WohnKultur

Wenn die Umwelt Energie zum Heizen liefert

Mit einer Wärmepumpe Kosten sparen und Ressourcen schonen

Mit Wärmepumpen kann man bis zu 50 Prozent Heizkosten sparen.

Wäre das nicht eine tolle Vision? Statt Erdöl oder Gas zu verbrennen, nutzen wir einfach die Wärme, die im Boden oder der Luft steckt. Aber Moment – wieso Vision? Was wie Science-Fiction klingt, ist längst eine Möglichkeit, Wärme zu erzeugen. Das Stichwort heißt: Wärmepumpe. Das Prinzip gibt es schon seit über 200 Jahren, findet aber erst jetzt in größerem Stil Einzug in unsere Haushalte.

Beginnen wir der Herangehensweise à la Feuerzangenbowle: „Was ist eigentlich eine Wärmepumpe?“ Im Internet kursieren zwar etliche Definitionen, was eine Wärmepumpe ist und was sie leistet. Allerdings: Ohne technische Vorkenntnisse wird man dort nicht schlauer. Dabei ist das Prinzip sehr einfach. Drei Dinge braucht es: eine Pumpe, einen Kältemittelkreislauf und einen Verdichter. Die Pumpe in Verbindung mit dem Kältemittel entzieht der Umwelt – das kann Luft, Wasser oder Erde sein – die Wärme. Schickt man dann dies alles durch einen Verdichter, hilft die Physik weiter. Denn wenn man etwas verdichtet, steigert das die enthaltene Energie. Aus warm wird also heiß. Übrigens: Der Kühlschrank nutzt ein ähnliches Prinzip, nur in umgekehrter Reihenfolge.

Eine Technologie, mehrere Nutzungsmöglichkeiten

Wärmepumpen können unterschiedliche Wärmequellen anzapfen und lassen sich sowohl zur Warmwassererwärmung als auch zu Heizzwecken nutzen. Besonders im Vergleich zu bisherigen Heizungstypen werden solche Wärmepumpen-Heizungsanlagen immer interessanter. Eine Heizungsanlage mit Wärmepumpe besteht aus drei Teilen:

  • Der Wärmequellanlage, die der Umgebung die benötigte Energie entzieht.
  • Der eigentlichen Wärmepumpe, die die gewonnene Umweltwärme nutzbar macht.
  • Sowie dem Wärmeverteil- und Speichersystem, das die Wärmeenergie im Haus verteilt oder zwischenspeichert.

Eine Wärmepumpe spart bis zu 50 Prozent Heizkosten und schont die natürlichen Ressourcen.

Deutliche Senkung der Heizkosten

Mit Wärmepumpen lässt sich bei den Heizkosten erheblich sparen. Heißt im Klartext: Bis zu 50 Prozent niedrigere Kosten bei gleichzeitiger Schonung der Ressourcen. Angesichts dieser Zahlen ist verblüffend, dass diese Technologie noch nicht flächendeckend im Einsatz ist. Platztechnisch passt jede Wärmepumpenheizung in den vorhandenen Heizungskeller. Sie lässt sich aber auch in der Garage oder sogar im Freien aufstellen. Für Laien sehen solche Systeme übrigens nicht anders aus, als die alten Gas- oder Ölheizungen beziehungsweise ein großer Kühlschrank. Angetrieben wird eine Wärmepumpe mit elektrischem Strom. Wer wissen will, welche Kosten hier auf ihn zukommen, der sollte wissen, dass für vier Watt Heizenergie eine Kilowattstunde Strom anfällt. Trotz des zusätzlichen Stromverbrauchs können Wärmepumpen in vielen Fällen die günstigere Alternative zu herkömmlichen Heizungsanlagen sein. Vor allem sind die Betriebskosten preisstabiler und oftmals günstiger als konventionelle Heizungsanlagen. Tatsächlich amortisieren sich solche Systeme trotz der hohen Anschaffungskosten sehr schnell. Denn nach der Installation der Wärmepumpe können bis zu 50 Prozent weniger Heizkosten anfallen. Eine Beispielrechnung. Lagen die Heizkosten für ein großes Einfamilienhaus bisher bei 2.000 Euro jährlich, fallen nach dem Einbau der Wärmepumpe direkt bis zu 50 Prozent weniger Heizkosten an. Das heißt: Wer eine Luft-Wärmepumpe für rund 10.000 Euro einbaut, amortisiert das System bereits nach 10 Jahren. Ab dem 11. Jahr macht er dann dank der niedrigeren Heizkosten einen monatlichen Gewinn von über 84 Euro im Vergleich zu Kosten bei herkömmlichen Heizsystemen. Damit sich eine Wärmepumpe langfristig rentiert sollte die betreffende Immobilie über eine gute Wärmeisolierung sowie großflächige Fußbodenheizung verfügen. Für hohe Spareffekte sollte die Vorlauftemperatur – das ist die Temperatur des Heizwassers in der Heizungsanlage – idealerweise bei 35 °C liegen.

Förderung nutzen

Im Rahmen zahlreicher Förderprogramme können sich Bauherren oder Hausbesitzer bei der Anschaffung einer Wärmepumpenheizungsanlage unterstützen lassen. Je nach Leistung und Alter der Immobilie sind bis zu 4.000 Euro Förderprämie möglich. Fördergelder gibt es aber auch direkt bei uns – durch die Stadtwerke Düsseldorf. Die Stadtwerke fördern neu installierte Wärmepumpen für Wohngebäude mit bis zu 400 Euro. Außerdem bieten sie einen Stromtarif an, der speziell für Nutzer von Wärmepumpen ausgelegt ist. Auch hier lässt sich noch einmal so mancher Euro sparen.

Übrigens: Am Tagesablauf in einem Haus mit Wärmepumpen-Heizungsanlage ändert sich nichts. Es ist weder kälter noch wärmer. Sondern immer so, wie der Bewohner es haben möchte.

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