HeimatLiebe

Da steckt Musik drin!

Wie sich Düsseldorf für die Klänge von heute und den Sound von morgen einsetzt

Wer mit seiner Musik groß rauskommen möchte, muss vor allem üben, üben, üben.

Düsseldorf ist voller Musik, die nur darauf wartet, entdeckt und gehört zu werden. Musikevents und Konzerte gibt es fast täglich und für jeden Geschmack. Auch der Nachwuchs bekommt in der Landeshauptstadt seine Plattform. Damit diese Vielfalt auch in Zukunft erhalten bleibt, gibt es die Musikförderung des Düsseldorfer Kulturamtes.

Deutschland, Land der Dichter. Und offensichtlich auch der Musiker. Diesen Eindruck gewinnt jeder, der sich eine der zahlreichen Castingshows im Deutschen Fernsehen anschaut. Musizieren – allein oder in der Gruppe – rangiert hierzulande weit oben auf der Liste der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Auch viele Düsseldorfer sind längst vom Musikvirus erfasst. Wie gut, dass ihnen geholfen wird. Das Open Source Festival ist mittlerweile weit über die Grenzen unserer Landeshauptstadt hinaus bekannt. Aber wie sieht es mit dem Acoustic Summer Festival aus? Oder den Nachwuchswettbewerb City Beats? Und wie ist es mit musikalischen Veranstaltungsorten? Das zakk ist wohl jedem ein Begriff. Doch wer kennt die Brause? Oder die Kassette? Wer einmal etwas tiefer gräbt, der findet schnell heraus: In unserer Stadt steckt viel Musik.

Erste Strophe: Wenn die Musik erwacht

Es ist ein Moment aus der Kindheit, den sicher jeder teilen kann: Man steht vor dem Spiegel mit der Bürste in der Hand und stellt sich vor, ein berühmter Star zu sein. Ein Star, von allen geliebt und bejubelt. Für die einen ist es nur ein kindliches Intermezzo, für die anderen tatsächlich ein Lebenstraum. Wer diesen Traum eben nicht über das Fernsehen umsetzen möchte, sollte einfach um die Ecke schauen. Denn in Düsseldorf bekommen junge Künstler durchaus die Chance, ihr Können zu beweisen. Beispiele? Die Toten Hosen, Kraftwerk, Doro Pesch oder auch Heino – Künstler, die heute aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken sind, die aber in der Landeshauptstadt einmal klein angefangen haben. Musikalisch mögen Welten zwischen ihnen liegen, aber Geschmack ist, was gefällt. Und das ist gut so. Damit das so bleibt, ist es wichtig, Musik zu fördern – gerade auch die Künstler von morgen. Diese anspruchsvolle Aufgabe übernimmt in Düsseldorf die Musikförderung des Kulturamts. In Nachwuchswettbewerben und über die Förderung des Kulturausschusses werden Musiker unterstützt.

Die Mischung macht’s: Zu einem guten Song gehört auch das passende Equipment.

Die Mischung macht’s: Zu einem guten Song gehört auch das passende Equipment.

Interlude: Früh übt sich

Irgendwann steht jede Band das erste Mal auf der Bühne. Und je früher desto besser. So ließe sich ungefähr die Idee hinter den Nachwuchswettbewerben in Düsseldorf zusammenfassen. Das „Newcomer Festival“ beispielsweise richtet sich vor allem an Schülerbands, die gerade ihre Schritte in die Öffentlichkeit machen. Im Rahmen des Festivals können sie erste Bühnenerfahrung sammeln und sich einem größeren Publikum präsentieren. Außer der Überwindung, sich vor einem durchaus kritischen Publikum vorzustellen, kostet die Teilnahme nichts. Auch alle Zuhörer und Fans haben freien Eintritt. Für Musikerinnen, Musiker und Bands, die schon etwas weiter sind, gibt es den Nachwuchswettbewerb „City Beats“. Teilnahmekriterien: Die Bewerber sollten aus der Region Düsseldorf kommen und bereits über Studio- oder Bühnenerfahrung verfügen. Zudem sollten sie selbst komponierte Stücke im Repertoire haben. Denn Coverbands gibt es viele, aber hier sind echte Originale mit Charakter gefragt! Unter allen Teilnehmern wählt eine Jury drei Finalisten, die Anfang Dezember eines jeden Jahres gegeneinander antreten. Und das Mitmachen lohnt sich: Dem Gewinner winken 2.500 Euro in bar sowie drei Tage im Tonstudio. Auch der zweite und dritte Platz werden mit Geldpreisen belohnt. „Es geht immer darum, die Band auf ihrem Weg in die Professionalität zu fördern“, erklärt Marko Zaic von der Musikförderung des Kulturamtes. „So sind die Gewinne bei den Nachwuchswettbewerben dafür gedacht, eine CD-Produktion, ein paar Tage im Studio oder eine Tour zu ermöglichen.“

