Vom ersten städtischen Gaswerk bis zu sauberem Trinkwasser
Alles begann mit dem Jahr 1866, als das erste städtische Gaswerk seinen Betrieb aufnahm, um die Straßenbeleuchtung auf solide Füße zu stellen. Bereits ein Jahr später ließ eine Choleraepidemie die Notwendigkeit einer zentralen Wasserversorgung dringlich werden. 160 Jahre später sind es Themen wie die Dekarbonisierung unserer Wärmeversorgung, der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und die sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Für uns als Versorgungsunternehmen ist es die wichtigste Aufgabe, die Menschen in der Stadt nicht nur zu versorgen, sondern Wandel und Entwicklung verantwortungsvoll zu prägen.

Ab 1866 knipsen die Stadtwerke das Licht an und lassen Wasser fließen

65.000 Einwohner:innen in Düsseldorf freuen sich, dass die erste zuverlässige Straßenbeleuchtung installiert wird. Mit Gas aus der ersten kommunalen Gasanstalt an der Luisenstraße werden die Straßen erhellt und die Stadt sicherer gemacht. 42 Arbeiter und sechs Beamte sind beteiligt an diesem ersten Kapitel städtischer Energieversorgung.

1870 erhält Düsseldorf als eine der ersten Städte innerhalb der sogenannten Rheinprovinz eine zentrale Wasserversorgung. Die bisherige Versorgung u.a. aus Regensammelanlagen hatte bei wachsender Bevölkerungszahl zu einer Choleraepidemie geführt. Ende Januar 1870 ist die zehn Kilometer lange Hauptrohrleitung bis zu einem auf der Hardt errichteten Hochbehälter fertig verlegt. Am 1. Mai 1870 fließt das erste städtische Wasser kristallklar in die Düsseldorfer Haushalte.

Doch die Menschen wollen mehr, sie wollen auch Strom. Noch vor dem Beginn des neuen Jahrtausends entsteht 1891 auf dem Gelände am Höherweg das 17. Elektrizitätswerk in Deutschland. Das bedeutet nicht nur die Geburtsstunde des Kraftwerks Flingern, sondern auch der Elektromobilität, denn 1896 fährt die erste elektrische Straßenbahn durch die Stadt.
Das neue Jahrtausend bringt die Fernwärme

Bereits 1928 liefert das Kraftwerk in Flingern nicht nur Strom, sondern auch Fernwärme. Die zentrale Lage eignet sich ideal, die bei der Energieerzeugung entstehende Wärme zu nutzen und per Rohrleitung in die Wohnungen zu liefern. Zunächst wird nur die Badeanstalt an der Kettwiger Straße versorgt, aber seit 1964 profitieren auch Unternehmen und Wohnungen davon.
Auch heute werden Teile der Innenstadt vom Kraftwerk Flingern aus mit Fernwärme beheizt, allerdings ist die Müllverbrennungsanlage mittlerweile der große Heißdampfproduzent. Über eine 800 Meter lange Leitung wird der rund 500 Grad Celsius heiße Dampf ins Heizkraftwerk Flingern gelenkt. Dort erzeugt eine hocheffiziente Turbine nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung bis 55 Megawatt (MW) Strom und 100 MW. Durch die Nutzung der Energie des Abfalls werden rund 90 Millionen Kubikmeter Erdgas – wertvolle Primärenergie – eingespart.
Fernwärme wird auch im Düsseldorfer Süden zum Erfolgsmodell. 1960 hat der Düsseldorfer Stadtrat den Stadtwerken den Auftrag erteilt, Garath mit Fernwärme aus Warmwasser für Raumheizung und Warmwasserbereitung zu versorgen. Die erste Wärme wird 1962 in die Häuser geschickt. Ab 2006 wird zurückgebaut, denn am selben Standort soll ein umweltschonendes Biomassekraftwerk entstehen, das in Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme produziert. Es geht 2007 planmäßig in Betrieb.
Amt 81 oder die Stadtwerke Düsseldorf bekommen ihren Namen
Anfang der 1930er-Jahre erhält das Versorgungsunternehmen ganz offiziell den Namen “Stadtwerke Düsseldorf” und wird zum Amt. So soll es aber nicht bleiben: Für das Amt 81, wie die Stadtwerke innerhalb der Stadtverwaltung heißen, schlägt die letzte Stunde am 18. Dezember 1972. Am nächsten Tag steht das städtische Unternehmen als Aktiengesellschaft auf eigenen Füßen.
An der öffentlichen Verpflichtung der Stadtwerke hat sich damit nichts geändert. An den Mehrheitsverhältnissen schon. 2001 verkauft die Stadt 29,9 Prozent ihrer Anteile für die stolze Summe von 875 Millionen D-Mark an den Karlsruher Energie-Riesen EnBW, 2005 weitere 20,05 Prozent. Damit ist die EnBW bis heute im Besitz von 54,95 Prozent der Anteile, die Gas- und Elektrizitätswerke (GEW) Köln besitzen 20 Prozent und die Stadt hält eine Sperrminorität von 25,05 Prozent.

Die Stadtwerke Düsseldorf antworten auf wachsenden Energiehunger

Nach dem Zweiten Weltkrieg steigt der Energieverbrauch teilweise um 20 Prozent jährlich. Ein neues Kraftwerk auf der Lausward soll Abhilfe schaffen. Von 1955 bis 1977 wird das Steinkohlekraftwerk immer wieder erweitert bis zu einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt. Das Kraftwerk Lausward liegt ideal, um Düsseldorf mit Energie zu versorgen. Die zentrale Energieversorgungsanlage wird immer wieder ausgebaut, modernisiert und mit Umweltschutzmaßnahmen ertüchtig.

Der große Wurf gelingt 2016 mit der Inbetriebnahme von Block “Fortuna”. Das hocheffiziente Erdgaskraftwerk hat eine elektrische Leistung von rund 595 Megawatt und einen Wirkungsgrad von mehr als 61 Prozent bei der reinen Stromerzeugung. Mit der Nutzung der vorhandenen Wärmeenergie für das Fernwärmenetz der Stadt Düsseldorf wird der Gesamtnutzungsgrad auf 85 Prozent erhöht. Damit ist die Anlage eine der effizientesten weltweit. Und es ist schwarzfallfähig: Im Fall eines übergreifenden Stromausfalls ist das Kraftwerk in der Lage, die Landeshauptstadt eigenständig mit Energie zu versorgen.
Strom, Wasser, Wärme und noch viel mehr
Versorgung heißt für die Menschen, dass ihre Anforderungen an ein lebenswertes Dasein in der Stadt erfüllt werden. Sie soll im besten Sinne unauffällig sein und dabei bezahlbar. Gleichzeitig muss den steigenden Ansprüchen gerecht werden insbesondere an denen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit.
160 Jahre Stadtwerke Düsseldorf bedeuten 160 Jahre Wandel und Entwicklung. Vom ersten Gaslicht im Jahr 1866 bis hin zu den Ladebordsteinen für eine smarte Elektromobilität, mit denen wir 2025 gestartet sind. Es sind stete Investitionen in bestehende Infrastrukturen und kluger Ausbau unserer Versorgungsnetze.

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