InnovationsKraft

Die Natur aus der Steckdose

Wir räumen mit vier Mythen über Ökostrom auf

Ganz so wörtlich muss man es mit der Natur aus der Steckdose nicht nehmen.

Für denjenigen, der mit Energie besonders bewusst und nachhaltig umgehen will, führt kein Weg an Ökostrom vorbei. Ökostrom ist gewissermaßen die logische Konsequenz, denn es ist Energie, die klimaneutral ohne CO2-Emissionen erzeugt wird. Allerdings gibt es im Internet zahlreiche Mythen über den grünsten aller Stromtarife. Wir räumen mit ihnen auf.

Die Erde, auf der wir leben, ist kostbar. Warum? Es gibt sie nur einmal. Eine ganz einfache Antwort, die in vielen Regionen der Welt scheinbar noch nicht angekommen ist. Die gute Nachricht: Zumindest hierzulande wollen immer mehr Menschen bewusster mit den Ressourcen umgehen. Für viele Mitbürger kommt daher der Strom nicht mehr einfach nur aus der Steckdose. Sie wollen wissen, woher genau und in welcher Art und Weise die Stromproduktion in die Natur eingreift. Das sollte eigentlich eine ganz einfache Sache sein, ist es aber nicht.

Mythos 1: Der grüne Stromtarif ist gar nicht grün

Falsch. Ökostrom verheißt Elektrizität aus erneuerbaren Energien wie beispielsweise aus Windkraftanlagen oder Solarkraftwerken. Zudem ist Ökostrom immer frei von Atomstrom. Das sagt zumindest die Werbung. Und das ist auch so. Tatsächlich, und darauf zahlt der Mythos ein, ist das Stromnetz natürlich gefüllt mit allen Arten von Strom. Das lässt sich mit einem großen Teich vergleichen, in den Wasser aus verschiedenen Zuläufen fließt. Natürlich vermischt sich die aus erneuerbaren Energien gewonnene Elektrizität mit der aus anderen Kraftwerktypen. Aber es geht ums Prinzip. Wer den Ökostromtarif wählt, unterstützt den Wandel hin zu den erneuerbaren Energien und weg von Atomkraftwerken und Kohlekraftwerken. Speziell Letztere stoßen Kohlendioxid in großen Mengen aus, das nach wie vor als Klimakiller Nummer eins gilt. Wer es vermeidet, leistet aktiven Umweltschutz im großen Stil. Jeder Wechsel zu einem solchen Tarif ist somit ein aktiver Beitrag zur Energiewende, da Teile der Einnahmen zum Ausbau der regenerativen Energien hierzulande genutzt werden.

Mythos 2: Bei Flaute oder in der Nacht bekomme ich keinen Strom

Falsch. Tatsächlich ist die Meinung verbreitet, dass bei einer Windflaute oder wenn die Sonne nicht scheint – und das tut sie nachts meistens nicht – kein Strom aus der Steckdose kommt. Das ist natürlich nicht richtig. Generell ist die Stromversorgung in Deutschland gesichert. Spitzen, die bei starker Sonneneinstrahlung oder Sturm entstehen, werden genauso abgefangen wie Tage, an denen es windstill ist und Flaute in den Windkraftanlagen herrscht. Wer einen Ökostromtarif wählt, muss daher keine Angst haben, dass er ohne Strom dasteht.

Mythos 3: Bei einem Wechsel zu einem Ökostromanbieter sitze ich ohne Strom da

Falsch. Im Internet finden sich tatsächlich etliche Horrorgeschichten über Familien, die in einer kalten Wohnung etliche Tage verbringen mussten, weil der Wechsel zu einem Ökostromanbieter nicht geklappt hat. Die Geschichten lesen sich in vielen Fällen wie Märchen. Aus gutem Grund: Sie sind genau das – Märchen. Egal, wer von welchem Anbieter wohin wechselt und ob er dabei einen Ökostromtarif wählt oder nicht – die Grundversorgung ist immer sichergestellt. Es gibt keine Szenarien, wo Familien wegen eines Ökostromtarifs ohne Strom auskommen müssen. Es sei denn, die Stromrechnung wurde nicht bezahlt. Aber das ist, um es mit Michael Ende zu sagen, eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden soll.

