GaumenFreude

Restlos lecker!

Wie aus vermeintlich unverwertbaren Lebensmittelresten leckere Gerichte entstehen

Die Rote Bete kommt in die Tarte, ihre Blätter in den Beilagensalat. Et voilà, alles wird verwertet.

Nachhaltig essen wird nicht nur unter Kochbegeisterten mehr und mehr zum Trendthema. Dabei ist längst bekannt, dass nachhaltiges Essen kein Synonym für langweiliges Essen ist. Aber „einfach nur“ nachhaltig kochen, können mittlerweile viele. Lesen Sie hier, wie Sie selbst aus vermeintlichen Lebensmittelresten, wie zum Beispiel Wassermelonenschalen, köstliche Gerichte zubereiten.

Das Thema Nachhaltigkeit ist gerade in der Küche quasi immer präsent. Weil es sich hier auch so einfach umsetzen lässt. Ob Sie beim Kochen regionales Obst und Gemüse verwenden, beim Bauern um die Ecke grundsätzlich Butter und Eier einkaufen oder Ihren Kühlschrank regelmäßig nach Übriggebliebenem durchforsten und dann was Leckeres daraus zaubern – die Möglichkeiten, um in der Küche für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, sind vielfältig. Auch wenn Sie es nicht glauben mögen, es geht sogar noch nachhaltiger. Wir stellen vor, die Königsdisziplin im nachhaltigen Kochen: Resteverwertung. Dabei geht es nicht darum, aus den fünf übrig gebliebenen Tomaten von gestern und den schon gekochten Nudeln von vorgestern noch einmal ein Abendessen zuzubereiten. Hier ist der Name Programm: die Verwertung aller Bestandteile der genutzten Lebensmittel. Und vielfach sind es genau solche, die vermeintlich unverwertbar sind. Aber Sie werden schnell sehen, dass Abfall in der total nachhaltigen Küche fast so was wie ein Fremdwort ist. Denn Sie glauben gar nicht, was man beispielsweise aus Wassermelonen- und Kartoffelschalen alles zaubern kann. Ein Drei-Gänge-Menü ist auf jeden Fall drin – so viel sei schon mal gesagt. Sind Sie neugierig geworden? Dann legen wir los. Einfach Rezept lesen, nachkochen, probieren – und staunen.

Chutney eignet sich nicht nur hervorragend, um ein Menü aufzupeppen, sondern auch als Geschenk.
Chutney eignet sich nicht nur hervorragend, um ein Menü aufzupeppen, sondern auch als Geschenk.

Erster Gang: Saftiges Chutney aus Wassermelonenschalen

Wie wäre es, wenn Sie Ihren Gästen das nächste Mal eine Vorspeise auf Wassermelonenbasis anbieten? Und zwar auf Wassermelonenschalenbasis? Wenn Sie glauben, das sei ungenießbar, überzeugen Sie sich mit unserem Rezept vom Gegenteil. Wenn Sie es einmal probiert haben, werden Sie demnächst bestimmt zweimal überlegen, ob die Schalen in der Biotonne landen.

Was Sie dafür brauchen (3 Personen):

200 Gramm Wassermelonenschale
2 Esslöffel Pflanzenöl
2 Schalotten
10 Gramm Ingwer
2 Teelöffel Kreuzkümmelsamen
2 Teelöffel Senfsamen
40 Gramm brauner Rohrzucker
2 Esslöffel Balsamicoessig
2 Esslöffel Apfelessig
200 Milliliter Orangensaft

Wie Sie es zubereiten:

Als Erstes die äußere, grüne Schale beispielsweise mit einem Sparschäler dünn abschälen. Dann die Rinde in kleine Würfel schneiden. Die Schalotten und den Ingwer ebenfalls fein würfeln. Anschließend das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Schalotten- und Ingwerwürfel sowie die Kreuzkümmel- und Senfsamen andünsten. Die Rindenstückchen dazugeben. Danach mit Balsamico- und Apfelessig ablöschen und ein paar Minuten einkochen lassen. Abschließend den Orangensaft übergießen und zu einem Chutney einkochen lassen. Et voilà! Fertig ist der erste leckere Gang Ihres „Abfall“-Menüs. Schmeckt übrigens ganz hervorragend zu mediterranem Brot oder einem Stück würzigem Käse.

Dieser Pasta sieht man nicht an, dass ihr wichtigster Bestandteil normalerweise weggeworfen wird: Radieschenblätter.
Dieser Pasta sieht man nicht an, dass ihr wichtigster Bestandteil normalerweise weggeworfen wird: Radieschenblätter.

Zweiter Gang: Würziges Radieschenblatt-Pesto

Nachdem der erste Gang süßsauer und fruchtig war, darf es bei der Hauptspeise gerne etwas nussiger und kräftiger sein. Servieren Sie daher als Hauptgang Penne mit Pesto. Aber natürlich nicht das klassische Pesto aus Basilikumblättern. Schließlich kann man es auch supersparsam und nachhaltig aus Radieschenblättern zubereiten. Genau – die Blätter, die sonst bei den meisten Menschen völlig zu Unrecht weggeworfen werden. Durch ihren nussigen Geschmack machen sie jedes Pesto zu einer außergewöhnlichen Geschmacksexplosion.

