WohnKultur

LALL LALL Land – oder „Was haben Kinder mit Kinderzimmern zu tun?“

Sicher, sinnvoll, süß? Lassen Sie sich die Tipps zur Einrichtung von Kinderzimmern nicht entgehen. Von dem einzig wahren Expertenteam!

Babyzimmer einrichten: in Weiß, mit Babymöbeln aus Massivholz und gemütlichem Teppich

Alle Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind. Doch was ist das eigentlich: das Beste? Besonders bei der Einrichtung des Babyzimmers eine nicht ganz leicht zu beantwortende Frage. Ein Expertenteam der anderen Art gibt Rat. Inklusive Top-10-Tipps.

Schön sollte es natürlich sein. Aber ist es auch sicher und funktional? Alle drei Aspekte sind gleichermaßen wichtig bei der Einrichtung des Babyzimmers.
Schön sollte es natürlich sein. Aber ist es auch sicher und funktional? Alle drei Aspekte sind gleichermaßen wichtig bei der Einrichtung des Babyzimmers.

Julia ist platt. Obwohl sie eigentlich rund ist. Sehr rund. Das ist auch gut so, denn sie ist im 7. Monat schwanger. Sie ist am Carlsplatz in ihrem Düsseldorfer Lieblingscafé und wartet auf eine der berühmten Törtchenkreationen. Eigentlich ernährt sie sich derzeit natürlich besonders gesund , aber nach dem anstrengenden Baby-Shopping gönnt sie sich jetzt den Traum aus Zucker. Die Vorbereitungen für das Baby sind nicht nur körperlich sehr anstrengend – es gilt auch, viele Entscheidungen zu treffen. Als Neu-Mama ist es verständlicherweise nicht immer so einfach, im Sinne des Kindes „richtig“ zu entscheiden. Aktuell treibt Julia die Einrichtung des Kinderzimmers um. Von allen Seiten gibt es gut gemeinte Meinungen und Ratschläge dazu, von den üblichen „Experten“: der Werbung, den kinderlosen Freundinnen und den Schwiegereltern. Vor ihrem geistigen Auge tun sich geschwungene, cremefarbene Möbel auf: Kinderbettchen und Wickelkommode, ein verspielter Baldachin und eine Nachtlampe in Engelsform. Bei dem Gedanken schmilzt nicht nur ihr mittlerweile serviertes Törtchen, sondern auch ihr Mutterherz dahin. Dem Baby scheint es ebenso zu schmecken, denn es macht sich munter durch Fußtrittchen bemerkbar.

Aber – Moment mal – da ist doch noch etwas anderes? Julia horcht in sich hinein:

Die Farbwahl im Kinderzimmer ist wichtig. Wichtiger ist aber die Frage: Ist die Farbe frei von Weichmachern und Lösungsmitteln?
Die Farbwahl im Kinderzimmer ist wichtig. Wichtiger ist aber die Frage: Ist die Farbe frei von Weichmachern und Lösungsmitteln?

Baby: „Hallo? Mama? Hörst du mich?“

Julia: „Baby? Bist du´s?“

Baby: „Ja! Ich bekomme gerade mit, dass du dir Gedanken darüber machst, wie mein Babyzimmer am besten eingerichtet werden soll. Da bin ich Experte. Meine Bedürfnisse kenne ich nämlich am besten.“

Mama: „Schön, dass du da bist. Welche Farbe würde dir denn am besten gefallen?“

Baby: „In den ersten Jahren tun mir Farben gut, die meine Sinne anregen, ohne dass ich einer Reizüberflutung ausgesetzt bin. In der Regel ist das eine Gestaltung aus zarten, pastelligen Farben. Was aber viel wichtiger ist: Es gibt spezielle Farben, die frei sind von Weichmachern und Lösungsmitteln. Meiner Gesundheit zuliebe solltest du dir auch darüber Gedanken machen.“

