Der Energieausweis für Wohngebäude

Ihren Ausweis bitte

Wer eine Wohnung oder ein Haus kaufen oder mieten möchte, muss ihn ohne Nachfrage vorgelegt bekommen: den Energieausweis. Er verrät auf einen Blick den Energiebedarf bzw. den Energieverbrauch der Immobilie – damit es durch die Heizkostenabrechnung kein böses Erwachen gibt.

Was genau ist ein Energieausweis?

Beispiel für einen Energieausweis

Der Energieausweis, umgangssprachlich auch Energiepass genannt, ist gewissermaßen der „energetische Perso fürs Haus“. Anhand einer übersichtlichen Farbskala und Detailwerten informiert er insbesondere über den Heizenergie- und gegebenenfalls Warmwasserverbrauch oder – bedarf eines Hauses. Für potenzielle Mieter oder Käufer ist es so einfacher, die zu erwartenden Heiz- und Warmwasserkosten einzuschätzen. Denn energieeffiziente Immobilien erzielen höhere Preise bzw. können einfacher vermietet werden. So hilft ein Energieausweis dabei, den Wert einer Immobilie zu steigern.

Für wen ist der Energieausweis Pflicht?

Der „Energiepass“ ist keine neue Erfindung. Schon seit 2009 sind Verkäufer und Vermieter verpflichtet, potenziellen Käufern, Mietern, oder Pächtern einen Energieausweis vorlegen zu können. Wer keinen zulässigen Nachweis erbringt, riskiert Bußgelder von bis zu 15.000 Euro. Seit 1. Mai 2014 muss ein Energieausweis sogar ohne Aufforderung bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden. Selbst kommerzielle Anzeigen wie Zeitungsannoncen müssen die maßgeblichen Kennwerte für Gesamtenergieeffizienz und Primärenergieverbrauch abbilden – so schreibt es die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Qualifizierte Fachleute wie z. B. die Energieberater der Stadtwerke Düsseldorf sind berechtigt, einen Energieausweis auszustellen.

Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis?

Generell gibt es zwei Arten von Energieausweisen: Der Bedarfsausweis verrät, wie viel Energie eine Immobilie benötigt. Er basiert im Wesentlichen auf Berechnungen über die Beschaffenheit der Gebäudehülle und der vorhandenen Heizungstechnik. Daher geben die Kennwerte des Bedarfsausweises zuverlässige Aussagen über den zu erwartenden Energiedarf.

Dem gegenüber steht der Verbrauchsausweis. Ihm zugrunde liegt der tatsächliche Energieverbrauch der Bewohner. Um eine Kennzahl zu ermitteln werden die Heizenergieverbräuche der letzten drei Jahre herangezogen. Experten geben allerdings zu bedenken, dass sich das Verfahren stark am individuellen Nutzerverhalten orientiert.

Ob Sie als Verkäufer/Vermieter einen verbrauchsorientierten oder einen bedarfsorientierten Energieausweis benötigen, ist abhängig vom Baujahr und der Anzahl der Wohneinheiten. Bei älteren Mehrfamilienhäusern ist der verbrauchsorientierte Energiepass nur dann zulässig, wenn sie mindestens fünf Wohneinheiten haben. Der Grund dafür: Bei kleineren Wohnhäusern fallen die individuellen Verbräuche besonders sparsamer oder besonders verschwenderischer Bewohner mehr ins Gewicht und das Ergebnis kann stark verfälscht werden.

Nur für Immobilien, mit Datum der Bauantragsstellung ab dem 1. November 1977 ist der Verbrauchsausweis auch bei weniger als fünf Wohneinheiten zulässig. Zu diesem Datum trat die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft.

Wie lese ich einen Energieausweis?

Trotz der einfach lesbaren Farbskala, kann es schwerfallen, alle Angaben zu verstehen. Der gesamte Nachweis besteht aus fünf Seiten – egal, ob es sich um einen Verbrauchs- oder einen Bedarfsausweis handelt. Die erste Seite fasst allgemeine Informationen zum Haus zusammen, beispielsweise die Adresse und das Baujahr. Ebenfalls Teil der ersten Seite: Welches Berechnungsverfahren liegt den Angaben zugrunde? Handelt es sich also um einen bedarfs- oder einen verbrauchsbasierten Energiepass?

Auf der zweiten oder gegebenenfalls der dritten Seite finden Interessenten die Farbskala. Die Werte im grünen Bereich zeichnen Niedrigenergiehäuser aus, sanierungsbedürftige Immobilien finden sich im roten Skalabereich wieder. Mit dieser vereinfachten Darstellung ist es aber noch nicht getan: Unterhalb der Kategorien A+ bis H geben Zahlen Aufschluss darüber, wie viele Kilowattstunden die Immobilie pro Quadratmeter und Jahr verbraucht bzw. benötigt.

Beispiel für Effizienzklasse

Der neue Bandtacho mit Energieeffizienzklasse

Neue Regelung gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014:

  • Der Bandtacho reicht nur noch von 0 bis >250 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
  • Zusätzlich wird der Energiebedarf des Gebäudes einer Effizienzklasse von A+ bus H zugeordnet (ähnlich wie bei Elektro- und Haushaltsgeräten).