Zitat Anfang

Wir wollen eine lebendige, freie Musikszene in Düsseldorf.
Marko Zaic, Musikförderung Kulturamt Düsseldorf

Zitat Ende

Für Bands, die noch einen Schritt weiter Richtung professioneller Karriere gehen möchten, gibt es die sogenannte „Bandprofessionalisierung“. Auch hier ist Düsseldorf als Lebensmittelpunkt gesetzt. Außerdem sollten die Künstler bereits mehrere Konzerte in und um unsere Stadt gespielt haben. Neben dem musikalischen Können wird Erfahrung in weiteren Bereichen erwartet, beispielsweise beim Marketing oder beim Booking. Keine Frage: ein Wettbewerb für Musiker, die es wirklich wissen wollen. Aber der Preis ist es wert. Denn bei der „Bandprofessionalisierung“ bekommen bis zu zwei Bands die Möglichkeit, unter fachkundiger Betreuung Projekte im Wert von jeweils 5.000 Euro pro Band umzusetzen. Konkret heißt das: Die Bands werden ein Jahr gecoacht und können das Geld beispielsweise zur CD-Produktion oder den Dreh von Musikvideos verwenden. So werden sie professionell und sinnvoll begleitet – auf ihrem Weg zu den Stars von morgen.

Dabei sind musikalische Interessen zweitrangig. Denn ob Newcomer, City Beats oder Bandprofessionalisierung: Die Musikrichtung ist nicht entscheidend. „Wir wollen eine lebendige, freie Musikszene in Düsseldorf. Das heißt auch, experimentelle und neue Musik zu fördern“, erklärt Marko Zaic und begründet direkt diese übergreifende Förderung. „Es gibt immer wieder Nischen, die Hilfe brauchen, weil sie sonst eventuell nicht bestehen können.“

Zitat Anfang

Unser Ziel ist es, Werbung für die Bands, aber auch für den Musikstandort Düsseldorf zu machen.
Marko Zaic, Musikförderung Kulturamt Düsseldorf

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Zu einer lebendigen Musikszene gehören natürlich auch spannende Veranstaltungsreihen, ungewöhnliche Aufführungsorte und bunte Festivals. Deshalb gibt es neben den Nachwuchswettbewerben auch die direkte Förderung über den Musikbeirat. Hinter dem nach Amtsdeutsch klingenden Programm steckt ein cleveres Konzept. Denn die direkte Förderung unterstützt vor allem Veranstalter, die Düsseldorfer Künstlern eine Bühne geben. Zu den Geförderten gehören Off-Räume wie die Kassette, das Solaris 53 e. V. und die Brause. Außerdem werden unter anderem Veranstaltungen wie das Acoustic Summer Festival, das Golzheim-Fest und eine Konzertreihe im KIT finanziell unterstützt. Viele Veranstaltungsorte sichern auch eine besondere Vielfalt. „Unser Ziel ist es, Werbung für die Bands, aber auch für den Musikstandort Düsseldorf zu machen“, sagt Marko Zaic. Damit zahlen alle Förderarten auf dasselbe Ziel ein. Zunächst Musiker zu finden, die dann auch die Orte bekommen, aufzutreten. Um letztlich Düsseldorf als wichtige Szene auf der Musiklandkarte zu etablieren.

