smartphone: „Ihre Dusche ist bereit.“ Und endet mit der anschließenden Auswertung Ihres Duschverhaltens. Eine App, die selbstverständlich Teil jeder Smart Shower ist, wertet anschließend Ihren Wasserverbrauch aus und gibt Empfehlungen zu einer Routine.

Auch die Freunde der Badewanne hat die technische Entwicklung nicht vergessen. Die smarte Badewanne ViegaMultiplex verzichtet auf den Wasserhahn und lässt das Wasser elegant und leise über den Wannenboden einlaufen – und das Ganze auf Knopfdruck auf dem Smartphone. Nach einem stressigen und arbeitsreichen Tag können Sie also schon auf dem Heimweg das Badewasser einlaufen lassen. Auch die gewünschte Temperatur lässt sich durch das mit dem Smartphone verbundene WLAN-Modul aus der Ferne bestimmen. Auch das Abfließen lässt sich via Smartphone einleiten.

Hightech für das stille Örtchen

Duschen lässt sich nicht nur unter der Brause, denn auch Toiletten gibt es mit Duschfunktion. Was in Asien zur standardisierten Körperhygiene gehört, bahnt sich bei uns erst langsam seinen Weg. Elektronische Toiletten lassen sich nicht nur via Fernbedienung vorheizen und reinigen, auch die Duschfunktion bietet mehrere Möglichkeiten. Beim Smartmi-Toilettensitz der asiatischen Firma Xiaomi beispielsweise können Sie individuell die Intensität und Temperatur des Wasserstrahls bestimmen. Ein großes Plus: Die Toilette desinfiziert und putzt sich zudem ganz von allein. Doch clever ist noch nicht smart genug: Das Modell Kohler Konnekt des US-Unternehmens Kohler lässt sich sogar via Sprachbefehl spülen und vorwärmen. Natürlich kann es sich auch selbst via UV-Desinfektion oder Warmwasserreinigung säubern. Hygiene meets Komfort. Wenn Sie es übrigens ganz genau wissen wollen, ist BioTracer der Firma Duravit zu empfehlen: Diese Vorrichtung ist in der Lage, Ihren Urin auszuwerten. Mithilfe eines integrierten Teststreifens können zum Beispiel pH-, Nitrit- und Proteinwerte gemessen werden. Diese werden dann ans Smartphone gesendet und schon sind Sie bestens informiert. Bisher gibt es diese intelligente Toilette allerdings nur als funktionstüchtigen Prototypen.

Eine Frau, die sich im Baumarkt smarte Wasserhähne anschaut.
Wer auf smarte Armaturen umrüsten möchte, sollte sich auf jeden Fall von Fachleuten beraten lassen.

Sprudelwasser für Betriebe, Schulen, öffentliche Einrichtungen und Arztpraxen

Nicht jeder Mensch mag stilles Wasser – doch als Mineralwassertrinker muss man schon lange nicht mehr in den nächsten Getränkemarkt rennen. Mit einem Trinkwassersprudler wie dem Soda Jet verwandeln Sie kinderleicht stilles Leitungswasser in mild-sprudelndes oder spritzig-prickelndes Tafelwasser.

Die einfache Bedienung und das robuste Design machen den Soda Jet ideal für Büros, Praxen oder auch öffentlichen Einrichtungen. Das ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch günstiger als bereits abgefüllte Wasserflaschen. Eine einzige 10-Kilo-Kohlensäureflasche reicht für etwa 1.500 Liter frisches Tafelwasser. Da unser Leitungswasser stets auf Reinheit und Verträglichkeit geprüft wird, kann bedenkenlos auf Plastikflaschen verzichtet und auf den Soda Jet umgestiegen werden.

Soda Jet: Aus Leitungswasser wird Sprudelwasser
Der Soda Jet macht aus Leitungswasser Sprudelwasser. ©Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH

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