GaumenFreude

Burger für Büromenschen

Von der Schnapsidee zum erfolgreichen Start-up

Was isst man eigentlich so als Büromensch? Manche gehen mittags schick essen, andere zum Dönerladen und wieder andere bringen sich etwas zum Aufwärmen mit oder beißen beherzt in eine Käsestulle. Je nach Geschmack und Budget. Eine Alternative ist ein Food Truck, der das Essen direkt zum Büro bringt. Aber was unterscheidet einen Food Truck eigentlich von einer Imbissbude?

In den USA sind sie aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Hier starten sie gerade erst richtig durch: Food Trucks – gutes Essen, das direkt zu uns in die Mittagspause kommt. Das neue Konzept ist im wahrsten Sinne des Wortes ein heiß umkämpftes Geschäft. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, braucht man das richtige Rezept, um die amerikanische Art zu essen für Deutschland neu zu erfinden. Und das hatten Melanie Linden und Nicole Steinbüchel. Die zwei Ladys von Goodman’s Burger Truck gelten als Trendsetter und verköstigen jetzt seit dreieinhalb Jahren mit amerikanischem Flair und deutschen Bioprodukten hungrige Burger-Freunde zwischen Düsseldorf, Köln und Bonn.

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Da wir auch Büromenschen waren, wussten wir, wie schwer es ist, in solchen Gebieten an gutes Essen zu kommen.

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Aller Anfang ist schwer

Wer kennt das nicht? Man sitzt mit Freunden zusammen in der Kneipe, das erste Bier ist getrunken und plötzlich – die Idee! Wir machen eine Bar auf! Ein Café! Einen Food Truck! So war das tatsächlich bei den Geschäftsführerinnen von Goodman’s Burger Truck. Nur war die Idee am nächsten Tag nicht verschwunden. Stattdessen haben sie sich erste Notizen gemacht und das Potenzial ihrer Idee überprüft. „Da wir auch Büromenschen waren, wussten wir, wie schwer es ist, in solchen Gebieten an gutes Essen zu kommen.“ Sie hatten also einen Bedarf entdeckt, den sie erfüllen wollten. Mit hochwertigen Burgern. Und das, obwohl sie beide in ihren „normalen“ Jobs erfolgreich waren. Am Anfang hieß das nicht nur doppelte Arbeit. Denn neben ihren Jobs haben sie noch kalkuliert, gebraten und verkauft. Sie mussten aber auch gegen Vorurteile kämpfen. „Man wurde erst einmal als ein Imbisswagen abgetan“, erzählt Melanie Linden. Dabei macht bei einem Food Truck die Hochwertigkeit des Produktes den Unterschied.

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Vom Fast Food zum Genuss

Wenn die Wagen von Goodman’s Burger Truck mittags zwischen 11:30 und 13:30 Uhr ihre Burger-Kreationen anbieten, stehen die Leute Schlange. Und das aus gutem Grund, denn die Qualität der Burger ist den beiden Frauen extrem wichtig. Die gelernte Gastronomin Nicole Steinbüchel erklärt stolz: „Außer uns ist niemand BIO-zertifiziert.“ Und dass das nicht nur für das gute Gewissen, sondern auch für den Geschmack einen Unterschied macht, ist für sie selbstverständlich. Denn wenn der Burger erst einmal auf den extra in die Trucks eingebauten Lavagrills gebraten wurde, „dann ist das vom Geschmack her wie ein Steak“. Insbesondere die Trucks sind Sonderanfertigungen, bei denen die beiden viel experimentiert haben, bis jeder Wagen perfekt ihren Ansprüchen genügte. Von „Bruno“, dem allerersten Truck, der ihnen besonders ans Herz gewachsen ist, bis zu „Hektor“, dem nigelnagelneuen Star des mittlerweile sechs Trucks umfassenden Fuhrparks. Aber nicht nur die Trucks sind handverlesen. Auch die Burgerrezepte sind es. Haben einer der Mitarbeiter oder auch die beiden Geschäftsführerinnen eine Idee, dann wird sie erst einmal auf Herz und Nieren getestet und auf Food-Events verkostet. Der nächste Schritt führt auf die „Special“-Karte. Um zu testen, ob auch die regelmäßigen Kunden den neuen Burger annehmen. Und erst dann landet er vielleicht auf der „festen“ Speisekarte. Neueste Kreation: der „New Yorker“ mit Camembert, Mangold, Trüffelmayo und Champignons.

Abwechslung ist wichtig

Nicht nur bei den Specials ist Abwechslung wichtig. Für Melanie Linden und Nicole Steinbüchel war die Abwechslung ein Grund, sich aus ihren Alltagsjobs zu verabschieden und etwas Eigenes zu machen. Jetzt haben sie ein eigenes Business und stehen jeden Tag vor neuen Herausforderungen, die eine Menge Spaß machen. Auch ihre Mitarbeiter zieht die Abwechslung und Eigenständigkeit des Jobs an. Und dass auch sie Freude haben, merkt man, wenn man am Truck steht und eine persönliche Burger-Beratung erhält, an deren Ende man einen tollen Burger bekommt. Der aus der Pause einen echten Genussmoment macht.

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Check für Start-up-Starter

Es muss nicht unbedingt ein Food Truck sein. Aber wenn man sich mit einer Idee selbstständig machen möchte, sollte man vorher prüfen, ob man bereit ist, das Risiko einzugehen. Und vor allem auch eine Menge Arbeit zu erledigen.

  • Wer ein Start-up gründet, wird nicht über Nacht reich. Wollen Sie viel daran arbeiten und eventuell zwei Jobs gleichzeitig machen?
  • Prüfen Sie Ihre Idee: Was ist das Besondere? Gibt es einen Markt?
  • Wie sieht die Konkurrenz aus?
  • Benötigen Sie Kapital? Wenn ja wie viel und woher bekommen Sie es?
  • Stehen Sie voll und ganz hinter Ihrer Idee?
  • Wollen Sie Ihren aktuellen Job kündigen und ohne finanzielle Sicherheit leben?

Wer alle Fragen mit Ja beantwortet, der steht auf jeden Fall so hinter seiner Idee, wie es Melanie Linden und Nicole Steinbüchel tun. Und ist dabei, eine Schnapsidee in ein Start-up zu verwandeln.

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