Zweite Strophe: Stadt der tausend Töne

Die Nachwuchswettbewerbe sind eine wichtige Unterstützung auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere. Aber nur wer regelmäßig übt, kommt überhaupt bis hier. Daher sind Proberäume fast so wichtig wie die Auftritte selbst. Denn nicht jeder Nachbar mag Schlagzeug zum Frühstück oder Geige zum Tee. Beim Finden des passenden Raums hilft und vermittelt ebenfalls die Musikförderung des Düsseldorfer Kulturamts. Einen besonders ungewöhnlichen Raum bietet aktuell das Projekt postPost Grand Central. Das ehemalige Postverteilzentrum zwischen Kölner und Erkrather Straße ist im Rahmen einer Zwischennutzung bis mindestens September 2017 zentraler Treffpunkt für Kulturschaffende und die Kreativwirtschaft. Seit November 2016 haben hier zahlreiche Veranstaltungen rund um Mode, Street Food, digitale Innovation, Kunst, Musik, Design, Bicycle Culture und Film stattgefunden – und weitere Highlights werden folgen. Neben der 6.000 m² großen früheren Fahrzeughalle, die für ausgesuchte Veranstaltungen gemietet werden kann, bietet der ehemalige Verwaltungstrakt zahlreichen Künstlern, Designern, Musikern und auch einem Schriftsteller vorübergehend Raum zur Entfaltung, mit Unterstützung des Kulturamtes.

Außen still und grau, innen voller Sound und Leben: der Musikbunker am Gatherweg in Lierenfeld.

Außen still und grau, innen voller Sound und Leben: der Musikbunker am Gatherweg in Lierenfeld

Refrain: Da kommt Musik rein

Ein weiterer Anlaufpunkt für Düsseldorfer Musikerinnen und Musiker ist der Musikbunker. In Lierenfeld, genauer gesagt am Gatherweg 98, stehen im wunderbar grauen Prachtbau auf vier Etagen sage und schreibe 92 Räume zur Miete bereit. Wer hier üben möchte, kann aus unterschiedlichen Räumen auswählen. Zwischen sechs und 46 Quadratmetern groß, ist hier für jeden etwas dabei. Was gerade für sensible Instrumente und Geräte wichtig ist: Alle Räume sind sicher, trocken und gut belüftet. Auch wer im Proberaum den Kontakt zu seinen Fans nicht verlieren möchte, kommt auf seine Kosten: Alle Räume verfügen über WLAN.

Eine Band, die einen Proberaum im Musikbunker bekommen hat, ist „Elevata“. Die vier Jungs bezeichnen ihre Musik selbst als „Alternaponk“, so auch der Name ihres Debütalbums. Sie spielen gitarrenlastige Rockmusik, bei der das Publikum einfach mitgeht. Und sie sind schon ein wenig weiter als absoluter Newcomer. So machten sie den dritten Platz beim Nachwuchswettbewerb „City Beats 2016“. Ein weiteres schönes Beispiel dafür, wie gut die Musikförderung in Düsseldorf funktionieren kann, ist die Band „Ivory Clay“. Sie gewann 2014 die „Bandprofessionalisierung“ und erhielt zwei Jahre später den Förderpreis für Musik der Stadt Düsseldorf. Beide Bands zeigen, wie Düsseldorfer Künstler dank der Nachwuchswettbewerbe ein wenig mehr ins Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.

The Show must go on: John Conley von der Band Eleveta auf dem Weg zur Probe.

The Show must go on: John Conley von der Band Eleveta auf dem Weg zur Probe.

Finale: Jetzt alle!

Spätestens jetzt sollte klar sein: Düsseldorf klingt! Die Stadt ist musikalisch vielfältig und abwechslungsreich. Mit lauten und leisen Tönen. Bekannten Akkorden und ungewöhnlichen Instrumenten. Düsseldorf kann stolz sein auf Bands wie Die Toten Hosen, Doro Pesch, Heino oder Kraftwerk (Letztere spielen übrigens auch im Rahmenprogramm des Grand Départ). Stolz aber auch auf sein Förderprogramm, das garantiert, dass Düsseldorf auch zukünftig musikalisch die Nase vorne behält.

Let’s go! Eleveta geben auch bei ihren Proben immer alles.

Let’s go! Eleveta geben auch bei ihren Proben immer alles.