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Ein Mädchen sitzt auf einer Fensterbank und wärmt sich an einer Heizung auf. © Tang Ming Tung / DigitalVision via Getty Images

Verschiedene Heizarten – für ein gut gewärmtes Zuhause

Öl, Gas, Holz, Solarenergie oder Umweltwärme: Beim Heizen kommen verschiedene Energiequellen zum Einsatz.

Philipp Meidl|Zuletzt aktualisiert am: 12. Januar 2026

Ob Neubau oder Sanierung – die Wahl der passenden Heizungsart will gut überlegt sein. Denn sie beeinflusst nicht nur Ihre Energiekosten, sondern auch die Umweltbilanz Ihres Zuhauses. Doch welche Heizarten gibt es überhaupt? Wie unterscheiden sie sich in Sachen Kosten, Effizienz und Nachhaltigkeit? Und worauf sollten Sie bei der Entscheidung achten? Wir stellen Ihnen die wichtigsten Heizarten vor.

Welche Heizarten gibt es?

Von Erdgas über Öl bis hin zu Umweltwärme: Welcher Energieträger die wohlige Wärme in die eigenen vier Wände bringt, unterscheidet sich in Deutschland von Haushalt zu Haushalt. Neben den bekannten Gas- und Ölheizungen spielen inzwischen vor allem Wärmepumpen und Fernwärme eine große Rolle beim Heizen. Jedes Heizsystem hat eigene Stärken und eignet sich für unterschiedliche Gebäude und Ansprüche. 

Wärmepumpe: nachhaltig heizen mit Umweltwärme

Die Wärmepumpe nutzt thermische Energie, die in Luft, Wasser oder Erde gespeichert ist – also Energie, die ohnehin da ist. Nur der Betrieb des Kompressors, der zur Wärmeerzeugung genutzt wird, sowie Pumpen und Steuerung benötigen Strom. Je niedriger die Vorlauftemperatur der Heizung eingestellt werden kann, desto effizienter arbeitet eine Wärmepumpe. Daher eignet sich sich besonders für Fußbodenheizung und gut gedämmte Gebäude. Allerdings gibt es inzwischen immer mehr Lösungen und Beispiele für ältere Gebäude mit normalen Heizkörpern, in denen sehr erfolgreich und kostengünstig Wärmepumpen eingesetzt werden. Wird sie mit Ökostrom betrieben, ist sie nahezu klimaneutral. Für Bestandsbauten, die noch höhere Vorlauftemperaturen benötigen, bieten sich sogenannte Hybridlösungen an, bei denen die Wärmepumpe durch eine Gastherme oder andere Systeme ergänzt wird.

Energiespartipps fürs Heizen

Mit nur wenigen Handkniffen können Sie Ihren Energieverbrauch schon deutlich senken und damit Ihren Geldbeutel schonen. Unsere Heiztipps helfen Ihnen dabei.

Zu den Heiztipps

Techniker mit Tablet bei der Inspektion einer modernen Wärmepumpe. © StockSeller_ukr / iStock / Getty Images Plus via Getty Images

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Fernwärme – klimafreundliche Wärme aus der Nachbarschaft

Eine Frau steht beim Telefonieren an einer Heizung und schaut aus dem Fenster.
Besonders in den kühleren Jahreszeiten ist Wärme purer Wohnkomfort. © elenaleonova / E+ via Getty Images

Wenn Sie mit Fernwärme heizen, profitieren Sie von einer effizienten und umweltschonenden Energieversorgung. Fernwärme wird in Düsseldorf nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugt. Demnach ist sie ein Nebenprodukt aus der Stromgewinnung, das besonders effektiv genutzt wird.

Ein weiterer Pluspunkt: Haushalte, die an das Fernwärmenetz angeschlossen sind, benötigen keinen eigenen Heizkessel. Stattdessen erzeugt ein zentrales Kraftwerk thermische Energie, die über Leitungen zu den Verbraucher:innen strömt. Dabei handelt es sich in der Regel um heißes Wasser von teilweise mehr als 100 Grad Celsius, das durch die Wärmenetze fließt. Über eine Wärmeübergabestation gelangt die Fernwärme schließlich in das hauseigene Heizungsnetz.

