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Urlaub in der eigenen Stadt

Im ersten Artikel unserer Reihe nehmen wir Sie mit an den Rhein, zwischen Weltklasse-Architektur und Strandvergnügen.

In Düsseldorf lässt sich nicht nur spannende Architektur bestaunen, sondern auch das Strandleben genießen.

Düsseldorf hat viel zu bieten. Als Bewohner dieser Stadt bekommen wir das nur oft nicht mit, sondern fahren lieber für Kurztrips nach Berlin, Hamburg oder Amsterdam. Dabei zog es im Jahr 2015 insgesamt 2.663.919 Gäste in unsere Stadt. Es ist also für uns Einheimische an der Zeit, selbst mal einen Tag Urlaub zu machen und Düsseldorf als Tourist zu erleben.

Es ist gar nicht so einfach, sich zu entscheiden, wie man einen freien Tag in Düsseldorf verbringen möchte. Beim Shoppen? Im Japanviertel? Sportlich? Eine Museumstour? Oder doch lieber ganz im Zeichen des Films? Möglichkeiten gibt es viele. Doch für den Anfang starten wir ganz klassisch: am Rhein.

Start im Medienhafen

Der Rhein ist lang und Möglichkeiten, hier den Tag zu gestalten, gibt es viele. Wir starten mit einem kulturellen Highlight: dem Medienhafen. Dafür bietet es sich an, mit der Straßenbahnlinie 707 bis zur Speditionsstraße zu fahren und von dort an dann rheinaufwärts zu marschieren. Der Medienhafen ist seit seiner Entstehung in den 90er-Jahren ein Wahrzeichen Düsseldorfs. Hier treffen alte Hafengebäude auf moderne Architektur, spaciger Edelstahl auf Backstein. Herz des Ganzen ist natürlich der von Frank Gehry entworfene neue Zollhof. Sagt Ihnen der Name des Star-Architekten etwas? Viele Architekturfans fliegen bis nach Seattle oder Los Angeles, um dort sein Experience Music Project oder die Walt Disney Concert Hall zu sehen. Ein Aufwand, den wir Düsseldorfer uns sparen können: Wir haben gleich mehrere Bauten direkt vor der Haustür.

Weniger bekannt als die dekonstruktivistischen Bauten von Gehry mit den malerischen Namen „Gebäude A“, „Gebäude B“ und „Gebäude C“ sind die „Flossis“ und das 62 Meter hohe Colorium oder. Die „Flossis“ sind 24 froschähnliche Wesen, die von der Künstlerin Rosalie entworfen wurden und am renovierten Speicherhaus, dem „Roggendorf-Haus“, hochklettern. Ebenfalls für Atmosphäre sorgen die alten Hafenkräne.

Hoch hinaus: die Aussicht vom Rheinturm

Wer den Medienhafen hinter sich lässt, kommt direkt zum nächsten Wahrzeichen Düsseldorfs: dem von 1978 bis 1982 erbauten Rheinturm. Offizieller Name ist übrigens Funkübertragungsstelle 10. Etwas weniger romantisch, aber immerhin ist er eigentlich ein Fernsehturm und seitdem er 2004 eine neue Übertragungsspitze erhielt, mit seinen 240.50 Metern der zehnthöchste Deutschlands.

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Mit 968 Stufen verfügt der Rheinturm auch über eine der längsten Treppen Nordrhein-Westfalens.

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Was kaum jemand weiß: Mit 968 Stufen verfügt der Rheinturm auch über eine der längsten Treppen Nordrhein-Westfalens. Die haben früher beim Skyrun Feuerwehrleute in voller Montur innerhalb von knapp acht Minuten erklommen. Der Durchschnittsbürger braucht dann doch eher 30 bis 40 davon. Oder nimmt den Aufzug zur Aussichtsplattform. Der braucht nur 56 Sekunden und schont garantiert die Oberschenkel.

Um die 300.000 Besucher genießen jedes Jahr die Aussicht von den drei Aussichtsplattformen in 170 Metern Höhe, auf denen es außerdem ein rotierendes Restaurant und eine Cafeteria gibt. Bei gutem Wetter kann man von hier aus bis nach Köln sehen. Wenn man denn möchte.

Wenn wir den Rheinturm verlassen, können wir noch einen Blick auf den Landtag werfen, den jeder Düsseldorfer einmal gesehen haben sollte. Er ist architektonisch vielleicht von außen nicht so spektakulär wie der Medienhafen, aber die halbrunden Teilgebäude um den runden Plenarsaal zeichnen sich durch Transparenz und Offenheit aus. Dann haben wir ihn zumindest mal gesehen. Aus der Vogelperspektive wäre der Blick natürlich noch eindrucksvoller, denn er ist von oben aufgebaut wie ein Uhrwerk.

Mediterranes Flair: das Rheinufer

Nachdem wir die kulturell relevanten Punkte am Rheinufer abgehakt haben, kommen wir zum gemütlichen Teil: der Rheinuferpromenade. Hier führt uns unser Weg zunächst an der Altstadt entlang. Dort findet man die Kasematten, die ursprünglich zum Hochwasserschutz gedacht waren und heute zum Public Viewing oder Biergenuss unter bunten Markisen einladen.

Wer noch weitergeht, kommt zum Rheinpark Golzheim, wo bei schönem Wetter die Wiesen voller Menschen sind. Hier wird Fußball gespielt, sich gesonnt und gegrillt. Letzteres ist nicht direkt erlaubt, wird aber geduldet. Neben Spielplätzen für Kinder und Hunde gibt es hier häufig in den Abendstunden die Halsbandsittiche zu sehen. Diese kleinen Papageien haben sich von wenigen entflogenen Tieren zu großen Schwärmen entwickelt, die in Düsseldorf unterwegs sind.

Generell bietet der Rhein alles: Strandatmosphäre auf der einen Seite, einsame Flecken und viel besuchte Orte. An der Messe und dem Wasserwerk am Staad vorbei kann man weit laufen und stellt fest: Düsseldorf ist grüner als gedacht. Selbst Schafherden weiden hier.

Und nach so viel Natur zieht es uns in der nächsten Folge doch wieder mehr in Richtung Innenstadt. Wo wir einen Tag im Zeichen des Films erleben wollen.

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