Der Gaspreis – eine erste Definition

In Deutschland wird in Privathaushalten Gas vor allem für die Bereitstellung von Wärme und Warmwasser verwendet.
Knapp die Hälfte aller deutschen Haushalte heizen mit Gas. Für die Belieferung mit Erdgas zahlen alle Verbraucher:innen bei Ihrem Gasanbieter einen gewissen Entgeltbetrag: den Gaspreis. Zu zahlenden Kosten variieren und setzen sich zusammen aus
Arbeitspreis (in Cent/Kilowattstunde)
und Grundpreis (in Euro/Jahr).
Während der Arbeitspreis in Kilowattstunden (kWh) entsprechend dem tatsächlichen Gasverbrauch (dieser muss zunächst von Kubikmetern in Kilowattstunden umgerechnet werden) berechnet wird, handelt es sich beim Grundpreis um einen monatlich festen Wert (ähnlich einer Grundgebühr).
So setzt sich der Gaspreis zusammen
Grundsätzlich besteht der Gaspreis aus folgenden Komponenten. Die drei Bestandteile des Gaspreises weichen je nachdem, welchen Verbrauch Sie haben, ab.
Konzessionsabgabe, CO2-Preis, Erdgassteuer und Umsatzsteuer – hierbei handelt es sich um staatlich veranlasste Preisbestandteile, auf die die Stadtwerke Düsseldorf als Ihr Gasanbieter keinen Einfluss haben. Aufgrund der aktuellen Energiekrise ist die Gasbeschaffung für Importeure mit deutlichen Mehrkosten verbunden. Um diese finanziell zu unterstützen, die Gasversorgung zu sichern und gleichzeitig der Gasknappheit vorbeugend entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung zum 19.08.2022 eine Gasspeicherumlage verabschiedet. Durch die Umlage sollen sich Gaskund:innen solidarisch an der Versorgungssicherheit beteiligen.
Über die Netzentgelte werden die Kosten für die Netzinfrastruktur auf die Vebraucher:innen, also die Netznutzer:innen, verteilt. Die Regulierungsbehörden von Bund (die Bundesnetzagentur) und Ländern tragen dafür Sorge, dass die Beträge angemessen ausfallen. Neben den Kosten für die Verteilung des Gases zählen auch Entgelte für den Messtellenbetrieb und die Messung des Gaszählers zu dieser Komponente des Gaspreises. Je nach Bundesland kann die Höhe der Netzentgelte variieren.
Hierbei handelt es sich um den Anteil des Gasversorgers für den Einkauf oder die Produktion von Gas. Zum Einkaufspreis kommen meist noch weitere Kosten für den Vertrieb und den Kundenservice hinzu.
Preisbestandteile
| Steuern und staatlich festgesetzte Abgaben | |
|---|---|
| Anteil in Prozent | 31 |
| Gesetzlich regulierte Kosten (NNE) | |
|---|---|
| Anteil in Prozent | 23 |
| Gaseinkauf, Service und Vertrieb | |
|---|---|
| Anteil in Prozent | 45 |
Preisbestandteile des Gaspreises
Viele Haushalte in Düsseldorf heizen und kochen mit Erdgas. Sobald sich die Kostenbestandteile des Gaspreises ändern, erhalten unsere Kund:innen einen Brief, in dem wir die Preiserhöhung oder -senkung ankündigen. Sie haben so einen Brief erhalten und fragen sich, wie sich der Gaspreis zusammensetzt? Wir erklären es Ihnen.

Beschaffungsstrategien der Stadtwerke Düsseldorf
Jedes Energieversorgungsunternehmen hat seine eigene Strategie, mit welcher es die Beschaffung für seine Bestandskunden sicherstellt. Das heißt, die Energie wird am Großhandelsmarkt zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Teilmengen eingekauft. Das führt dazu, dass die Kosten zu einem bestimmten Zeitpunkt unterschiedlich hoch sind.

