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Housing First in Düsseldorf: Wohnen als erster Schritt aus der Obdachlosigkeit

Erst ein Zuhause, dann weitere Hilfe: Housing First setzt in Düsseldorf auf dauerhaften Wohnraum und individuelle Begleitung.

Obdachlosigkeit bedeutet mehr als ein fehlendes Dach über dem Kopf: Oft gehen auch Sicherheit, Privatsphäre und Perspektive verloren. Genau hier setzt Housing First an. Betroffene erhalten zuerst eine eigene Wohnung – ohne klassische Vorbedingungen. In Düsseldorf wird der Ansatz durch Housing First Düsseldorf e. V. umgesetzt, der Wohnraum, Sozialarbeit und privates Engagement verbindet.

Housing First in Düsseldorf: Das Wichtigste in Kürze

  • Housing First bedeutet: Eine eigene Wohnung steht am Anfang der Hilfe, nicht am Ende.

  • Der Ansatz richtet sich besonders an Menschen, die dauerhaft oder wiederholt auf der Straße leben.

  • Nach dem Einzug werden die Menschen durch Sozialarbeiter:innen begleitet.

  • In Düsseldorf setzt Housing First Düsseldorf e. V. den Ansatz gemeinsam mit Partnern aus Sozialarbeit, Stadtgesellschaft und Wohnungswirtschaft um.

  • Im Juni 2026 wurde in Düsseldorf die 150. Wohnung im Rahmen des Projekts erreicht.

  • Damit das Konzept weiter wachsen kann, braucht es Wohnraum, Vermieter:innen, Unterstützer:innen und starke Partner in der Stadtgesellschaft.

Was bedeutet Housing First – und warum steht die Wohnung am Anfang?

Zelte unter einer Brücke als Schlafplatz obdachloser Menschen Kazim Yildirimli via Getty Images
Obdachlosigkeit bleibt in Düsseldorf eine sichtbare soziale Herausforderung: Bei der Nachtzählung im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft des Amtes für Migration und Integration vom 30.10.2025 wurden 857 obdachlose Menschen in Düsseldorf gezählt. © Kazim Yildirimli via Getty Images

Housing First heißt übersetzt: „Wohnen zuerst“. Der Ansatz dreht die klassische Reihenfolge der Wohnungslosenhilfe um: Menschen müssen sich nicht erst über mehrere Hilfestufen für eine eigene Wohnung „qualifizieren“, sondern erhalten direkt dauerhaften Wohnraum. Die Wohnung ist damit keine “Belohnung” am Ende eines Hilfesystems, sondern die Grundlage für Sicherheit, Stabilität und neue Perspektiven. Denn wer auf der Straße lebt, muss jeden Tag Grundsätzliches organisieren: einen Schlafplatz, Schutz, Essen oder Hygiene. Unter diesen Bedingungen ist es schwer, gesundheitliche Probleme, Behördentermine, Schulden oder persönliche Krisen anzugehen. Eine eigene Wohnung schafft einen geschützten Ort, an dem Menschen ankommen können.

Housing First bedeutet dabei nicht Hilfe ohne Begleitung. Nach dem Einzug werden die Menschen weiter unterstützt – freiwillig, individuell und alltagsnah. Dazu können Gespräche mit Sozialarbeiter:innen, Hilfe bei Behörden, Unterstützung bei finanziellen Fragen oder Begleitung im Alltag gehören. Ziel ist, dass Menschen ihre Wohnung langfristig halten und wieder mehr Sicherheit im eigenen Leben gewinnen.

Housing First im Detail

Housing First in Düsseldorf: Wie das Konzept umgesetzt wird

In Düsseldorf setzt Housing First Düsseldorf e. V. das Konzept gemeinsam mit Partnern aus Sozialarbeit, Stadtgesellschaft, privatem Engagement und Wohnungswirtschaft um. Der Verein wurde 2021 gegründet und wird von der Stadt Düsseldorf gefördert. Sein Ziel ist es, obdachlose Menschen dauerhaft in Wohnungen zu bringen und sie beim Wohnungserhalt zu begleiten.

Die Entwicklung zeigt, wie groß die Wirkung sein kann: Nach Angaben der Stadt Düsseldorf wurde im Januar 2024 die 50. Wohnung übergeben, später die 100. und im Juni 2026 die 150. Wohnung. Damit wird Housing First in Düsseldorf nicht nur als soziale Idee sichtbar, sondern als konkreter Weg aus der Obdachlosigkeit.

Informationen für Wohnungssuchende

Warum Wohnraum der entscheidende Faktor ist

Sozialarbeit kann viel leisten. Doch ohne verfügbaren Wohnraum stößt auch das beste Konzept an Grenzen. Deshalb sind Vermieter:innen, private Eigentümer:innen, Investor:innen und Wohnungsbaugesellschaften zentrale Partner für Housing First. Wer Wohnraum zur Verfügung stellt, ermöglicht nicht nur einen Mietvertrag, sondern oft einen echten Neuanfang.

