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Luftaufnahme von schwimmenden Solarpaneelen auf einem See. © photovs / iStock / Getty Images Plus via Getty Images

Schwimmende Solaranlagen: Energiegewinnung vom Wasser aus

Floating Photovoltaik eröffnet neue Möglichkeiten für die nachhaltige Stromerzeugung.

Matthias Hausmann|Zuletzt aktualisiert am: 20. Januar 2026

Photovoltaik auf dem Hausdach ist längst bekannt – aber auf dem Wasser? Schwimmende Solaranlagen gelten als innovative Lösung, um erneuerbare Energie platzsparend und effizient zu erzeugen. Doch wie funktioniert das genau? Welche Vorteile hat die Technologie? Und wäre so etwas auch für Düsseldorf denkbar? Wir zeigen Ihnen, wie schwimmende Photovoltaik zur Energiewende beiträgt, wo sie bereits im Einsatz ist und welche Potenziale sie bietet.

Was sind schwimmende Solaranlagen?

Schwimmende Solaranlagen – auch Floating Photovoltaik genannt – sind Photovoltaikanlagen, die nicht auf Dächern oder Freiflächen, sondern auf Gewässern wie Seen, Staudämmen oder Kiesgruben installiert werden. Die Solarmodule ruhen dabei auf schwimmenden Trägern, die zu einer Art großem Floß verbunden sind. Die Energiegewinnung funktioniert wie bei konventionellen PV-Anlagen: Sonnenlicht trifft auf die Module und erzeugt Strom, der über Wechselrichter nutzbar gemacht und ins Netz eingespeist wird.  

PV-Anlagen für Düsseldorf

 Ihr Dach hat Potenzial: Nutzen Sie die Kraft der Sonne und erzeugen Sie Ihren eigenen Strom mit einer PV-Anlage – unabhängig, nachhaltig und günstig.

Wie funktioniert Floating Photovoltaik?

Eine Arbeiterin steht am Ufer eines schwimmenden Solarparks und überprüft die PV-Anlage am Laptop.
Schwimmende Solaranlagen erzeugen Strom vom Wasser aus. © onuma Inthapong / E+ via Getty Images

Technisch funktioniert eine schwimmende Solaranlage ganz ähnlich wie eine Anlage auf dem Dach – mit einigen zusätzlichen Besonderheiten. Die Basis bildet ein modulares Trägersystem aus wasserdichten Schwimmkörpern, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Meist bestehen diese aus Kunststoff- oder Gummikomponenten. Auf den sogenannten Pontons werden Photovoltaik-Module montiert, die das Sonnenlicht in Gleichstrom umwandeln. Unter den Paneelen sind Kabel und Leitungen sicher verlegt und führen zu einem Wechselrichter, der sich je nach System an Land oder auf Plattformen auf dem Wasser befindet. Über diesen wird der Strom anschließend in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt und in das Stromnetz eingespeist oder direkt vor Ort genutzt.  

Die Anlage wird mithilfe von einem robusten Verankerungssystem am Grund des Gewässers oder am Ufer befestigt, sodass sie ihre Position trotz Wasserstandsschwankungen und Wellen behält. Durch die robuste Unterkonstruktion werden die Module außerdem in einer optimalen Neigung positioniert, um den Sonnenstand bestmöglich auszunutzen. 

Darum lohnt sich Floating PV

  • Smarte Flächennutzung: Ein schwimmender Solarpark wird meist auf ungenutzten Wasserflächen installiert – so zum Beispiel Baggerseen, Industriegewässer oder Stauseen. Dadurch bleiben Landressourcen für Landwirtschaft und Siedlungsbau frei. 

  • Kühlungseffekt: Die Nähe zum Wasser wirkt kühlend auf die Module. Dadurch weisen sie auch bei starker Sonneneinstrahlung eine höhere Effizienz auf als vergleichbare Anlagen an Land. Denn: Je heißer ein Solarmodul wird, desto weniger Leistung bringt es. 

  • Verdunstungsschutz: Die Modulfläche beschattet das Wasser und reduziert somit vor allem in warmen Regionen die Verdunstung und Wasserverluste. 

  • Doppelte Nutzung bestehender Infrastruktur: In Verbindung mit Wasserwerken, Pumpanlagen oder industriellen Kläranlagen kann schwimmende Photovoltaik dazu genutzt werden, den Strombedarf direkt vor Ort zu decken. 

