Kolumne

Wild wild Fest

Ein Gerichtvorschlag für besondere Anlässe

Festtagstafel mit Wildfleisch und Kartoffelkroketten, dazu Rotwein.

Draußen wird es immer kühler und überall wird alles festlich geschmückt und beleuchtet. Es ist unverkennbar: Die Feiertage stehen vor der Tür. Egal ob die Adventssonntage, Weihnachten oder Silvester: Gutes Essen gehört dazu wie die Gemütlichkeit oder der Weihnachtsschmuck. Daher möchte ich Ihnen heute eines meiner liebsten Festtagsgerichte zeigen – natürlich inklusive Rezept zum Nachkochen.

Wenn ich an die Weihnachtszeit zurückdenke, kommen mir mit als erstes die wundervollen Stunden mit meiner Familie in den Sinn. Alle sitzen festlich gekleidet um unseren großen Esstisch und lachen, essen und genießen die Zeit zusammen. Jedes Jahr gab es zu Weihnachten ein anderes Menü, mal eine Gans, eine Pute oder verschiedene Braten. Die letzten Jahre kam auch immer öfter Wild dazu. Da einer unser Bekannten Jäger ist, gab es so aus erster Hand Wildscheinbraten oder Gulasch. Mit der passenden Soße, Beilagen und natürlich der festlichen Stimmung, ist dies eines meiner liebsten Festtagsgerichte. Daher möchte ich dieses tolle Rezept unbedingt weitergeben, um andere vielleicht auf den Geschmack von Wild zu bringen.

Fangen wir an, was brauchen wir um das Wildschweingulasch zuzubereiten?

Wildschweingulasch

Für 4 Personen:

  • 1000 g Fleisch vom Wildschwein
  • 3 dicke Zwiebeln
  • 100 g Speckwürfel von Räucherspeck
  • 1 Päckchen Suppengemüse
  • 1 Esslöffel Wacholderbeeren („angequetscht“)
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Esslöffel Tomatenmark
  • 100 ml Rotwein
  • 300 ml Fleischbrühe oder Fond
  • Soßenbinder dunkel
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Salz

Zubereitung:

1. Fleisch in Würfel schneiden, Zwiebeln und Suppengemüse in Stücke schneiden. Die Speckwürfel kross ausbraten, dann das Fleisch im ausgetretenen Fett goldbraun anbraten (möglichst in zwei Partien, da die Pfanne sonst zu voll wird), die Zwiebeln zugeben und auch noch bräunen lassen. Nun kommt das Suppengemüse mit dem Tomatenmark dazu - das darf auch noch goldbraun werden.

2. Mit Rotwein ablöschen, Pfeffer, Salz, Wacholderbeeren und Lorbeerblätter dazugeben. Anschließend auch die Fleischbrühe sowie das Gulasch. Dann etwa 1 1/2 bis 2 Stunden (kommt aufs Alter des Fleisches an) schmoren lassen.

3. Wenn das Gulasch noch nicht sämig genug ist, mit Soßenbinder abrunden. Nochmals abschmecken und anschließend servieren.

Wildschweingulasch im Topf.

Was nun sehr gut dazu passt, sind Waldpilze. Seit ein paar Jahren habe ich das Glück, mit meiner Schwiegermama und deren Bekannten (ich nenne sie liebevoll Pilzomi) in der Eifel Pilze sammeln zu gehen. Ich war von Anfang an Feuer und Flamme, denn das Wissen über die essbaren und giftigen Pilze geht immer mehr verloren. Wenn wir zu den Hochzeiten Pilze sammeln waren, sind wir nur auf deutlich ältere Pilzsammler gestoßen. Dieses Wissen geht einfach verloren, daher bin ich umso glücklicher, dass unsere Pilzomi uns bis jetzt bei jeder Tour begleitet hat und nützliche Tipps zu Schwamm- und Lamellenpilzen geben konnte: Wo man mit aller Wahrscheinlichkeit auf Pilze trifft und natürlich auch, wie man sie zubereitet.

Diesen Herbst waren wir wieder so erfolgreich, dass Maronen, Steinpilze oder auch Butterpilze eingefroren nun auch noch zu Weihnachten zubereitet werden können. Daher gibt es zu dem Wildschweingulasch nun selbstgesammelte Waldpilze.

Waldpilze

Beilage für 4 Personen:

  • 500 große Waldpilze (Maronen, Steinpilze, Butterpilze, Pfifferlinge und Co.)
  • 1 Zwiebel
  • Kräuter wie Petersilie und Rosmarin
  • Butter
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die Butter in einer heißen Pfanne zerlassen, Zwiebeln klein schneiden und andünsten. Die Pilze hinzufügen und gut durchbraten! Das ist bei frisch gesammelten Waldpilzen besonders wichtig. Anschließend mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen.

Große, frischgesammelte Waldpilze köcheln in Sauce in einer Pfanne.

Jetzt kann man natürlich, je nach Geschmack, noch frische Brezenknödel dazu kochen oder Salzkartoffeln oder Kroketten anbieten. Rotkohl mit einer leichten Apfelnote oder auch Prinzessböhnchen im Schinkenmantel passen perfekt zu dem Gericht.

Dazu der festlich gedeckte Tisch, draußen rieselt der erste Schnee und besinnliche Musik im Hintergrund. So sieht mein perfektes Festtagsgericht aus. Einfach, deftig und saisonal, genau dies macht die Jahreszeit für mich aus. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Nachkochen und eine besinnliche Weihnachtszeit.

Ihre Jestil.