WohnKultur

Raum ist in der kleinsten Hütte

Die besten Tipps für kleine Wohnungen

Mit einem Raumtrenner oder Paravent schafft man gemütliche Bereiche.

Haben Sie schon mal recherchiert, wie Sie aus Ihrem Wohnraum das meiste herausholen können? Wer auf wenig Raum wohnt, sucht regelmäßig nach Ideen, um seinen 42 Quadratmetern noch geheime Zwischenräume entlocken zu können. Leider wiederholen sich Tipps à la „helle Farben vergrößern den Raum optisch“ und am Ende ist man nicht wirklich schlauer. Das soll sich jetzt ändern.

Denn wer wirklich in einem kleinen Apartment wohnt, kann über viele Fundstücke zum Thema nur lachen. Die Fotos zu den Artikeln sehen alle aus, wie in 100-Quadratmetern-Wohnparadiesen geschossen, die wie lichtdurchflutete Ballsäle anmuten. Gemeinsamkeiten mit der eigenen Wohnhöhle lassen sich selten finden. Und auch authentischen Problemstellungen wie „Bücherstapeln leicht gemacht: optimale Unterbringung im schwedischen Bücherregal“ oder „Gezielt dekorieren und trotzdem Platz haben“ begegnet man nicht. Zeit also für eine pragmatische Herangehensweise an kleine Wohnungen – und was man wirklich machen kann, wenn gerade kein professioneller Beleuchter für große Raumwirkung sorgt.

Wohnraum in der Großstadt

Die Rechnung des modernen Großstadtmenschen ist einfach: Je näher die Wohnung am Arbeitsplatz in der Stadt liegt, desto höher wird die Miete. Dafür wird Zeit für An- und Abfahrt eingespart, man kann länger schlafen und die Lebensqualität wird erhöht. Der Preis dafür ist meistens eine kleinere Wohnung und weniger Balkon oder Grünfläche. Denkt man normalerweise nach der Ausbildungszeit, dass die WG-Zeiten lange vorbei sind, stellt man plötzlich fest, dass das Apartment, das zum Einstiegsgehalt passt, doch nur doppelt so groß ist wie die Studentenbude. Und auch wenn man mehr Geld zur Verfügung hat: Wie viel Zeit verbringt man überhaupt in der Wohnung und wie viel des Wohnraums nutzt man überhaupt? Viele Berufstätige – gerade Singles – sind meistens nur zum Schlafen zu Hause oder benutzen dann gerade den Platz vor dem TV? Da stellt sich schnell die Frage: Brauche ich überhaupt eine große Wohnung? Vor allem hat eine kleine Wohnung neben den finanziellen Vorteil noch einen weiteren – sie wirkt direkt gemütlicher.

Was sollte man vor dem Einzug in eine kleine Wohnung beachten?

Die Aufteilung ist bei kleinen Wohnungen das A und O. Jeder sollte sich vorher im Klaren sein, wo er viel Platz verbraucht. Auch wenn Kleinraumbewohner regelmäßig Entsetzensrufe aufgrund von 4-Quadratmeter-Küchen oder abstellkammergroßen Badezimmern vernehmen, sind viele damit sehr glücklich. Beim Kochen braucht nur eine Person Platz, und solange eine Person unter der Dusche stehen kann, ist alles gut. Dafür hat man mehr reine Wohnfläche, auf der Hobbykram, Kissen und Hocker für Gäste und viele Bücher Platz haben. Kocht man aber gerne zu zweit oder hat eine Vorliebe für 3-Gänge-Menüs, sollte man sich doch für eine größere Küche entscheiden. Aber andersherum sollte man nicht in eine 15-Quadratmeter-Küche investieren, wenn man nie kocht, sondern immer auswärts isst. Dinge, über die man sich bei der Wohnungsbesichtigung Gedanken machen sollte. Insbesondere, wenn man sich verkleinert. Aber auch, wenn es die erste „echte“ Wohnung ist: In kleineren Wohnungen lässt sich weniger Zeug anhäufen. Das ist kein Geheimnis. Haben Sie eine Sammelleidenschaft? Dann überlegen Sie sich im Vorfeld, ob Sie die mit Ihrer neuen Wohnung in Einklang bringen können.

Kleine Wohnungen einrichten

Viele lernen bereits in der Schule, dass helle Farben optisch vergrößern, dunkle verengen. Und auch, wenn dieser Tipp immer wieder auftaucht, ist er tatsächlich zu beherzigen. Werden neue Möbel angeschafft, sollten sie nach Möglichkeit hell sein. Auch wenn Sie ansonsten eher zu schwarzen Dingen tendieren. Was hingegen dunkel sein kann, ist der Boden. Dafür sollte die Grundfarbe der Wände hell sein. Das streckt. Lassen Sie sich von Tipps wie wenig Bilder und wenig Muster nicht verunsichern. Denn das Wichtigste an einer kleinen Wohnung ist die Persönlichkeit.

„Das Wichtigste an einer kleinen Wohnung ist die Persönlichkeit.“

Sie mögen es bunt? Sie mögen wilde Muster? Dann leben Sie es aus. Hängen Sie Fotos an Ihre Wände. Aber am besten so, dass unterschiedliche Bereiche entstehen. Hängen in einer Ecke die Familienfotos und in einer anderen moderne Gemälde, entsteht der Eindruck unterschiedlicher Wohnbereiche und der Raum wirkt größer. Auch weil es mehr zu sehen gibt. Hier gilt eben nicht der optische Eindruck. Sondern Charakter.

