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Das EU-Energielabel – Eine Gegenüberstellung alt zu neu

Was Sie zum Update des Energielabels 2021 und zu Energieklassen von Elektrogeräten wissen sollten

Frau begutachtet Küchenmaschine anhand des Energielabels

Wenn das schnarrende Rasseln des Kühlschranks lauter ist als der Tatort im TV, kann es das Ende einer langen Freundschaft einläuten – und den Beginn einer Suche. Wenn es mit dem „Erbstück“ jeden Moment aus sein kann, muss ein neuer Kühlschrank her. Wenn als neuer Kühlschrank ein Sparwunder statt ein Energiefresser gefragt ist, sollte man sich mit dem Energielabel befassen.

Sicher ist Ihnen das Energielabel mit den bunten Energieeffizienzklassen an diversen Elektrogeräten auch schon einmal aufgefallen. Zum 1. März 2021 startete hier die Umstellung auf eine komplett neue Energieverbrauchskennzeichnung. Wir klären über wesentliche Neuerungen auf und bringen Ihnen die Unterschiede zwischen den Energieeffizienzklassen näher

In einem Küchenfachgeschäft sind Waschmaschinen oder Trockner zum Verkauf in der Mitte des Verkaufsraums aufgestellt, umgeben von Kühlschränken und Küchenmöbeln
Augen auf beim Waschmaschinenkauf: Es kann sein, dass bei einer als sparsam ausgezeichneten Waschmaschine nur der Ökowaschgang Energie und Wasser spart.

Was bedeuten Energielabel und Energieeffizienzklassen überhaupt?

Um den Energieverbrauch von Elektrogeräten leichter vergleichbar zu machen und stromsparende Modelle zu fördern, hat die EU 1998 das EU-Energielabel mit den Energieeffizienzklassen (kurz EEK) A bis G eingeführt. Die Skala greift hierbei verschiedene Farbtöne auf: von Dunkelgrün (= sehr gut) bis Rot (= sehr schlecht) und ermöglicht so eine schnelle Orientierung für Verbraucher, wie energieeffizient ein Produkt ist. Die Kennzeichnung erfolgt durch Etiketten auf den Produkten.

Da die Geräte seit Einführung des Energielabels immer sparsamer wurden und die allermeisten Geräte ein A erhielten, wurde die Bestnote in A, A+, A++ und A+++ aufgeteilt. Dank wachsender Energieeffizienz hat sich das System in Sachen Sparsamkeit also längst selbst überholt. Das Energielabel, das bei zahlreichen Produktgruppen schlussendlich die Energieklassen A+++ bis D anzeigte, war nicht mehr aussagekräftig, da sich die meisten Geräte dank erheblicher Verbesserung bei der Energieeffizienz in den letzten Jahren in den obersten Energieeffizienzklassen befanden. Durch die vielen Pluszeichen hinter der Klasse A wurde das System auch für Verbraucher immer undurchsichtiger.

Ein älterer Mann studiert das bunte Energielabel auf einem Kühlschrank, der in einem Geschäft neben noch mehr weißer Ware steht.
Das klare Design des Energielabels mit den Klassen A bis G funktioniert eher schlecht als recht, seit immer sparsamere Geräte die Messlatte höher gelegt haben. Wer unsere Tipps kennt, kann das Label auch noch in der A+++-Ära deuten.

Update des Energielabels 2021

Mit dem überarbeiteten Energielabel wurde das mittlerweile überholte System mit mehreren Pluszeichen hinter der Klasse abgeschafft und auf eine angepasste Skala von A bis G zurückgesetzt. Ab dem 1. März 2021 ist es zunächst für folgende Produktgruppen gültig:

  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen
  • Waschtrockner
  • Kühlschränke
  • Gefriergeräte
  • Kühl-Gefrierkombinationen
  • Fernseher und Monitore

Für Lampen erfolgt die Umstellung erst im September 2021. Bei anderen kennzeichnungspflichtigen Elektrogeräten wie beispielsweise Backöfen, Staubsaugern und Wäschetrocknern tritt sie voraussichtlich erst ab 2024, bei Heizungen sogar erst 2026 ein. Der Prozess zur Umstellung wurde durch Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2017/1369 zur Energieverbrauchskennzeichnung bereits 2017 angestoßen.

Mit der Umstellung haben sich auch die Messmethoden geändert. Die Kilowattstundenwerte des neuen Energielabels können deshalb nicht mit denen des alten gleichgesetzt werden. Zudem bleibt die beste Energieeffizienzklasse A bei Einführung zunächst frei, sodass es für die Zukunft Spielraum nach oben gibt. In einigen Produktklassen, in denen eine besonders starke Entwicklung absehbar ist, bleibt auch Energieklasse B zunächst frei. Laut EU-Verordnung soll die Mehrzahl der Produkte die Energieeffizienzklasse A erst nach frühestens zehn Jahren erreichen. Demnach werden Sie zunächst keine Geräte in der besten Energieeffizienzklasse eingeordnet finden. Deswegen sind die Geräte selbst in ihrer Energieeffizienz nicht schlechter geworden, die niedrigerer Einordnung liegt lediglich an der Umstellung des Systems.

Was sich auf dem Energielabel geändert hat

Bei einigen Geräten sind auf dem EU-Energielabel neue Piktogramme zu sehen, welche neben dem Energieverbrauch zusätzliche Produktinformationen wie Angaben zum Wasserverbrauch pro Waschzyklus bei Waschmaschinen oder Geräuschemissionen liefern. Diese sollen den Produktvergleich für den Verbraucher weiter vereinfachen. In Folge der Umstellung haben sich die bereits zuvor vorhandenen Piktogramme etwas verändert. Ein weiterer neuer Bestandteil des Energielabels ist ein QR-Code in der oberen rechten Ecke. Hierüber können Verbraucher weitere Produktinformationen durch den Scan mit dem Smartphone abgerufen werden. Die abrufbaren Daten stammen aus einer ebenfalls neuen EU-Produktdatenbank, dem European Product Registry for Energy Labelling (kurz EPREL).

Die Einteilung der Energieeffizienzklassen auf dem Energielabel wird in unterschiedlichen Produktgruppen vorgenommen, da es hierfür jeweils unterschiedliche Bewertungskriterien gibt. Auf dem Energielabel ist immer auch der gewichtete Energieverbrauch als absolute Zahl unter den Balken der Energieeffizienzklassen vermerkt. Was sich genau auf dem Energielabel geändert hat, machen wir im Folgenden anhand einer Gegenüberstellung in der Produktgruppe Kühl- und Gefriergeräte deutlich.

EU-Energielabel 2021: Beispiel Kühlgerät
Das EU-Energielabel im Vergleich am Beispiel eines Kühlgeräts. © www.co2online.de

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