WohnKultur

Schnecken müssen draußen bleiben!

Hoch hinaus mit Hochbeeten

Nicht nur das Gärtnern im Stehen spricht für Hochbeete.

Dass die Deutschen ihren Garten lieben, ist keine Neuigkeit. Allerdings begeben sich immer mehr Gartenliebhaber in die Höhe. Und zwar zwischen 80 Zentimeter und einem Meter. Denn das ist die empfohlene Höhe für ein Hochbeet. Ein Hintergrundbericht aus Düsseldorfs Gärten.

Bahnt sich da eine Revolution im Verborgenen an? Brechen Hobbygärtner in Düsseldorf und weit über die Stadtgrenze hinaus mit alten Regeln, wonach ein Beet ebenerdig zu sein hat? Die Antwort lässt sich nicht einfach mit Ja beantworten, sondern eher im Radio-Eriwan’schen-Prinzip – es kommt darauf an. Zunächst die Entwarnung. Niemand macht etwas falsch, wenn er sein Beet da lässt, wo es in den meisten Gärten bislang gewesen ist: auf dem Boden. Aber – und das muss an dieser Stelle auch gesagt werden – er verpasst etwas.

In die Höhe, nicht nur wegen des Designs

Deutschlands Gärten sind in den meisten Fällen ebenerdig. Wer etwas Glück hat, der verfügt über ein Grundstück, auf dem sich der Garten auf mehrere Ebenen verteilt. Das ist dann zwar beim Rasenmähen aufwendiger, allein schon wegen der Schlepperei des Mähers, aber sieht in vielen Fällen einfach toll aus. Vor allem wesentlich natürlicher. Das menschliche Gehirn hat halt gelernt, dass in der Natur eigentlich nichts wirklich gerade ist. Und erst recht nicht, wenn Blumen, Bäume und Gras involviert sind. Damit große Parkanlagen nicht steril und künstlich wirken, machen sich die Planer dieses Wissen zunutze. Beete verlaufen daher selten mit einer geraden Linie zum Rasen, Bäume stehen nicht zufällig an der Stelle, wo sie stehen, sondern hebeln die Sicht des Betrachters aus den perspektivischen Angeln. Alles nur für mehr Natürlichkeit. Dasselbe geschieht mit Hochbeeten. Solche Arrangements sind mehr als nur ein netter Einfall. Sie verschönern jeden Garten, eben auch wegen der damit verbundenen Natürlichkeit. Aber eben nicht nur.

Viele Vorteile, keine Nachteile

Einmal abgesehen vom ästhetischen Empfinden, haben Hochbeete zahlreiche Vorteile. Und alle hängen mit der Höhe zusammen.

Vorteil Nummer 1: Ein Hochbeet schont den Rücken seines Besitzers.

Wer regelmäßig im Garten pflanztechnisch unterwegs ist, der weiß: Einen schönen Garten bezahlt der Hobbypflanzer mit Rückenschmerzen. Auf die gebückte Haltung über Stunden ist unser Rücken einfach nicht ausgelegt. Am Hochbeet lässt sich dagegen vortrefflich schalten und walten. Und dies über Stunden. Der Grund hierfür ist die ideale Arbeitshöhe von 80 Zentimetern bis zu einem Meter.

Vorteil Nummer 2: Schädlinge müssen draußen bleiben.

Schnecken und anderes Getier haben ebenfalls mit der Höhe ihre Probleme. Das heißt nicht, dass das eine oder andere Exemplar nicht den Weg ins Hochbeet findet. Einzelgänger und besonders ausdauernde Typen gibt es immer. Aber eben nicht die Masse. Denn die scheitert in der Regel an der senkrechten Beetwand, die es zu erklimmen gilt. Oder sie macht sich lieber über das normale Beet her. Da ist der Aufwand einfach geringer. Das führt auch dazu, dass weniger Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen. Das Hochbeet ist somit grüner als die Verwandtschaft auf dem Boden.