Einteilung der Energieeffizienzklassen

(Endenergiebedarf in kWh pro Quadratmeter und Jahr)

Energieeffizienzklassen

Endenergiebedarf und Primärenergiebedarf

Die zwei Pfeile oberhalb und unterhalb der Skala greifen zwei wesentliche Nenngrößen auf: Den Endenergie- und den Primärenergiebedarf. Der Endenergiebedarf ist die Energie, die für Heizung und Warmwasser pro Jahr benötigt wird. Dementsprechend gilt: Je kleiner der Wert, desto besser. Weil er so wichtig ist, muss er auch in Immobilienanzeigen genannt werden. Mit dem Primärenergiebedarf ist es anders: Er verrät, wie viel Energie durch eine Quelle erzeugt werden muss, um eine bestimmte Menge an Wärme im Haus bereitzustellen. Jeder Quelle – beispielsweise Gas, Strom oder Öl – wird dabei ein Wert zugeordnet, der das Ergebnis beeinflusst. Besonders schlecht trifft es demnach diejenigen, die mit Strom heizen.

Beim Verbrauchsausweis zeigt die Skala nicht den Bedarf, sondern den Verbrauch pro Quadratmeter und Jahr von Primär- und Endenergie an. Als Grundlage für den Endenergieverbrauch dient der durchschnittliche Verbrauch der vergangenen drei Jahre. Dementsprechend hängt der Wert stark vom individuellen Verhalten der Bewohner ab. Der Primärenergiewert berücksichtigt, welcher Energieträger eingesetzt wurde.

Bei den Stadtwerken Energieausweis erstellen

Wer darf einen Energieausweis ausstellen? Was darf ein Energieausweis kosten? Kann ich einen Energieausweis online beantragen? – Fragen, die sich viele Immobilien-Verkäufer und Vermieter stellen. Die Energieberatung der Stadtwerke Düsseldorf ist dazu berechtig, Energieausweise für Wohngebäude auszustellen. Nutzen Sie einfach den Link zum Formular auf der rechten Seite und bestellen Sie den verbrauchsorientierten Energieausweis für Ihr Wohngebäude.

Energieausweis-Kosten

Die Stadtwerke Düsseldorf bieten sowohl bedarfsorientierte als auch verbrauchsorientierte Energieausweise an. Für einen bedarfsorientierten Ausweis müssen Sie den Grundriss, Schnitte und Ansichten des Gebäudes in einem Maßstab von 1:100 vorliegen haben. Falls nicht, können Sie als Düsseldorfer eine Kopie aus Ihrer Hausakte vom Bauaufsichtsamt erhalten. Zudem benötigen wir die Schornsteinfegerprotokolle der Heizungsanlage. In den unten angegebenen Preisen ist ein Vor-Ort-Termin im Düsseldorfer Stadtgebiet bereits enthalten.

Energieausweis-Kosten – bedarfsorientiert

Preise für bedarfsorientierte Energieausweise (inkl. 19% MwSt)
Gebäudegröße
Ausführliches Verfahren
1-4 Wohneinheiten
525 Euro
5-10 Wohneinheiten
620 Euro
11-15 Wohneinheiten
710 Euro
>15 Wohneinheiten
795 Euro
>15 Wohneinheiten mit komplexer Kubatur
(aufwändig zu ermittelnden Flächen)
1.800 Euro

Bevor die Stadtwerke Düsseldorf einen verbrauchsorientierten Energieausweis für Ihr Wohnobjekt ausstellen, erfolgt eine Verbrauchsrecherche. Zur besseren Übersicht, werden die Kosten separat gelistet:

Preise Verbrauchsrecherche für den verbrauchsorientierten Energieausweis (inkl. 19% MwSt)
Gebäudegröße
Verbrauchsrecherche
als Jahressumme aller
im Gebäude ermittelten
Heizenergieverbräuche
Aufpreis zur Recherche
für die Aufstellung eines
verbrauchsorientierten
Energieausweises
(Lieferzeit mindestens
2 Wochen)
1 Wohneinheit
55 Euro
55 Euro
1-4 Wohneinheiten
95 Euro
55 Euro
5-10 Wohneinheiten
130 Euro
70 Euro
11-15 Wohneinheiten
145 Euro
85 Euro
15-20 Wohneinheiten
160 Euro
110 Euro
>20 Wohneinheiten
Individualpreis nach Aufwand

Gültigkeit

Zehn Jahre ist ein Energieausweis gültig. Danach muss er neu ausgestellt werden. Sollten Sie einmal den durch die Stadtwerke Düsseldorf ausgestellten Energieausweis verlegt oder verloren haben, können wir Ihnen gerne einfach ein Duplikat ausstellen.

Haben Sie Fragen zum Thema Energieausweis?

Telefonkontakt zu den Stadtwerken Düsseldorf

Wir helfen Ihnen gerne weiter und freuen uns auf Ihre E-Mail an:

energieberatung@swd-ag.de

Telefonisch erreichen Sie unsere Energieberater unter:

(0211) 821 2121