Housing First Düsseldorf weist darauf hin, dass weiterhin private Wohnungseigentümer:innen, Investor:innen und Wohnungsbaugesellschaften gebraucht werden. Der Verein unterstützt dabei nicht nur bei der Wohnungsvermittlung, sondern organisiert auch die wohnbegleitenden Hilfen.

Informationen für Vermieter:innen

Housing First ergänzt bestehende Hilfen

Housing First ersetzt nicht alle Angebote der Wohnungslosenhilfe. Notschlafstellen, Beratungsstellen, mobile Hilfen oder Projekte wie der gutenachtbus bleiben wichtig – besonders für akute Notlagen. Housing First setzt jedoch an einem anderen Punkt an: Es möchte Wohnungslosigkeit nicht nur kurzfristig lindern, sondern dauerhaft beenden.

Auch in Düsseldorf gibt es verschiedene Hilfsangebote für Menschen in Wohnungsnot. Die Stadt bietet zum Beispiel Beratung bei Mietschulden, Kündigung, Räumungsklagen oder drohendem Wohnungsverlust an. Ziel ist es, Wohnungslosigkeit möglichst zu vermeiden und bestehende Mietverhältnisse zu sichern.

Zu den Hilfsangeboten für Wohnungslose in Düsseldorf

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Gemeinsam für ein soziales Düsseldorf

Die Stadtwerke Düsseldorf engagieren sich für ein soziales und vielfältiges Miteinander in der Stadt. Ob Obdachlosenhilfe, Inklusion, Armutsbekämpfung oder Projekte für Kinder: Mit langjährigen Partnerschaften und konkreter Unterstützung fördern wir Initiativen, die den Zusammenhalt in Düsseldorf stärken.

FAQ – Housing First in Düsseldorf

Housing First bedeutet „Wohnen zuerst“. Menschen erhalten zuerst eine eigene Wohnung und werden anschließend individuell begleitet. Die Wohnung ist dabei nicht das Ziel am Ende eines langen Hilfesystems, sondern der Ausgangspunkt für Stabilisierung, Sicherheit und weitere Unterstützung.

In Düsseldorf bringt Housing First Düsseldorf e. V. obdachlose Menschen dauerhaft in Wohnungen. Nach dem Einzug erhalten sie wohnbegleitende Hilfen. Der Verein verbindet dafür Wohnungsvermittlung, Sozialarbeit, Stadtgesellschaft und privates Engagement.

Housing First Düsseldorf richtet sich an obdachlose Menschen, die sich ein dauerhaftes Mietverhältnis zutrauen und mit regelmäßigem Kontakt zum Verein einverstanden sind. Außerdem müssen Teilnehmende im Leistungsbezug sein oder entsprechende Anträge stellen; dabei unterstützt der Verein. Wichtig: Housing First Düsseldorf hilft nicht bei allgemeiner Wohnungssuche, Räumungsklagen, der Suche in anderen Städten oder beim Wunsch, nach Düsseldorf zu ziehen.
Informationen für Wohnungssuchende

Ja, die eigene „Wohnfähigkeit“ muss vorher nicht unter Beweis gestellt werden. Von Anfang an geht es um ein normales, unbefristetes Mietverhältnis mit allen Rechten und Pflichten. Die Begleitung durch Sozialarbeit wird anschließend angeboten und hilft dabei, das Mietverhältnis langfristig zu sichern.

Eine eigene Wohnung schafft Sicherheit, Ruhe und Privatsphäre. Das kann die Grundlage sein, um weitere Themen anzugehen – etwa gesundheitliche Probleme, finanzielle Fragen, Behördengänge oder den Wiedereinstieg in ein stabileres Alltagsleben.

Besonders wichtig ist Wohnraum. Private Eigentümer:innen, Investor:innen und Wohnungsbaugesellschaften können das Projekt unterstützen, indem sie Wohnungen zur Verfügung stellen. Housing First Düsseldorf begleitet dabei unter anderem die Wohnungsvermittlung, den Einzug, Fragen zu Kaution und Mietzahlungen sowie die wohnbegleitenden Hilfen. Auch Geldspenden helfen dabei, das Projekt weiter zu unterstützen.
Informationen für Vermieter:innen

Für Housing First spenden

Wer Mietschulden hat, eine Kündigung erhalten hat oder von Räumung bedroht ist, sollte frühzeitig Kontakt zur Beratung für Wohnungsnotfälle der Stadt Düsseldorf aufnehmen. Die Beratung unterstützt unter anderem bei Mietschulden, fristloser Kündigung, Räumungsklage oder drohender Zwangsräumung.
Zur Beratung für Wohnungsnotfälle

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