Vorteil Nummer 3: Dieselbe Fläche mit mehr Ertrag

Unglaublich, aber wahr: Der Ertrag eines Hochbeets mit derselben Fläche wie der eines Flachbeets kann bis zu dreimal so groß sein. Das liegt an weniger Schädlingen, die sich über das Hochbeet hermachen und an dem damit verbundenen reduzierten Pflanzenschutzmittel. Denn tatsächlich sorgen solche Mittel zwar dafür, dass Ungeziefer keine Chance hat. Gleichzeitig gehen die Gifte aber auch zulasten des Wachstums und des Ertrages der Pflanzen. Gesunde Pflanzen produzieren einfach mehr. So simpel ist die Gleichung.

Hochbeet ist nicht gleich Hochbeet, zum Glück!

Gestalterisch kann sich jeder Gärtner mit einem Hochbeet austoben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das fängt schon mit dem eigentlichen „Zuhause“ des Hochbeetes an. Form und Material von Hochbeeten lassen keine Wünsche offen. Ob eine Rahmenkonstruktion aus Holz, gemauert oder scheinbar lose Findlinge aufeinandergestapelt – erlaubt ist, was gefällt. Zu beachten ist allerdings, dass jedes Material seinen eigenen Stil hat. Wer ein Hochbeet plant, sollte sich daher gut überlegen, wo es später stehen wird und welchen Zweck es erfüllen soll. Hochbeete aus Holz haben sich, auch weil sie relativ leicht zu bauen sind, gegenüber den gemauerten Vertretern als des Deutschen liebste Form etabliert. Außerdem passt Holz zu diversen Gartenstilen und ist nicht so dominant wie beispielsweise Schiefer oder Granit.

In wenigen Schritten zum eigenen Hochbeet

Der Bau eines Hochbeets geht je nach Art innerhalb von ein bis zwei Stunden vonstatten. Wichtig ist die richtige Befüllung des Beetes, sonst wächst später nicht viel. Als unterste Schicht wird ein engmaschiges Kaninchengitter gelegt. Ein wichtiger Schutz gegen Wühlmäuse und andere Nager. Als nächste Schicht folgen grobe Bestandteile wie gehäckselte Baumreste oder Sträucher. Diese groben Teile sorgen später für eine gute und vor allem notwendige Durchlüftung. Danach können Gartenabfälle wie gemähtes Gras oder Stroh aufgelegt werden. Erst dann folgt die erste Schicht mit normaler Gartenerde. Danach eine Schicht mit reifem Kompost oder Dünger aus dem Gartenfachhandel. Die oberste Schicht bildet hochwertige Blumenerde. Jetzt nur noch bepflanzen und fertig ist ein echter Hingucker.

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Es ist das sinnvolle Wechselspiel zwischen Hoch- und Flachbeeten, was aus einem normalen Garten einen besonders schönen Garten macht.

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Übrigens: Wer meint, dass der Garten besonders gut aussieht, wenn er nur aus Hochbeeten besteht, der irrt. Es ist das sinnvolle Wechselspiel zwischen Hoch- und Flachbeeten, was aus einem normalen Garten einen besonders schönen Garten macht.

Mit diesen praktischen Tipps wird Ihr Hochbeet zum Erfolg!

Der richtige Standort: Hochbeete am besten dort aufstellen, wo sie besonders viel Sonne bekommen. Der Untergrund sollte ebenerdig und das Hochbeet von allen Seiten aus erreichbar sein.

Wasser: Ein Hochbeet braucht im Vergleich zum Flachbeet mehr Wasser. Das liegt daran, dass der Boden exponierter liegt und somit die Wärme tiefer eindringen kann. Ein Wasseranschluss in der Nähe des Beetes verhindert regelmäßiges Laufen mit der Gießkanne.

Hochbeete aus Holz: Teichfolien an der Innenseite verhindern, dass der Rahmen von innen angegriffen wird und fault. Außerdem schützt die Folie zusätzlich vor dem Austrocknen.

Länge vor Tiefe: Das Hochbeet nicht zu tief anlegen, damit die Pflege einfach ist. Als Ideal gilt eine Tiefe von 1,20 Meter.

Anlegezeit: Ideal sind der Frühling und der Herbst zur Anlage eines Hochbeetes. Nicht nur wegen der moderaten Temperaturen, sondern auch wegen der zahlreichen Gartenabfälle, die für den Bau gebraucht werden.

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