Praktische Raumlösungen

Denkmuster wie „das ist das Wohnzimmer und das ist das Schlafzimmer“ sind bei kleinen Wohnungen unpraktisch. Lernen Sie um: Das könnte meine Sportecke sein, hier male ich, da sehe ich fern und dort ist mein Arbeitsbereich. Machen Sie einen Plan, wie Sie Ihre Zeit verbringen und für welche Ihrer Aktivitäten Sie wirklich Platz brauchen. Und dann gucken Sie, wie Sie den vorhandenen Platz clever aufteilen können. Am besten auch optisch. Entweder durch Raumteiler, unterschiedliche Farb- und Deko-Elemente oder Teppiche. Eine Malecke mit Staffelei wird durch eine Unterlage abgegrenzt. Der Schreibtisch mit Stuhl in einer Ecke des Wohnzimmers positioniert und mit motivierenden Bildern abgesetzt. Ein Paravent oder Spiegel ist besonders im Schlafzimmer eine smarte Möglichkeit, um einen Teil zu Umkleidezimmer, Nähecke oder Gästebereich umzuwandeln. Gleichzeitig sind Paravents auch optische Hingucker und können den eigenen Stil noch mal betonen. Spiegel hingegen sind wieder ein Mittel, um den Raum optisch zu vergrößern, während die Rahmengestaltung zur Persönlichkeitsbildung der Wohnung beiträgt. Und vergessen Sie nicht den Flur! Wenn Sie wollen, kann er mehr sein als ein Eingangsbereich.

Ein Raum, viele Möglichkeiten. Frühstück am Bett zum Beispiel.
Ein Raum, viele Möglichkeiten. Frühstück am Bett zum Beispiel.

Wie werden Türen und Fenster richtig eingesetzt?

In kleinen Wohnungen gilt: Türen sind unwichtig. Hängen Sie die Türen aus, auf die Sie verzichten können, schon haben Sie Platz gewonnen. Auch Fenster spielen eine wichtige Rolle. Denn durch die Fenster dringt das Licht ein, das Ihre Wohnung optisch vergrößern kann. Meiden Sie also dunkle Vorhänge. Wollen Sie Licht nutzen, aber die Einsicht verhindern, ist Milchglasfolie eine Option. So beklebt gelangt Licht herein, aber niemand sieht, was Sie in Ihrer Küche machen. Auch Rollos sollten hell sein oder farbliche Akzente setzen.

Mit Spiegeln lassen sich Räume optisch vergrößern. Und sie sind ein tolles Deko-Element.
Mit Spiegeln lassen sich Räume optisch vergrößern. Und sie sind ein tolles Deko-Element.

DIY-Ideen für kleine Wohnungen

Bei den Möbeln sollten Sie generell auf Doppellösungen setzen: Tische mit Unterschrank, Betten mit Bettkasten, Hocker mit Stauraum. Lassen Sie sich nicht von stylishen Designstücken blenden – es sei denn, Sie haben sich wirklich in eins verliebt. Und Sie frönen keiner Sammelleidenschaft, mit der Sie Ihre Wohnung teilen müssen.

Das Schöne an kleinen Wohnungen: Es gibt viel, dass Sie selbst machen können. Hier ein paar DIY-Tipps zur Inspiration:

  • Schrauben Sie Rollen unter Kleinmöbel, bei denen es sich anbietet. So bleiben Sie flexibel in der Raumgestaltung und können bei Besuch umdekorieren.
  • Nutzen Sie Ihre Wände! Hängemappen aus dem Büro lassen sich mit etwas Geschick und coolem Papier als bunte Collage gestalten und an die Wand hängen. Schon haben Sie Deko-Element und Aufbewahrungsmöglichkeit in einem.
  • Kartons oder Weinkisten lassen sich verzieren und als Regal oder Raumteiler einsetzen. Sie sollten so gewählt sein, dass sie sich stapeln und neu positionieren lassen.
  • Haben Sie einen Flur? Häufig ist hier mehr Wohnraum versteckt, als man nutzt. Statt einer Garderobe können Sie hier auch Stehtisch, Hobbyecke oder Buchecke unterbringen. Denn nur, weil ein Flur traditionell eher leer steht, kann man denn Platz ja dennoch für sich nutzen. Platzsparende Garderobenhaken lassen sich übrigens prima aus Absätzen von Damenschuhen machen.
  • Ist die Bohrmaschine Ihr Freund? Installieren Sie Haken mit Dübeln in der Decke und überlegen Sie sich Hängevorrichtungen. Zum Beispiel ein Seil mit beweglichen Haken oder auch Wäscheklammern, das Sie als Garderobe nutzen können. Oder ein einzelnes Brett als Ablagefläche. Das ist besonders praktisch, wenn die Wände sich nicht zur Montage eignen.

Haben Sie jetzt auch schon Ideen, was Sie zu Hause optimieren könnten? Denn eine kleine Wohnung einrichten heißt nicht, sich einschränken zu müssen, sondern ein gemütliches Zuhause zu schaffen, für das es immer neue Lösungen gibt. Wer diesen Gedanken beherzigt, wird schnell feststellen, dass seine kleine Wohnung zum kuscheligen Treffpunkt wird. Und Sie sich auf jeden Fall zu Hause fühlen.