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WohnKultur

Neue Wohnkonzepte: Arbeiten und Wohnen in Business-WGs

Wie durch Mobilität und Flexibilität innovative Wohnkonzepte entstehen

Endzwanziger feiern in der Küche ihrer Wohngemeinschaft eine kleine Party und haben sichtlich Spaß.

Mehr als nur eine Zweckgemeinschaft

Die Zeiten, in denen Wohngemeinschaften nur etwas für Studenten mit notorisch klammem Geldbeutel waren, sind definitiv vorbei. Denn immer mehr Menschen entdecken neben den finanziellen Vorteilen gute Gründe, sich zum Wohnen, Leben und manchmal auch zum Arbeiten einer Wahlfamilie anzuschließen – ob auf kürzere oder längere Zeit.

Ein junger Mann betritt mit einem Umzugskarton in Händen eine neue Wohnung.
Mit dem Einzug in eine Wohngemeinschaft beginnt für Berufseinsteiger ein neuer Lebensabschnitt

Plötzlich Alleinstehende möchten wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben, in einer WG sind Senioren weniger allein. Oder Jung und Alt ziehen in ein Mehrgenerationenhaus, weil jeder etwas davon hat: Rentner mit Tagesfreizeit etwa können die Kinderbetreuung übernehmen, während die eigentlichen Eltern ihnen im Gegenzug die Einkäufe abnehmen. Besonders bei Patchworkfamilien in ihren verschiedensten Ausprägungen können die Übergänge vom klassischen Wohnen zur Wohngemeinschaft fließend sein. Und auch gestandene Erwachsene schließen sich immer öfter zusammen, um gemeinsam einen Lebenstraum zu verwirklichen, der ihnen alleine verwehrt geblieben wäre – beispielsweise das Wohnen in einem umgebauten Bauernhof vor den Toren der Stadt.

Wohngemeinschaften als Türöffner

An Beliebtheit nehmen Wohngemeinschaften aber vor allem in einer Bevölkerungsgruppe rapide zu: den Berufseinsteigern. Direkt nach der Ausbildung oder dem Studium haben die meisten von ihnen noch keine Familie gegründet. Und wenn sie ohnehin erst vor ein paar Jahren für die Lehrstelle oder Universität den Wohnort gewechselt haben, dann ist bei ihnen die Bereitschaft besonders hoch, für ein gutes Jobangebot erneut umzuziehen.

Fremd und ohne Kontakte in einer neuen Stadt – da kommt eine WG wie gerufen, um außerhalb des Arbeitsplatzes soziale Anknüpfungspunkte zu finden. Nach Feierabend lernt man beim gemeinsamen Abendessen in der WG-Küche gleich neue Leute kennen. Umso praktischer, da Arbeitsverhältnisse heutzutage nicht nur örtlich immer flexiblere Anforderungen stellen. Handelt es sich beispielsweise beim Job um eine befristete Stelle mit der Aussicht, im nächsten Jahr schon wieder ganz woanders seine Zelte aufzuschlagen, ist ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft gleich aus mehreren Gründen eine passende Wahl – nicht nur der Kosten wegen.

Blick in das fertig eingerichtete Einzelzimmer einer Business-WG.
Die oft möblierten Zimmer in Business-WGs weisen in der Regel eine gehobene Ausstattung auf

Der Boom der Business-WGs

Das Phänomen, dass Berufstätige oft zeitlich begrenzt miteinander leben, ist mittlerweile so verbreitet, dass sich für diese Art der Wohngemeinschaften sogar schon ein Begriff eingebürgert hat: die sogenannten Business-WGs. Auch im wirtschaftlich starken Düsseldorf mit seinen unzähligen deutschen und europäischen Firmenzentralen sind sie immer öfter anzutreffen. Und wir haben mit der WG4U in Pempelfort wahrscheinlich sogar die größte Business-WG Deutschlands. Auf weit mehr als 500 Quadratmetern wohnen derzeit circa 50 Personen.

Die insgesamt 6 Etagen bieten nicht nur die üblichen WG-Zimmer, die hier durchschnittlich zwischen 500 und 900 Euro im Monat kosten und relativ kurze Kündigungsfristen haben. Die Wohngemeinschaft verfügt über Annehmlichkeiten wie eine Dachterrasse, einen Wellnessbereich mit Sauna und Whirlpool, einen eigenen Fitnessraum sowie gleich zwei TV-Lounges. Die Bewohner teilen sich 25 Duschen, 22 Toiletten, 12 Kochfelder, 5 große Kühlschränke und 4 Waschmaschinen. In der Miete enthalten sind nicht nur alle Nebenkosten wie Strom, Wasser und Heizung, sondern auch ein standesgemäßer Highspeed-Internetanschluss sowie ein Putzservice. Das macht das Wohnen sehr gut kalkulierbar, vor allem aber unkompliziert. Denn in der Regel wohnt man hier etwa für 2–3 Jahre, danach ziehen die meisten WGler weiter.

Aus Coworking wird Coliving

Gerade Digital Nomads, die überall auf der Welt ihren Laptop aufklappen können und sofort bereit sind, mit dem Arbeiten anzufangen, wissen solche Bedingungen zu schätzen. Das Bewerbungsverfahren für die zumeist begehrten Plätze auch in kleineren dieser neuen Wohnkonzepte läuft in der Regel komplett online ab. Neben Anbietern speziell für den deutschen Wohnungsmarkt lassen sich schnell auch international ausgerichtete Plattformen ergoogeln, die für bestens ausgebildete Fachkräfte eine Anlaufstelle zur Unterkunftssuche am nächsten Arbeitsort bieten. Und so überrascht es dann auch nicht, dass sich in vielen dieser Business-WGs gleich in weltweit verständlichem Englisch unterhalten wird.

Ein Mann und eine Frau sitzen bei der Arbeit mit einem Laptop an einem Tisch ihrer Wohngemeinschaft.
Ob am Küchentisch oder in speziell eingerichteten Workspaces – in Business-WGs wird nicht nur gewohnt, sondern manchmal auch gearbeitet

Das globale Coworking-Startup WeWork arbeitet an ehrgeizigen Plänen, mit WeLive an die gemeinschaftlich genutzten Büroflächen auch gleich Shared-Apartment-Komplexe anzuschließen – allerdings scheint die Corona-Pandemie diesem Expansionsvorhaben zuletzt einen Dämpfer verpasst zu haben. Mittelfristig wird diese Entwicklung aber kaum aufzuhalten sein, die Nachfrage in unserer globalisierten Arbeits- und Lebenswelt mit ihren dynamischen, flexiblen Anforderungen wird nach kurzem Innehalten schon bald wieder steigen. Die WG4U jedenfalls möchte ebenfalls weiter ausbauen und wachsen. So außergewöhnlich und spektakulär wie bei diesen beiden Beispielen muss es natürlich nicht immer zugehen. Wenn man seinen Umzug nach Düsseldorf plant, kann man sich als Berufseinsteiger auch ein Zimmer in einer klassischen Studenten-WG suchen. Hier wird man trotz des notorisch angespannten Wohnungsmarkts in der Landeshauptstadt recht schnell fündig. Gemütlicher und kontaktfreudiger als in einem anonymen Hotelzimmer ist es allemal.

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