Julia: „Guter Hinweis. Ich werde vorsichtshalber generell bei der Einrichtung und Dekoration auf schadstofffreie Materialien achten: Möbel, Teppich, Bettwäsche. Alles eben. Wenn ich auf die ausgewiesenen Gütesiegel wie zum Beispiel das GS-Zeichen achte, mit dem der TÜV Rheinland Produkte als geprüft und unbedenklich auszeichnet, sind wir auf der sicheren Seite.“

Baby: „Apropos sicher: Denkst du bitte daran, große Schränke und Regale an der Wand zu befestigen, damit sie meinen sportlichen Kletterkünsten standhalten?“

Kinder klettern früher oder später überall drauf. Deshalb: Große Möbel unbedingt an der Wand befestigen.
Kinder klettern früher oder später überall drauf. Deshalb: Große Möbel unbedingt an der Wand befestigen.

Mama: „Klar, richt´ ich Papa aus. Ich freu mich schon darauf, dein Klettern mit meinem Smartphone für die digitale Ewigkeit festzuhalten!“

Baby: „Komm mir dabei aber bitte nicht zu nah …“

Julia: „Au weh, du hast Recht, die Strahlung! Und die kann im Kinderzimmer noch von ganz anderen Geräten ausgehen: Am besten so wenig elektrische Geräte in deinem Zimmer wie nur möglich. Und wenn sie nötig sind, gilt die AA-Regel: Abstand und Ausschalten. Das heißt, unterm Bett keine Kabel, bei Nichtgebrauch alles vom Strom nehmen und ganz wichtig: Das Babyphon sollte unbedingt ein strahlungsarmes Modell sein. Elektrosmog wollen wir ja nun nicht in deinem Zimmer.“

Nicht nur Elektrosmog, sondern auch die Kabel selbst sind eine Gefahrenquelle. Also weg damit!
Nicht nur Elektrosmog, sondern auch die Kabel selbst sind eine Gefahrenquelle. Also weg damit!

Baby: „Gut so. Was übrigens auch bedeutet, dass im Kinderzimmer auf den Heizstrahler verzichtet werden sollte. Von vielen Modellen geht eine enorme Strahlenbelastung aus – meinen Babypopo möchte ich mir beim Wickeln aber auch nicht abfrieren.“

Julia: „Wie wär´s denn dann mit ´ner Wickelvorrichtung im Bad? Das ist eh immer kuschelig warm; so sparen wir also auch noch Energiekosten und ich bin ich direkt beim Wasser, wenn ich es benötige.“

Baby: „O. k., Sicherheit und Sinnhaftigkeit können wir abhaken. Was ist mit dem Wohlfühlfaktor?“

Julia: „Keine Sorge, der darf und wird selbstverständlich nicht zu kurz kommen. Mit den modernen LED-Lampen machen wir dein Zimmer nicht nur zur stimmungsvollen Wohlfühloase, sondern obendrein noch sicherer: Weniger CO2-Erzeugung, geringere Wärmeentwicklung. Außerdem leisten wir damit einen Beitrag zum Umweltschutz; du willst ja sicher auch noch als Rentner in einer sauberen Welt leben. Bei der Gelegenheit wär´s auch geboten, endlich mal auf Ökostrom umzusteigen. Ich kümmere mich darum!“

Baby: „Was ist mit Zugluft? Wir Babys sind da ganz empfindlich. Habt ihr gut abgedichtete Fenster?“

Julia: „Oh je, Stichwort „Wärmeleck“. Hab ich aus der Perspektive noch gar nicht betrachtet. Das muss ich dann dringend noch mit Fachleuten besprechen, mal ganz abgesehen davon, dass wir mit einer guten Energieberatung auch noch Geld sparen. Denn bei aller Liebe, Kind: Du kostest ganz schön was, da kommt jeder gesparte Euro gerade recht.“

Baby: „O. k., dann solltest du ja jetzt Bescheid wissen, worauf es in meinem Zimmer ankommt. Wenn du wieder Fragen hast, meld´ dich einfach. Du erreichst mich immer unter „Mutterinstinkt“. Im Zweifel mischst du den mit dem Wissen von echten Fachleuten und schon hast du das Beste für dein Baby.“

Julia lehnt sich zufrieden zurück und hörte noch ganz leise: „Ich komme übrigens etwas später. Mach dir also keine Sorgen …“. Um ja nichts zu vergessen, notiert sie das Wichtigste und noch ein paar weitere Gedanken:

Top-10-Einrichtungstipps für Kinderzimmer

Diverse Prüfsiegel geben Sicherheit; nicht nur beim Einrichten des Kinderzimmers.