Steuern, Abgaben und Umlagen: Zusammensetzung des Gaspreises im Detail
Wie hoch der Gaspreis pro Kilowattstunde genau ausfällt, ist abhängig von dem jeweiligen Gastarif bei Ihrem Gasanbieter (Grundversorger oder alternativer Anbieter) und Ihrer Region.
Neben dem Gastarif des Gasversorgers aus Ihrer Region, sind auch die aktuell geltenden staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen ausschlaggebend für die Höhe der Gaskosten. So setzt sich der Gaspreis im Detail aus folgenden Anteilen zusammen:
| Erdgassteuer | |
|---|---|
| Cent | 0,55 |
| Gasspeicherumlage | |
|---|---|
| Cent | 0 |
| Bilanzierungsumlage SLP | |
|---|---|
| Cent | 0 |
| Konzessionsabgabe | |
|---|---|
| Cent | 0,40 |
| Netzentgelte Grundpreis | |
|---|---|
| Euro | 12,00 |
| CO₂-Preis* | |
|---|---|
| Euro | 55 - 70 Euro pro Tonne CO₂ |
Die staatlichen Abgaben für Erdgas erklärt:
Für die Bereitstellung von Gas erhebt der Staat die Mehrwertsteuer (auch bekannt als Umsatzsteuer) auf den Netto-Preis von Produkten und Dienstleistungen.
Die Erdgassteuer ist die Verbrauchsteuer für Erdgas, die Endverbraucher:innen zur Nutzung des Gases leisten.
Die Konzessionsabgabe gehen an Städte und Kommunen für den Bau und Betrieb der Gasleitungen. Die Höhe des Anteils variiert dabei je nach Einwohnerzahl der Gemeinde.
Das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) spielt eine wichtige Rolle in der deutschen Klimapolitik. Seit 2021 wird damit CO₂, das beim Verbrennen fossiler Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin oder Diesel entsteht, mit einem Preis versehen.
Ab 2028 soll das BEHG durch das europäische Emissionshandelssystem EU-ETS 2 ersetzt werden. Dieses sorgt dafür, dass CO₂ in der gesamten EU einheitlich bepreist wird, unabhängig davon, wo in Europa man Energie verbraucht. Was genau dieser Wechsel für unsere Kund:innen (Privatkund:innen wie auch Geschäfts- und Gewerbekunden) bedeutet und wie der Emissionshandel grundsätzlich funktioniert, erklären wir Ihnen hier.
Gaspreisentwicklung
Die Entwicklung der Erdgaspreise hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie z.B. den Energiebeschaffungspreisen und den Netzentgelten. Aber auch von den staatlichen Kostenbestandteilen wie dem CO2-Preis, der Gasspeicherumlage und den Steuern. Wie sich die Erdgaspreise in den nächsten Jahren entwickeln, ist daher noch nicht abzusehen.
Häufige Fragen rund um den Gaspreis
Der Gaspreis auf Ihrer jährlichen Rechnung setzt sich aus dem Arbeitspreis und aus dem Grundpreis zusammen. Die Kosten setzen sich dabei im Detail wie folgt zusammen:
Der Grundpreis enthält fixe Kosten, wie die Steuer, Abgaben und eine Gebühr für die Nutzung des Gasnetzes sowie die Gaszählermiete.
Der Arbeitspreis meint den tatsächlichen Gasverbrauch in kWh.
Seit 2021 erhebt das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) einen CO₂-Preis auf Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl und Kraftstoffe. 2025 lag der Preis bei 55 Euro pro Tonne CO₂ (0,998 ct/kWh).
Mit der Novelle der Brennstoffemissionshandelsverordnung (BEHV), die am 16.09.2025 in Kraft trat, werden die nationalen Emissionszertifikate (nEZ) ab 2026 zunächst in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro versteigert und danach zu 68 Euro verkauft. 2027 können Energieversorgungsunternehmen nEZ zu 70 Euro nachkaufen. Für das Lieferjahr 2027 orientiert sich die Preisbildung am Europäischen Emissionshandel (EU-ETS 1).
Ab 2028 ersetzt das EU-ETS 2 das BEHG. Dann können Energiepreise, zum Beispiel für Gas, stärker schwanken, da sie europaweit marktbasiert sind.
Tipp: Energiesparen, Sanieren und der Umstieg auf erneuerbare Energien helfen, die CO₂-Kosten zu senken.
Schwankte der Gaspreis in den letzten Jahren eher unwesentlich, ist seit 2021 jedoch eine starke Steigung der Kosten zu betrachten. Jährliche Schwankungen sind tendenziell immer zu erwarten. Künftig werden die Gaskosten höchstwahrscheinlich eher teurer als günstiger. Allein durch die CO2-Abgabe, die von den Endverbraucher:innen getragen wird, ergibt sich in den nächsten fünf Jahren eine Erhöhung der Gaskosten.
Die Netzentgelte fallen in jeder Region unterschiedlich aus. Das macht sich auch im Gaspreis deutlich, weshalb diese regional voneinander abweichen können. Bei den Netzentgelten handelt es sich um die Gebühren für die Nutzung des örtlichen Verteilungsnetzes. Sie werden von den Gasanbietern auf die Endkund:innen weitergegeben.
Der Gaspreis ist seit 2011 nicht mehr an den Ölpreis gekoppelt. Die sogenannte Ölpreisbindung wurde durch den Bundesgerichtshof aufgeweicht, sodass sich die Gaspreisentwicklung nahezu komplett vom Ölpreis unabhängig ist. Können sich Ölpreise an der Börse fast stündlich ändern, hängen die Gaskosten eher von längerfristigen Beschaffungs- und Lieferverträgen ab. So bieten einige Gasversorger Ihren Kund:innen oft auch eine monatige Preisgarantie.