Mythos 4: Ökostrom ist deutlich teurer als normaler Strom

Weder falsch noch richtig. Das ist eine Sache, die sich nicht generell mit einem Ja oder einem Nein beantworten lässt. Es kommt darauf an, wäre sicherlich die richtigere Antwort. Dennoch gibt es günstige Ökostrom-Tarife. Auch direkt bei den Stadtwerken Düsseldorf. Die Gewinnung von Ökostrom kostet in der Regel mehr als herkömmlich gewonnene Elektrizität. Das liegt vor allem an der aufwendigen Art der Gewinnung und den Kosten für die dafür notwendigen Technologien. Bei den Stadtwerken Düsseldorf wird übrigens zu 100 Prozent durch Wasserkraft erzeugter Strom verkauft. Der TÜV NORD hat dies sogar überprüft und zertifiziert.

Fazit: Es zeigt sich, dass Mythen sich sehr schnell in heiße Luft auflösen, wenn sie hinterfragt werden. Das ist, gerade im Fall von Ökostrom, gut für uns alle, vor allem für die Natur. Es gilt, Energie sinnvoll zu nutzen. Dabei spielt der Stromtarif letztlich keine Rolle. Wer die nachfolgenden Tipps beherzigt, kann den eigenen Stromzähler schnell ausbremsen.

Keine Geräte auf Stand-by

TV, PC oder HiFi-Anlage verbrauchen auch im Stand-by-Modus Energie. Ärgerlich: Viele Geräte haben gar keinen richtigen Ausschalter mehr. Hier hilft eine Steckerleiste mit Einschaltknopf. Die Anschaffung lohnt sich. Ein PC plus Peripherie im Stand-by verursacht im Jahr Kosten von bis zu 15 Euro, ein DSL-Router alleine schon 12 Euro. Insgesamt lassen sich über 100 Euro im Jahr sparen, wenn Geräte wirklich ausgeschaltet werden.

Adieu Glühlampe

Kaum eine andere Lichtquelle hat so eine verheerende Energiebilanz wie die gute alte Glühlampe. Lediglich 5 Prozent der verbrauchten Energie werden in Licht umgewandelt. Zwar kostet eine Glühlampe unter einem Euro, verbraucht aber im Laufe eines Jahres bis zu 150 Euro an Energie. Da lohnt sich die Anschaffung von LEDs. Deren Kaufpreis liegt zwar höher, dafür verbrauchen sie nur einen Bruchteil der Energie einer Glühlampe und halten bis zu 20 Jahre.

Kühl, aber nicht zu kühl

Die Temperatur des Kühlschranks sollte auf plus 7 °C, die des Gefrierschranks auf minus 18 °C eingestellt sein. Das reicht völlig aus. Denn: Bereits zwei Grad weniger bedeuten einen etwa zehn Prozent höheren Stromverbrauch. Außerdem sollte die Gefriertruhe regelmäßig abgetaut werden, da dickeres Eis gleichzeitig auch mehr Energie frisst.

Waschen, aber nicht zu heiß

Wer die Waschmaschine nur mit 40 statt 60 Grad betreibt, halbiert den Strombedarf. Wer sogar nur auf 30 Grad wäscht, spart sogar zwei Drittel.

Stromfresser finden und auswechseln

Wer mit einem Strommessgerät einmal die eigene Wohnung unter die Lupe nimmt, wird schnell die größten Stromfresser finden. Neben alten Großgeräten wie Kühlschränken oder Herden ist es beispielsweise auch die Kaffeemaschine, die gerne mal mehr Strom schluckt, als man ihr ansieht. Wer hier in neue Geräte investiert, kann Strom und somit bares Geld sparen. Zur Veranschaulichung: Ein Haushaltsgerät in der besten Einstufung von A+++ verbraucht 40 Prozent weniger Strom als ein vergleichsbares Gerät der Energieeffizienzklasse B. Da rentiert sich eine Neuanschaffung bereits nach wenigen Jahren. Und schont die Umwelt.

Übrigens: Die Stadtwerke Düsseldorf unterstützen Sie beim Sparen von Energie. Dazu bieten sie einen Lampenkoffer an, mit dem jeder LEDs bei sich vor Ort testen kann. Außerdem gibt es Strommessgeräte zum Ausleihen, die das Aufspüren von Energiefressern erleichtern.

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