Fernwärme funktioniert in allen Gebäuden und mit allen Heizflächen, egal ob Fußbodenheizung, Heizkörper oder eine Mischung aus beidem. Im Betrieb ist Fernwärme die Heizart mit dem geringsten Aufwand: Es wird kein Schornstein benötigt und auch die Überprüfung und Wartung, die jährlich bei der Heizung durchgeführt werden sollte, fällt deutlich geringer aus.

Der Anschluss an die Fernwärme wird in Deutschland von verschiedenen Programmen gefördert.

Fermwärme: Fernwärmerohre beim Sonnenuntergang

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Informieren Sie sich zu den Möglichkeiten dieser klimafreundlichen Wärmeversorgung.

Gasheizung – altbewährte Heiztechnik

Die Gasheizung ist nach wie vor die meistverbreitete Heizart in Deutschland. Moderne Gas-Brennwertheizungen nutzen die eingesetzte Energie besonders effizient. Sie sind relativ günstig in der Anschaffung, benötigen wenig Platz und lassen sich auch mit erneuerbaren Energien – etwa einer Wärmepumpe oder Solarthermie – kombinieren.

Der große Nachteil: Erdgas ist ein fossiler Energieträger und trägt zur CO₂-Bilanz bei. Daher dürfen sie nach einer Übergangszeit nur betrieben werden, wenn der Anteil an Biogas entsprechend hoch ist. Die Anlage muss dafür nicht umgebaut werden, denn das Biogas unterscheidet sich nur in der Entstehung von Erdgas und wird über das Gasnetz verteilt. Expert:innen gehen in den kommenden Jahren von steigenden Erdgaspreisen aus, wenn der europaweite Handel mit CO2-Zertifikaten auch für Erdgas greift.

Holz und Pellets: Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen

Zwei Hände halten Pellets einer Pelletheizung, die im Hintergrund sichtbar ist.
Eine Pelletheizung nutzt den Brennstoff Holz auf moderne Art. © Stefano Mardigali / Moment via Getty Images

Holz ist ein klassischer Brennstoff, der heutzutage primär in Form von Pellets als Energieträger genutzt wird. Pellets werden meist aus Holzspänen oder anderen Holzabfällen zu einer kleinen, näherungsweise zylindrischen Form gepresst. Bei der Pelletheizung müssen Sie also keine Holzscheite nachlegen, damit es in Ihrer Wohnung warm bleibt. Stattdessen werden die gleichmäßig geformten Pellets aus dem Lager automatisch in den Kessel transportiert und dort verbrannt. Über einen Wärmetauscher wird Wasser wie bei einer Erdgas- oder Ölheizung im Heizkreis erhitzt und die Wärme gelangt so anschließend in Ihren Wohnraum.

Bei Holzheizungen kommen Hackschnitzel zum Einsatz. Diese getrockneten Holzreste sind günstiger als Pellets und vor allem in waldnahen Regionen der Brennstoff der Wahl. Meist gibt es diese Variante der Holzheizung erst in größeren Gebäuden. Im Kombikessel können Pellets, Hackschnitzel, Scheitholz und teilweise auch Briketts kombiniert verbrannt werden.

Solarthermie: Unterstützung durch die Sonne

Die Solarthermie basiert auf der Erwärmung von Wasser durch Sonneneinstrahlung. Das Wasser fließt dabei durch Kollektoren auf dem Dach. Da die Sonne aber nur tagsüber und nicht an allen Tagen gleich stark scheint, reicht die Solarthermie nicht als alleiniges Heizsystem aus. In der Regel wird sie mit einer anderen Heizanlage, zum Beispiel einer Wärmepumpe oder Gasheizung, kombiniert. In vielen Fällen konkurriert die Solarthermie mit der vielfältiger einsetzbaren Erzeugung von Strom aus einer Photovoltaikanlage um den Platz auf dem Dach.

