InnovationsKraft

Impuls über das Netz

Mit Rundsteuerempfängern zum Smart Home

In vielen Haushalten hängt ein Rundsteuerempfänger direkt neben dem Stromzähler oder dem Sicherungskasten.

Mit dem Smartphone die Rollläden herunterzulassen oder die Wohnraumtemperatur auf dem Nachhauseweg einzustellen, ist schon fast Normalität. Ganz im Verborgenen hat dabei eine regelrechte Revolution im Stromnetz stattgefunden: Energieversorger können mit Impulsen, die sie über das Stromnetz mitgeben, dem Haus Signale zukommen lassen. Möglich macht das der Rundsteuerempfänger.

Seien wir bitte einmal ehrlich – viele von uns haben keine Ahnung, was eigentlich im Eigenheim oder in der Wohnung so alles passiert, wenn wir nicht vor Ort sind. Nein, gemeint sind nicht irgendwelche Partys der Kinder oder sonstige Dinge, die man auch gar nicht wissen will. Gemeint sind hier technologische Abläufe, die „einfach passieren“, um es laienhaft auszudrücken. Denn tatsächlich geschehen diese Dinge nicht einfach so, sondern aus gutem Grund. Strom ist hier beispielsweise ein solcher Kandidat. Und zu tun hat das mit unserem Lebensrhythmus.

Der Verbraucher gibt den Takt vor

Energieversorger wie die Stadtwerke Düsseldorf sind bestrebt, über den Tag hinweg den Absatz an elektrischer Energie möglichst konstant zu halten. Die zur Verfügung stehenden Kraftwerke lassen sich dann gleichmäßig und – vor allem – wirtschaftlich betreiben. Leider richtet sich der Energiebedarf aber im Wesentlichen nach dem Leben der Verbraucher, nicht nach den Abläufen bei den Energieversorgern. Die Folge: Am Tage gibt es hier und da Verbrauchsspitzen, die sich durch das Zuschalten von Kraftwerken abfedern lassen. In der Nacht hingegen sinkt der Stromverbrauch. Kraftwerke werden hier sogar abgeschaltet, weil niemand den produzierten Strom benötigt. Was wäre aber, wenn Verbraucher die Chance hätten, den Strom günstiger und nachhaltiger dann zu nutzen, wenn gerade kaum jemand Strom braucht?

Einschalten per Impuls

Genau auf dieser Idee setzt die Rundsteuertechnik auf. Denn was viele Verbraucher nicht wissen: Das Stromnetz kann auch ein Kommunikationsnetz sein. Möglich macht es die Rundsteuertechnik. Netzbetreiber sind dank ihr in der Lage, Impulse über das Stromnetz zu senden. Verschiedene Impulse hintereinander ergeben gewisse Codes, die der Rundsteuerempfänger liest und versteht. Und an verbundene Empfänger weitergibt. Übrigens: In vielen Haushalten und Firmen hängt ein solcher Rundsteuerempfänger direkt neben dem Stromzähler oder dem Sicherungskasten. Da er klein, grau und unscheinbar ist, fällt er meistens nicht auf. Dafür kann er tatsächlich tolle Dinge. So schaltet ein solcher Empfänger beim richtigen Impuls beispielsweise die Nachtspeicherheizung an. Und zwar dann, wenn der Strom weniger kostet und es ihn besonders reichlich gibt: in der Nacht. Auch kann der Empfänger besondere „Energiefresser“ vom Netz nehmen, wenn es tagsüber besonders außergewöhnliche Spitzen gibt. Der Rundsteuerempfänger ist damit deutlich besser als Schaltuhren. Diese können zwar auch zu einer bestimmten Zeit ein Gerät an- beziehungsweise ausschalten. Aber Schaltuhren müssen gewartet und immer wieder gestellt werden, außerdem können sie nicht auf Verbrauchsspitzen reagieren. Im ungünstigsten Fall würden sie einen Verbraucher einschalten, obwohl gerade besonders viel Strom gebraucht wird. Wer einen Doppeltarifzähler sein Eigen nennt, profitiert ebenfalls von dem Rundsteuerempfänger – denn dieser sorgt dafür, dass stets der preiswerteste der verfügbaren Tarife zur Stromberechnung herangezogen wird.

Fazit: Die Rundsteuertechnik ist eine dieser verborgenen Technologien, die es nicht nur ermöglicht, tägliche Spitzen in der Stromnutzung zu verhindern, sondern die auch dafür sorgt, dass die Haushalte, in denen ein solches Gerät zum Einsatz kommt, tatsächlich trotz Stromverbrauch sparen. Und das ist ja eine tolle Sache!

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