
Happy Birding – Fröhliches Vogelgucken: Farbenfroh entdecken wir die „Papageien der Kö“
Sie sind laut, und sie sind viele. Rundum die Königsallee, bei Kleingärtnern und bei Kastanienbäumen genießen sie nicht den besten Ruf. Sie gehören zu den sogenannten „invasiven“ Arten, sind in unserem Ökosystem eigentlich nicht vorgesehen. Aber sie sind auch wunderschön, ziemlich unterhaltsam und überaus erfolgreich: Halsbandsittiche.

Irgendwann in den 1960-er Jahren sollen ein paar in Gefangenschaft lebende Exemplare ausgebüxt sein. Sie wurden – was man ihnen nicht verdenken kann – im Rheinland heimisch. Düsseldorf, Köln, Bonn – dort überall kann man sie inzwischen finden. Tagsüber verteilen sich die Schwärme über ein großes Gebiet, aber zum Abend hin trifft man sich auf gemeinsamen Schlafbäumen. Am Kö-Graben wird das stets zu einem tollen Spektakel. Denn die tollkühnen Vögel fliegen über Corneliusplatz und Kö-Graben ein, als würde die Flugwacht koordinieren.
In den Bäumen angekommen, beginnen auch schon die vielstimmigen Unterhaltungen. Es ist grandios mit einem klitzekleinen Nachteil: Denn auch Halsbandsittiche müssen müssen.
Was hinten rauskommt, landete immer wieder auf Sitzbänken. Doch alle Versuche, etwa mit Hilfe von Falknern, die fröhliche Truppe zu vergrämen, scheiterten. Inzwischen sind in der Nachbarschaft auch allabendlich Dohlen und Krähen anzutreffen.
Warum man auf der Königsallee nicht längst aus der Not eine Tugend macht, bleibt schleierhaft. So ein „Kö-Papagei“ gäbe doch vortreffliche Souvenirs und Schmuckstücke ab.
Die Hartnäckigkeit der Tiere hat sich ausgezahlt. Sie sind bei uns längst heimisch geworden. Gerne beziehen sie Baumhöhlen, um zu brüten. Da aber in Düsseldorf der Wohnungsmarkt nicht nur für unsereins überhitzt ist, sind die findigen Vögel auch vor Dämm-Platten nicht fies, in die sie die passende Wohnung einarbeiten. Das wiederum bringt Hausbesitzer:innen auf die Palme.
Ein Bummel auf der Königsallee gefällig, um sich die Halsbandsittiche live und in Farbe anzusehen? Hier können Sie an zahlreichen Ladestationen der Stadtwerke Düsseldorf Ihr E-Auto laden.

Vor einigen Jahren ging das so weit, dass ein Hausmeister im Düsseldorfer Norden mitten in der Brutzeit eine solche Höhle mit Bau-Schaum auffüllte. Der Zorn der Düssedorfer:innen war ebenso groß wie berechtigt. Und die Sittich-Eltern? Die legten sich mächtig ins Zeug, porkelten den ausgehärteten Schaum wieder aus dem Loch und brüteten weiter.
Für so viel Einsatz darf man sie ruhig auch mal feiern – diese laute, auffällige, nervige, fröhliche Bande.


Yvonne Hofer • 22. September 2025

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Doris Dreßler • 31. März 2023