Trinkwasserversorgung
Vom Regentropfen zum Wasserhahn
Die Wassergewinnung
Ganz in der Nähe der Wasserwerke liegen Brunnen, die entlang des Rheinufers ein Rohwasser fördern, das zu einem kleineren Anteil aus Grundwasser und zu einem größeren Anteil aus dem sogenannten Uferfiltrat besteht. Das Wasser versickert am Boden in der Mitte der Rheinsohle und fließt langsam in Richtung der ufernahen Brunnen. Auf seinem mehrwöchigen Weg durch bis zu 30 Meter dicke Sand- und Kiesschichten wird das Uferfiltrat natürlich gereinigt. Die Kies- und Sandschichten wirken als mechanischer Filter, der Schmutz- und Trübstoffe zurückhält. Zusätzlich reinigen winzige Lebewesen, die im Boden leben, das Wasser auf natürliche Weise. Dieser natürliche und biologische Prozess führt auch dazu, dass sich die Filterwirkung der Bodenschichten regenerieren kann und immer erhalten bleibt. Dann kann das Rohwasser mit Pumpen zur Aufbereitung ins Wasserwerk geleitet werden.
Die Brunnen unserer Wasserwerke fördern ein Rohwasser, das zu rund einem Viertel aus Grundwasser und rund drei Vierteln aus versickertem Rheinwasser besteht.
Die Wasseraufbereitung
Das Flusswasser versickert am Boden in der Mitte der Rheinsohle und rinnt langsam landeinwärts. Mehrere Wochen dauert diese Uferpassage durch die bis zu 30 Meter dicken Sand- und Kiesschichten, in denen das Wasser zweifach gereinigt wird: Zum einen wirken Kies und Sand als mechanischer Filter, der Schmutz- und Trübstoffe zurückhält. Zum anderen bauen Mikroorganismen, das sind kleinste Lebewesen, eine große Zahl von Schadstoffen ab. Dieser natürliche biologische Prozess führt auch dazu, dass sich die Bodenschichten nicht mit Schadstoffen zusetzen und damit in ihrer Wirkung erschöpfen. Wenn das Wasser an den Pumpen der Brunnen angelangt ist (man nennt es jetzt „Rohwasser“), hat es bereits eine sehr gute Qualität.
Dadurch, dass die Pumpen in den Brunnenreihen bis in Tiefen von 30 Meter hinabreichen und eine Absenkung des unterirdischen Wasserspiegels bewirken, fließt das Wasser kontinuierlich auf die Brunnen zu. Durch Rohre mit schlitzförmigen Löchern wird das Wasser angesaugt und über Sammelleitungen ins Wasserwerk gepumpt.
Das „Düsseldorfer Verfahren“
Das Verfahren der Aufbereitung des Rohwassers wurde von den Düsseldorfer Wasserwerken entwickelt.
Schritt 1
Das Wasser wird beim Durchströmen eines Kontaktbehälters mit Ozon (O3) versetzt, welches eine stark desinfizierende Wirkung hat und organische und anorganische Stoffe zu flockenartigen Gebilden umwandelt. Diese lassen sich gut abfiltern. Gleichzeitig werden Geruchs- und Geschmacksstoffe, die die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen können, abgebaut.
Schritt 2
Das ozonierte Wasser wird noch für etwa 30 Minuten in einem Zwischenbehälter zur Nachreaktion gespeichert. Hierbei werden auch bislang noch nicht erfasste Substanzen umgewandelt. Aus diesem Behälter entweicht das restliche Ozon über einen Katalysator und wird als normaler Sauerstoff wieder in die Luft zurückgegeben.
Schritt 3
Der dritte Aufbereitungs-Schritt ist die Filterung, bei der das Wasser in einen mit zwei Kohleschichten gefüllten Stahlbehälter gepumpt wird. In der oberen, 1,5 Meter dicken Schicht versickert das Wasser und die Flocken werden vom Wasser getrennt und organische Substanzen werden mikrobiologisch abgebaut. Nach einiger Zeit erschöpft sich die Filterwirkung und die Kohle wird dann gewaschen. Der ausgespülte Schlamm, der überwiegend Kohleabrieb enthält, wird verbrannt.
Die zweite, 2,5 Meter dicke Schicht besteht aus Aktivkohle, ein sehr feines und besonders poröses Granulat, in dessen haarfeinen Röhrchen sich organische Chlorverbindungen, Geruchs- und Geschmacksstoffe sowie weitere unerwünschte Substanzen anlagern. Schon wenn 50 Prozent der Aktivkohle mit Rückständen zugesetzt ist, wird diese Schicht durch frische Kohle ersetzt. Gereinigt wird die Kohle durch Ausglühen bei 700 bis 800°C in einer eigenen Reaktivierungsanlage.
Werden den Wasserwerken außergewöhnliche oder sogar gefährliche Rheinverschmutzungen gemeldet, wird die Aktivkohle sofort durch frischaktivierte ersetzt.
Zum Schluss wird dem Wasser zunächst in geringen Mengen (1 mg/l) ein Phosphat-Silikat-Gemisch zugegeben, um Korrosionsschäden an den Leitungen zu verhindern. Außerdem werden 0,06 mg/l Chlordioxid zugefügt, die das Wasser vor Verkeimungen schützen. Das Wasser wird kontinuierlich vor der Abgabe ins Leitungsnetz auf eine Vielzahl von Inhaltsstoffen überprüft, um die Vorschriften der Trinkwasserverordnung einzuhalten. So erhalten die Kunden jederzeit einwandfreies Trinkwasser.
Das Trinkwassernetz
Ein über 1.800 Kilometer langes Leitungssystem durchzieht das Versorgungsgebiet: Beginnend an den Wasserwerken mit Rohren von rund anderthalb Metern Durchmesser verästelt sich das Netz, bis es in jedem einzelnen Haus den Endverbraucher erreicht. Hier sind die Rohre nur noch etwa fingerdick. Diese Leitungen werden regelmäßig kontrolliert, gereinigt und bei Bedarf erneuert. So erkennt man rechtzeitig Schäden, die mit der Zeit zu Undichtigkeiten und Netzverlusten führen könnten.
Qualitätskontrolle
Auch die Qualität des Wassers in den Leitungen wird ständig überwacht: Täglich werden an 20 verschiedenen Messpunkten Proben genommen und von unserem Labor untersucht. Alle Prüfergebnisse werden dokumentiert und durch das Gesundheitsamt der Stadt bestätigt.
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