Was Sie dafür brauchen (3 Personen):

Frische Blätter von einem Bund Radieschen
Die gleiche Grammzahl an Olivenöl
2 Esslöffel frisch geriebener Parmesan
2 Esslöffel geröstete Pinienkerne
Etwas Zitronensaft
Salz und Pfeffer

Wie Sie es zubereiten:

Ganz einfach alle Zutaten zusammen in einen Mixer geben und pürieren, bis das Pesto die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Zum Schluss noch einmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fertig! Jetzt nur noch hübsch auf den Nudeln garnieren und genießen.

In der Bananenschale steckt viel Geschmack. Sie ist das Geheimnis dieser superleckeren Pancakes.
In der Bananenschale steckt viel Geschmack. Sie ist das Geheimnis dieser superleckeren Pancakes.

Dritter Gang: Himmlische Bananenschalen-Kokos-Pancakes

Ein Menü ohne ein Dessert ist kein Menü! Daher sollten Sie zum krönenden Abschluss himmlisch leckere Pfannkuchen servieren. Und zwar mit Bananenschalen. Sie hören richtig, Bananenschalen eignen sich nämlich nicht nur hervorragend, um auf ihnen auszurutschen, sondern beispielsweise auch, um köstliche Pancakes mit ihnen zuzubereiten.

Was Sie dafür brauchen (3 Personen):

Bananenschalen von 1,5 Bananen
12 Esslöffel Kokosraspel
1,5 Löffel Pflanzenöl
3 Esslöffel Zucker
3 Eier
600 Milliliter Kokosmilch
240 Gramm Weizenmehl
1,5 Teelöffel Backpulver
45 Gramm Kokosfett
12 Esslöffel Ahornsirup

Wie Sie es zubereiten:

Als Allererstes die Kokosraspel rösten, bis sie goldbraun sind. Beiseitestellen. Die Bananenschalen anschließend in etwa ein Zentimeter breite Streifen schneiden. Anschließend das Öl in einer Pfanne erhitzen, um die Bananenschalenstreifen zusammen mit dem Zucker darin anzurösten. Die so karamellisierten Bananenschalen beiseitestellen, um im nächsten Arbeitsschritt die Eier zu trennen. Das Eiweiß steif schlagen und das Eigelb mit der Kokosmilch vermengen. Das Mehl und das Backpulver dazugeben und zu einem glatten Teig verrühren. Das Eiweiß unterheben und die Kokosraspel hinzufügen. Den Teig portionsweise in einer Pfanne backen und je nach Geschmack mit Ahornsirup garnieren. Ein echt himmlisches Dessert!

Mitternachtssnack: Gesunde Chips aus Kartoffelschalen

Falls Sie nach dem Menü mit Ihren Gästen noch gemütlich auf der Couch sitzen, einen Wein trinken und irgendwann die Lust verspüren, doch etwas Kleines zu snacken, obwohl Sie satt sind, versuchen Sie es doch mit Chips. Natürlich nicht mit denen aus der Tüte, sondern mit gesunden und nachhaltigen aus Kartoffelschalen. Schließlich lassen sich aus diesen Schalen herrlich knusprige Kartoffelchips zubereiten. Und schon ist dank vermeintlichem Bio-Abfall auch der Rest des Abends gerettet! Fettarm und gesund ist dieser Snack auch noch.

Was Sie dafür brauchen:

Kartoffelschalen
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Wie Sie es zubereiten:

Ganz einfach die Kartoffelschalen auf ein Backblech geben, mit Olivenöl beträufeln und salzen und pfeffern. Falls Sie zufällig auch Paprikapulver im Haus haben und es gerne auch würziger mögen, können Sie das noch hinzufügen. Bei circa 200 Grad für zehn Minuten backen, bis die Kartoffelschalen goldbraun sind. Fertig ist ein gesunder und nachhaltiger Snack, der einen netten Abend mit Freunden oder Familie perfekt abrundet.

Diese kleine, aber feine Auswahl an Gerichten aus vermeintlichen Essensresten zeigt: In unserem Essen steckt noch viel mehr, als wir glauben. Wenn die Produkte intelligent verwertet werden, sind die daraus gekochten Gerichte nicht nur sehr nachhaltig, sondern auch sparsam, lecker und gesund. Sollten Sie eine der Speisen einmal für Gäste kochen, werden diese sicher große Augen machen, wenn Sie erzählen, welche Zutaten Sie verwendet haben. Probieren Sie es aus!

Und für all die, die noch nicht genug haben, haben wir ein ganz besonderes Rezept vorbereitet:

Übrigens ...

Wenn Sie sich für weitere Themen rund um das Thema nachhaltiges Kochen und Backen interessieren, sollten Sie unbedingt unseren Artikel über stromsparendes Backen lesen.