Hat schwimmende Photovoltaik auch Nachteile? 

Trotz der vielen Vorteile bringt ein schwimmender Solarpark auch einige Herausforderungen mit sich: 

  • Höherer Planungs- und Technikaufwand: Die Montage auf dem Wasser erfordert spezielle Verankerungssysteme, Schwimmkörper und wasserdichte Verkabelung. Das macht die Installation aufwendiger und teurer als an Land. 

  • Wartung und Zugänglichkeit: Reparaturen und Inspektionen sind auf dem Wasser komplizierter, besonders bei Wind und Wellen. Dafür braucht es spezialisierte Teams und geeignete Boote oder Plattformen. 

  • Einfluss auf das Ökosystem: Unterwasserpflanzen und Tiere können durch die Beschattung beeinträchtigt werden. Deshalb ist immer eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich. 

  • Höherer Genehmigungsaufwand: Je nach Bundesland und Gewässertyp ist eine umfassende Genehmigung erforderlich – oft mit Einbindung mehrerer Behörden. 

  • Begrenzte Eignung: Nicht alle Gewässer eignen sich gleich gut. So können zum Beispiel Uferabstände und Schutzzonen die Nutzung von Floating PV einschränken. 

Schwimmende Solaranlagen in Deutschland: Wo sind sie bereits im Einsatz? 

Die ersten Pilotprojekte in Deutschland zeigen, dass schwimmende Solaranlagen nicht nur technisch machbar, sondern auch wirtschaftlich attraktiv sind. 

Eines der Vorzeigeprojekte ist die Anlage am Philippsee in Bad Schönborn (Baden-Württemberg). Mit rund 15 Megawatt Leistung gehört diese schwimmende PV-Anlage zu den derzeit größten ihrer Art in Deutschland und gilt als Leuchtturmprojekt in diesem Segment (Quelle: Bad Schönborn). In Bayern (Gilching) werden in einem Pilotprojekt spezielle Montagesysteme mit vertikal ausgerichteten Modulen getestet. Diese neuen Konfigurationen helfen dabei, die Belastbarkeit unter Wind- und Wellenbedingungen zu verbessern und eröffnen neue technische Möglichkeiten für den Ausbau. 

Auch Nordrhein-Westfalen entwickelt sich zu einem Hotspot für Floating PV. Mehrere kleinere und mittlere Anlagen auf Stauseen und Baggerseen, zum Beispiel in Weeze am Niederrhein, liefern sauberen Strom und zeigen, dass schwimmende Solarparks in ländlich-urbanen Räumen gut in bestehende Infrastrukturen eingebunden werden können (Quelle: RP Online). 

Eine PV-Anlage, die auf einem Gewässer installiert wurde
Schwimmende Photovoltaik wird auch in Deutschland immer relevanter. © xu wu / Moment via Getty Images

Floating PV: eine Lösung auch für Düsseldorf?

Zwar sind große Baggerseen oder künstlich angelegte Speicherflächen in Düsseldorf eher selten, doch in der näheren Umgebung existieren durchaus geeignete Stillgewässer – etwa ehemalige Kiesgruben oder Gewässer in Gewerbe- und Industriegebieten. Gerade dort, wo Wasserflächen ohnehin im Eigentum von Unternehmen oder Versorgern sind, könnte Floating PV also eine spannende Ergänzung zur nachhaltigen Energieversorgung darstellen. 

Förderung für die Energiewende vom Wasser aus

 In Deutschland gibt es mehrere Förderquellen, die den Ausbau von Floating PV unterstützen. Auf Bundesebene spielen Programme des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) eine zentrale Rolle, insbesondere wenn es um neuartige oder besonders effiziente Ansätze zur Energiegewinnung geht. Einige Bundesländer – darunter auch Nordrhein-Westfalen – fördern im Rahmen ihrer Klimaschutzprogramme dezentrale Stromerzeugung. Im Fokus stehen dabei zwar meist klassische Photovoltaik- oder Windkraftanlagen, doch Floating PV kann im Rahmen von Modell- oder Forschungsprojekten ebenfalls berücksichtigt werden (Quelle: landverpachten.de).

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