GaumenFreude

Das Café in der eigenen Küche

Stromsparendes Backen für jedermann

Dieser Kuchen wird im Kühlschrank gebacken.

Kuchen wird in Düsseldorf gerne gegessen. Das beweisen die über 1.000 Cafés, die auf der Internetplattform TripAdvisor für Düsseldorf gelistet sind. Aber auswärts Kuchen essen geht nicht nur an die Hüfte, sondern auch ins Geld. Zu Hause backen heißt die Alternative, die immer mehr verloren geht. Viele Menschen trauen sich aber nicht mehr an den Ofen. Dabei könnten sie eigentlich backen, ohne je den Ofen einzuschalten. Denn viele Kuchen, die aussehen wie vom Konditor, sehen niemals die Ofenröhre von innen.

Obwohl es viele Vorteile bringt, backt weniger als ein Drittel aller Deutschen regelmäßig. Fast 30 Millionen Mitbürger backen gar nicht. Warum eigentlich nicht? Die überzeugten Nicht-Bäcker beantworten diese Frage mit „Ich kann das nicht!“ Dabei ist backen in den meisten Fällen kinderleicht – wenn man nicht gerade die mehrstöckige Buttercremetorte oder Edel-Macarons mit Feigensahne plant. Für viele Backanfänger ist tatsächlich die Hürde des Backofens die höchste. Nicht nur, dass der Ofen heiß ist und man sich verbrennen kann, auch was mit dem Kuchen im Ofen passiert, stellt viele vor ein Rätsel. Marmorkuchen wird zu trocken, Käsekuchen sackt aus unbekannten Gründen zusammen, Hefeteig geht nicht auf.

Dabei wissen viele gar nicht, dass ein Backofen gar nicht notwendig ist, um einen tollen Kuchen zu erhalten. Denn es gibt viele Varianten, die ganz ohne Hitze auskommen. Manche Kuchen sind komplett stromfrei, andere benötigen nur das Aufwärmen einer Flüssigkeit.

Außerdem sind viele, gerade ältere Backöfen enorme Stromverbraucher. Und nicht jeder hat einen Backofen. In WGs oder Wohnheimen sind sie sogar eher Mangelware. Dabei könnten gerade Studenten die in Kuchen verpackte Kohlenhydratzufuhr gebrauchen, um ihr Lernpensum auszugleichen.

Auch Jessika ist Studentin. Sie studiert an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und wohnt in einer WG, in der sich die vier Bewohner eine Küche teilen. Sie isst gerne Kuchen, der von ihrer Mutter früher regelmäßig zum Wochenende gebacken wurde. „Allerdings hat meine Mutter mich nie richtig einbezogen. Der Kuchen stand immer fertig auf dem Tisch.“ So wie ihr geht es vielen. Entweder wurde in der Familie nie gebacken, sondern nur gekauft. Oder das nötige Können wurde nicht vermittelt. „Irgendwann habe ich dann selbst mit einer Backmischung angefangen. Und stand erst mal vor dem Problem, dass ich überhaupt keinen Mixer hatte.“ Heute lacht Jessika darüber und backt zusammen mit ihren Mitbewohnern. Nichts was zu „fancy“ ist, einfache Sachen. Auch gerne günstig. Tatsächlich macht sie normalerweise Kuchen, die gar nicht backen müssen. Das kostet weniger Zeit und der Kühlschrank zum Kühlen ist ohnehin immer da.

Auch ihr erster erfolgreicher Kuchen war so ein im Kühlschrank „gebackener“. Eine Frischkäsetorte mit Obst, die beeindruckend aussah. Auch ihre Mutter hatte die häufig gemacht. „Dass die ohne Backofen funktioniert, war mir gar nicht bewusst.“ Gerade Kuchen, die mit Joghurt, Quark oder Frischkäse gemacht werden, benötigen häufig keinen Backofen. Aber auch für Käsekuchen, Eistorte, Obst- oder Schokokuchen, Pfannkuchentorte oder den Klassiker „Kalter Hund“ kommt man ohne ihn aus und braucht weniger Zeit.

Für alle Backanfänger gilt: Mit etwas Einfachem starten. Am besten etwas, auf das man sich freut und das nicht zu viel Material braucht. Denn Mixer oder Schneebesen (Vorsicht: Das ist auf jeden Fall die anstrengende Variante!) sowie eine Backform sollte man schon im Schrank haben.

Grundsätzliche Tipps:

  • Nutzen Sie die Restwärme Ihres Backofens, indem Sie zum Beispiel nach dem Backen direkt etwas aufwärmen.
  • Backen Sie der Jahreszeit entsprechend, sowohl was Zutaten als auch Temperatur angeht.
  • Verwenden Sie saisonale Produkte.
  • Kuchen auf Basis von Götterspeise oder Pudding gelingen leichter als Varianten mit reiner Gelatine.
  • Beim Brot backen haben Sie nur ein Viertel der Kosten gegenüber einem gekauften Brot beim Bäcker.

Spekulatiustorte

Zutaten:

  • 300 g Gewürz- oder Mandelspekulatius
  • 100 g Butter
  • 250 g Quark
  • 250 g Joghurt
  • 125 g Zucker
  • 2 TL Spekulatiusgewürz
  • 6 Blatt Gelatine
  • 500 g Sahne

Und so geht’s:

Spekulatius mit einer Küchenmaschine oder in einer Frischhaltetüte mit dem Nudelholz zerbröseln. Butter schmelzen und die Spekulatiusbrösel mit ihr vermengen. Gleichmäßig in eine mit Backpapier ausgelegte Springform füllen. Quark, Joghurt, Zucker und Spekulatiusgewürz verrühren. Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen und bei niedriger Temperatur auflösen. Dann der Quarkmasse zugeben und verrühren. Sahne steif schlagen und unterheben. Alles auf dem Bröselboden verteilen, glatt streichen. Im Kühlschrank einige Stunden fest werden lassen. Nach Geschmack mit Zimt, gehobelten Mandeln, Sahne und Schokolade verzieren.

Frischkäsetorte

Zutaten:

  • 2 Dosen Mandarinen
  • 1 Pk Götterspeise (Zitrone)
  • 1/2 Liter Sahne
  • 80 g Zucker
  • 200 g Frischkäse
  • 200 g Löffelbiskuits
  • 125 g Butter

Und so geht’s:

Löffelbiskuits mit einer Küchenmaschine oder in einer Frischhaltetüte mit dem Nudelholz zerbröseln. Butter schmelzen und die Biskuitbrösel mit ihr vermengen. Die Masse drücken Sie auf dem Boden einer Springform fest. In der Zwischenzeit die Mandarinen abtropfen lassen und den Saft auffangen. 250 ml des Safts mit der Götterspeise verrühren und etwa 10 Minuten quellen lassen. Danach langsam erhitzen, aber nicht kochen. Etwas erkalten lassen. Frischkäse, Zucker und 2 EL Mandarinensaft glatt rühren und die kalte Götterspeise hinzugeben. Dann die steif geschlagene Sahne unterheben. Einige Mandarinen für die Deko beiseitelegen und die restlichen auf der festgedrückten Biskuitmasse verteilen, Frischkäsemasse darüber geben, beiseitegelegte Mandarinen dekorieren und 24 Stunden kalt stellen.

Tipp: Obst und Götterspeise lassen sich leicht austauschen. Für Himbeer-, Kirsch- oder Waldmeistervariationen.

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