
Floating Photovoltaik eröffnet neue Möglichkeiten für die nachhaltige Stromerzeugung.
Photovoltaik auf dem Hausdach ist längst bekannt – aber auf dem Wasser? Schwimmende Solaranlagen gelten als innovative Lösung, um erneuerbare Energie platzsparend und effizient zu erzeugen. Doch wie funktioniert das genau? Welche Vorteile hat die Technologie? Und wäre so etwas auch für Düsseldorf denkbar? Wir zeigen Ihnen, wie schwimmende Photovoltaik zur Energiewende beiträgt, wo sie bereits im Einsatz ist und welche Potenziale sie bietet.
Schwimmende Solaranlagen – auch Floating Photovoltaik genannt – sind Photovoltaikanlagen, die nicht auf Dächern oder Freiflächen, sondern auf Gewässern wie Seen, Staudämmen oder Kiesgruben installiert werden. Die Solarmodule ruhen dabei auf schwimmenden Trägern, die zu einer Art großem Floß verbunden sind. Die Energiegewinnung funktioniert wie bei konventionellen PV-Anlagen: Sonnenlicht trifft auf die Module und erzeugt Strom, der über Wechselrichter nutzbar gemacht und ins Netz eingespeist wird.
Ihr Dach hat Potenzial: Nutzen Sie die Kraft der Sonne und erzeugen Sie Ihren eigenen Strom mit einer PV-Anlage – unabhängig, nachhaltig und günstig.

Technisch funktioniert eine schwimmende Solaranlage ganz ähnlich wie eine Anlage auf dem Dach – mit einigen zusätzlichen Besonderheiten. Die Basis bildet ein modulares Trägersystem aus wasserdichten Schwimmkörpern, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Meist bestehen diese aus Kunststoff- oder Gummikomponenten. Auf den sogenannten Pontons werden Photovoltaik-Module montiert, die das Sonnenlicht in Gleichstrom umwandeln. Unter den Paneelen sind Kabel und Leitungen sicher verlegt und führen zu einem Wechselrichter, der sich je nach System an Land oder auf Plattformen auf dem Wasser befindet. Über diesen wird der Strom anschließend in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt und in das Stromnetz eingespeist oder direkt vor Ort genutzt.
Die Anlage wird mithilfe von einem robusten Verankerungssystem am Grund des Gewässers oder am Ufer befestigt, sodass sie ihre Position trotz Wasserstandsschwankungen und Wellen behält. Durch die robuste Unterkonstruktion werden die Module außerdem in einer optimalen Neigung positioniert, um den Sonnenstand bestmöglich auszunutzen.
Trotz der vielen Vorteile bringt ein schwimmender Solarpark auch einige Herausforderungen mit sich:
Höherer Planungs- und Technikaufwand: Die Montage auf dem Wasser erfordert spezielle Verankerungssysteme, Schwimmkörper und wasserdichte Verkabelung. Das macht die Installation aufwendiger und teurer als an Land.
Wartung und Zugänglichkeit: Reparaturen und Inspektionen sind auf dem Wasser komplizierter, besonders bei Wind und Wellen. Dafür braucht es spezialisierte Teams und geeignete Boote oder Plattformen.
Einfluss auf das Ökosystem: Unterwasserpflanzen und Tiere können durch die Beschattung beeinträchtigt werden. Deshalb ist immer eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.
Höherer Genehmigungsaufwand: Je nach Bundesland und Gewässertyp ist eine umfassende Genehmigung erforderlich – oft mit Einbindung mehrerer Behörden.
Begrenzte Eignung: Nicht alle Gewässer eignen sich gleich gut. So können zum Beispiel Uferabstände und Schutzzonen die Nutzung von Floating PV einschränken.
Die ersten Pilotprojekte in Deutschland zeigen, dass schwimmende Solaranlagen nicht nur technisch machbar, sondern auch wirtschaftlich attraktiv sind.
Eines der Vorzeigeprojekte ist die Anlage am Philippsee in Bad Schönborn (Baden-Württemberg). Mit rund 15 Megawatt Leistung gehört diese schwimmende PV-Anlage zu den derzeit größten ihrer Art in Deutschland und gilt als Leuchtturmprojekt in diesem Segment (Quelle: Bad Schönborn). In Bayern (Gilching) werden in einem Pilotprojekt spezielle Montagesysteme mit vertikal ausgerichteten Modulen getestet. Diese neuen Konfigurationen helfen dabei, die Belastbarkeit unter Wind- und Wellenbedingungen zu verbessern und eröffnen neue technische Möglichkeiten für den Ausbau.
Auch Nordrhein-Westfalen entwickelt sich zu einem Hotspot für Floating PV. Mehrere kleinere und mittlere Anlagen auf Stauseen und Baggerseen, zum Beispiel in Weeze am Niederrhein, liefern sauberen Strom und zeigen, dass schwimmende Solarparks in ländlich-urbanen Räumen gut in bestehende Infrastrukturen eingebunden werden können (Quelle: RP Online).

In Deutschland gibt es mehrere Förderquellen, die den Ausbau von Floating PV unterstützen. Auf Bundesebene spielen Programme des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) eine zentrale Rolle, insbesondere wenn es um neuartige oder besonders effiziente Ansätze zur Energiegewinnung geht. Einige Bundesländer – darunter auch Nordrhein-Westfalen – fördern im Rahmen ihrer Klimaschutzprogramme dezentrale Stromerzeugung. Im Fokus stehen dabei zwar meist klassische Photovoltaik- oder Windkraftanlagen, doch Floating PV kann im Rahmen von Modell- oder Forschungsprojekten ebenfalls berücksichtigt werden (Quelle: landverpachten.de).