1. Möbel nach folgenden Kriterien aussuchen: schadstofffreie Materialien bzw. sind die Oberflächen entsprechend behandelt? Prüfsiegel sind ein verlässlicher Ratgeber. Zum Beispiel das GS-Zeichen: Hier hat der TÜV Rheinland geprüft und für sicher befunden.

2. Ist die Anschaffung sinnvoll? Wickelkommoden zum Beispiel können im Bad deutlich praktischer sein als im Babyzimmer. Dafür lohnt es, die Arbeitsabläufe ganz detailliert unter die Lupe zu nehmen (Wasserzugang, wärmster Raum der Wohnung, also kein Heizstrahler nötig).

3. Thema Kinderbettchen: Welchen Abstand haben die Sprossen? Ist der Abstand zu groß, kann das Köpfchen durchgesteckt werden, ist er zu gering, kann das Baby seine durchgesteckten Ärmchen und Beinchen nicht mehr befreien.

Auch außerhalb des Kinderzimmers lauern natürlich Gefahren. Denken Sie auf jeden Fall daran, die Putzmittel sicher aufzubewahren.
Auch außerhalb des Kinderzimmers lauern natürlich Gefahren. Denken Sie auf jeden Fall daran, die Putzmittel sicher aufzubewahren.

4. Elektronische Geräte – generell gilt wegen der Strahlenbelastung: am besten so wenig wie möglich; wenn sie nötig sind, dann mit größtmöglichem Abstand zum Kind oder strahlungsarme Geräte bevorzugen (ganz wichtig beim Babyphon). Keine Kabel unterm Bett verstauen. Und wenn die Geräte nicht in Gebrauch sind, Stecker ziehen.

5. Beleuchtung: Nicht nur Sicherheit und Sinnhaftigkeit zählen beim Einrichten des Kinderzimmers, auch der Wohlfühlfaktor. Unter allen drei Gesichtspunkten schaffen LED-Lampen die perfekten Lichtverhältnisse. Noch ein Wort in puncto Nachtlampen: Viele Kinder verlangen auch nachts eine Lichtquelle. Hier sollte es unbedingt eine Nachtlampe sein, damit der Schlaf so wenig wie möglich beeinträchtigt wird. Normale Beleuchtung lässt das Gehirn nicht zur Ruhe kommen – auch im Schlaf. Bei Nachtlampen am besten batteriebetriebene bevorzugen.

6. Bei allen batteriebetriebenen Geräten im Kinderzimmer sollte das Batteriefach verschraubt sein, damit das Kind nicht die giftigen Batterien entnehmen kann.

7. Der Klassiker: Selbstverständlich müssen Steckdosen mit Kindersicherungen versehen werden und Ecken mit Eckenschutz abgedeckt werden.

8. Böden: Teppich schluckt Schall! Das wird Ihnen guttun.

9. Befestigen Sie große Möbelstücke an der Wand. Kinder klettern überall drauf.

10. Heizkörper : Welche Modelle haben Sie in Ihrer Wohnung? Wenn Sie mit Rippenheizkörpern heizen, könnte eine Verkleidung als Verletzungsschutz sinnvoll sein.

Übrigens …

Wo wir schon mal beim Thema Heizkörper sind: Je nachdem, um welche Modelle es sich handelt, sind diese eckigen Dinger ja nicht immer so einfach zu händeln. Auch hier helfen wir Ihnen gerne weiter – mit unserem Heizkörper-ABC .