Heizarten: Solarthermie auf dem Dach
Die Solarthermie-Anlage lässt sich gut mit weiteren Heizarten kombinieren. © KangeStudio / iStock via Getty Images

Weitere Heizarten

Blockheizkraftwerk: Strom und Wärme zugleich

Moderne Blockheizkraftwerke (BHKW) werden mit Erdgas oder Biogas betrieben. Ein Generator wandelt die bei der Verbrennung erzeugte Energie in Strom um. Die anschließend übrig bleibende Wärme wird so weit wie möglich durch einen Wärmetauscher als Heizenergie genutzt. Diese Kraft-Wärme-Kopplung macht sie besonders effizient. Im Wohnungssektor ist diese Heizart wenig verbreitet. In den letzten Jahren hat sich allerdings ein Trend zu immer kleineren Blockheizkraftwerken durchgesetzt.

Nachtspeicherheizung: aus Strom wird Wärme

Die Nachtspeicherheizung arbeitet mit Strom und speichert Wärme in einem eingebauten Speichermaterial, meist Schamottsteinen. Sie lädt sich nachts mit günstigerem Nachtstrom auf und gibt die Wärme tagsüber in den Raum ab. Früher galt sie als moderne Lösung, heute ist sie wegen der hohen Strompreise weniger beliebt und gilt als unkomfortabel.

Ölheizung: zuverlässig, aber bald Geschichte

Ölheizungen sind in vielen älteren Gebäuden noch vorhanden. Sie bieten zwar eine hohe Heizleistung und funktionieren unabhängig vom Gasnetz, allerdings sind sie klimaschädlich, wartungsintensiv und langfristig sogar nicht mehr erlaubt. Der Einbau neuer Ölheizungen ist mittlerweile nur noch in Ausnahmefällen zulässig. Aus diesem Grund lohnt sich der Austausch alter Öl-Heizkessel gegen moderne Heizungsysteme wie eine Wärmpumpe oder eine Pelletsheizung. Ab Mitte 2026 dürfen Ölheizungen nur noch als Hybridsysteme eingebaut werden – also etwa in Kombination mit Solarthermie oder Wärmepumpe.

Welches Heizsystem lohnt sich am meisten?

Gasheizung
AnschaffungskostenMittel
BetriebskostenMittel mit steigender Tendenz
UmweltbilanzFossil daher mittlere CO2-Bilanz
WartungsaufwandGering
Geeignet für...Bestehende Gebäude mit Gasanschluss
Fernwärme
AnschaffungskostenMittel bis hoch
BetriebskostenMittel
UmweltbilanzAbhängig von Energiequelle
WartungsaufwandSehr gering
Geeignet für...Stadtnahe Gebiete mit Netzanschluss
Wärmepumpe
AnschaffungskostenHoch
BetriebskostenNiedrig
UmweltbilanzSehr gut, mit Ökostrom nahezu klimaneutral
WartungsaufwandGering bis mittel
Geeignet für...Neubauten, gut gedämmte Gebäude, sanierte Häuser, alle anderen mit genauer Begleitung durch Handwerker:innen oder Energieberater:innen
Holz- / Pelletheizung
AnschaffungskostenHoch
BetriebskostenNiedrig bis mittel
UmweltbilanzAnnäherungsweise klimaneutral bei nachhaltiger Herkunft
WartungsaufwandMittel bis hoch
Geeignet für...Gebäude mit Platz für Lagerung
Solarthermie
AnschaffungskostenMittel (als zusätzliches Heizsystem)
BetriebskostenSehr niedrig
UmweltbilanzErneuerbar, keine Emissionen
WartungsaufwandGering
Geeignet für...In Kombination mit anderen Heizarten
Blockheizkraftwerk (BHKW)
AnschaffungskostenHoch
BetriebskostenNiedrig bis mittel
UmweltbilanzEffizient durch gleichzeitige Wärme- und Stromerzeugung
WartungsaufwandMittel bis hoch
Geeignet für...Mehrfamilienhäuser und Betriebe
Nachtspeicherheizung
AnschaffungskostenNiedrig
BetriebskostenHoch
UmweltbilanzAbhängig von Stromquelle
WartungsaufwandGering
Geeignet für...Wohnungen ohne zentrale Heizung, Ferienhäuser
Ölheizung
AnschaffungskostenMittel bis hoch
BetriebskostenNiedrig bis mittel
UmweltbilanzHohe Emissionen, da fossiler Brennstoff
WartungsaufwandMittel bis hoch
Geeignet für...Bestehende Altbauten oder als Hybridlösung

Welche Heizart ist die richtige für mich?

Die passende Heizart zu finden, hängt von vielen Faktoren ab: Wohnsituation, Energiepreise, vorhandene Anschlüsse – und natürlich vom persönlichen Umweltbewusstsein. Hier sind die wichtigsten Tipps und Orientierungshilfen für unterschiedliche Lebenslagen.

Für Hausbesitzer:innen

Wer ein eigenes Haus besitzt, kann die Heizart auswählen. Wichtig ist, den Zustand des Gebäudes und die Dämmung im Blick zu behalten.

  • Neubauten: Bei Neubauten sind Wärmepumpen meist die erste Wahl. Sie arbeiten effizient und klimafreundlich, besonders in Kombination mit einer Fußbodenheizung und Photovoltaikanlage.

  • Bestandsgebäude: In Bestandsgebäuden kann eine Modernisierung Schritt für Schritt erfolgen. Eine Ökobilanz eines Gebäudes mit Gas-, Öl- oder Pelletheizung lässt sich durch  eine Wärmepumpe und mit einer Photovoltaikanlage ergänzen. Solche Hybridsysteme erhöhen die Effizienz und senken langfristig die Kosten. Durch zukünftige energetische Sanierungen steigt die Nutzung der Wärmepumpe immer mehr.

Für Bauende

Wer neu baut, kann von Anfang an auf Zukunft setzen. Moderne Effizienzstandards verlangen ohnehin einen hohen Anteil erneuerbarer Energien.

  • Wärmepumpen sind Standard in Neubauten – am besten kombiniert mit Photovoltaik und auch einer Wallbox.

  • Fernwärme bietet sich an, wenn in der Nähe eine Leitung liegt und ein Anschluss möglich ist.

  • Blockheizkraftwerke oder gemeinschaftliche Wärmelösungen (z. B. Quartiersnetze) können sich lohnen, wenn mehrere Gebäude versorgt werden sollen.

Zukunft des Heizens: Wohin geht die Reise?

Heizen wird in Zukunft deutlich grüner, digitaler und vernetzter. Der Wandel betrifft nicht nur neue Gebäude, sondern auch bestehende Heizsysteme. 

Ein zentraler Baustein ist die Dekarbonisierung, also der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. In Zukunft werden Biogasanteile im Erdgas zunehmend verpflichtend. So bleiben Gasheizungen oder Blockheizkraftwerke weiter nutzbar – aber klimafreundlicher. Wie sich die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff entwickelt, lässt sich heute noch nicht sagen. Auch Strom aus erneuerbaren Quellen spielt eine wachsende Rolle: Wärmepumpen werden nahezu klimaneutral, wenn sie mit Ökostrom betrieben werden. In Städten wird Fernwärme zunehmend zur tragenden Säule der Energiewende. Große Anlagen können effizient Abwärme aus Industrie, Rechenzentren oder Müllverwertung nutzen.

Wer also heute in eine moderne Heizung investiert, profitiert nicht nur von niedrigerem Verbrauch, sondern macht sein Zuhause fit für die Zeit nach Öl und Gas.

Wärmewende starten – mit neuer Heizung

Wer jetzt modernisiert, spart Energie und schützt das Klima. Wir erklären Ihnen, wann sich ein Austausch Ihrer Heizung lohnt und wie der Heizungswechsel abläuft.

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