GaumenFreude

Von der Espressobohne zum Lifestyle

Wie das passiert ist und warum Lifestyle nicht mit Trend gleichzusetzen ist

Frisch gemahlene Espressobohnen in einer Siebträger-Maschine frisch aufgebrüht – das ist Espresso in Perfektion!

Espresso ist längst mehr als ein reiner Wachmacher. Peu à peu hat er sich zum absoluten Lifestyle-Getränk gemausert. Aber warum? Wir begeben uns auf Spurensuche und unterhalten uns mit Dr. Bruno Albrecht: Er brachte den italienischen Espresso nach Deutschland und schrieb damit einen Teil der Geschichte des Kulturguts Kaffee. Und alles begann in Düsseldorf…

Schlaftrunken morgens zur Espresso-Maschine wandeln, Wassertank füllen, Kapsel einwerfen, Knopf drücken, Espresso trinken und aufwachen. Oder nach einem schweren Essen „erstmal einen Espresso“ trinken. Ist gut zum Verdauen. Oft dem weitverbreiteten Irrglauben geschuldet, dass Espresso besonders viel Koffein enthalte. Solche oder ähnliche Assoziationen haben wohl viele Menschen, wenn sie an den italienischen Espresso denken. Aber längst gibt es nicht mehr nur diese Gedanken zum Espresso. Denn er ist in den letzten Jahren immer mehr zum Lifestyle geworden. Stichwort Barista. Dieser kreiert kunstvolle Kaffeegetränke auf Basis von Espresso und ist in deutschen Cafés immer öfter anzutreffen. Klare Sache also, dass Espresso heutzutage nicht mehr länger nur Mittel zum Zweck (wach werden und/oder verdauen) ist, sondern ein Getränk, das geschätzt und sogar zelebriert wird. Um Espresso wirklich mit all‘ seinen Aromen genießen zu können, muss man die richtigen Zubereitungsarten kennen, denn erst diese entfalten den vollmundigen Geschmack richtig. Und Dr. Bruno Albrecht kennt genau diese. Er brachte nämlich mit seinem Düsseldorfer Unternehmen Poccino die erste elektrische Espressomaschine auf den Markt, holte authentisch italienischen Espressokaffee nach Deutschland und eröffnete ein ganz besonderes Café in Düsseldorf.

Ein echter italienischer Espresso zaubert Bruno Albrecht auch heute noch ein Lächeln auf die Lippen.
Ein echter italienischer Espresso zaubert Bruno Albrecht auch heute noch ein Lächeln auf die Lippen.
„Ein Lifestyle-Produkt ist was Besonderes, und das ist der echte italienische Espresso.“
Bruno Albrecht, Entdecker des Espressomarkts in Deutschland.

Espresso als Lifestyle – was bedeutet das genau?

Fragt man Herrn Albrecht, warum Espresso mittlerweile überhaupt zum Lifestyle geworden ist, stellt er direkt etwas Grundlegendes klar: Lifestyle sollte auf keinen Fall mit Mode verwechselt werden, denn der Unterschied ist elementar. Die neumodischen Kapsel- und Padmaschinen (für die auch sehr prominente Menschen wie zum Beispiel George Clooney werben) machen aus authentischem Espressogenuss eine Mode, die massentauglich und schnell verfügbar ist. Auf Knopfdruck eben. Als eine Art Gegenbewegung dazu hat sich Espresso, aber auch Kaffee im Allgemeinen, zu einem exklusiven Lifestyle-Produkt entwickelt. Ein Lifestyle-Espresso-Produkt ist etwas Besonderes und qualitativ sehr hochwertiges. Er duftet intensiv, schmeckt unverwechselbar vollmundig und spricht alle Sinne an. Dabei ist er das Gegenteil von Massenware. Ein Original. Was der Kapsel- oder Padkaffee – auch wenn er manch einem schmecken mag – nicht ist. Oder wie Bruno Albrecht es formuliert: „Der Lifestyle liegt bei denen, die auf das Original großen Wert legen. Und bei denen, die auch wissen, was das Original ist, und das kommt eben nicht aus der Kapsel.“ Kaffeekultur als Lifestyle leben also die, die den unverfälschten Geschmack der Espressobohne kennen und schätzen. Und zwar auch in Zeiten, in denen alles auf Knopfdruck verfügbar ist. So beobachtet Herr Albrecht auch etwas wehmütig, dass bei einigen aus verschiedenen Kaffeevariationen wie beispielsweise „Latte“ oder „Macchiato“ eine oberflächliche Mode geworden ist. Viele, die ihn beiläufig bestellen, wissen oft gar nicht, was überhaupt enthalten ist oder wie er zubereitet werden sollte. Ganz zu schweigen davon, wie er zu schmecken hat.

„Massenmarken und Herr Clooney machen Espresso zu einer Mode. Aber nicht zum Lifestyle!“
Bruno Albrecht , Entdecker des Espressomarkts in Deutschland.

Was ist echter, authentischer Espresso?

Ein Original soll es für die wahren Espresso-Liebhaber also sein. Was aber ist ein Original? Auch darüber kann uns Bruno Albrecht genaue Auskunft geben: Zunächst sollte der Espresso auf jeden Fall aus einer Siebträger-Maschine kommen. Keine Kapseln, keine Pads! Denn die frisch gemahlenen, duftenden Espressobohnen warten im Siebträger geradezu darauf, sich durch den Druck im heißen Wasser richtig zu entfalten. Schließlich offenbaren sie nur so ihr volles Potential in Form von vollendetem Aroma und Geschmack. Dabei sind natürlich hochwertige Kaffeebohnen besonders wichtig. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie in einem Langzeit-Röstverfahren geröstet wurden. Darüber hinaus besteht der Espresso zu einem Großteil aus Arabica-Bohnen sowie einem kleinen Anteil an Robusta-Bohnen. Die Arabica-Bohne hat im Vergleich zur Robusta-Bohne einen feineren und leicht säuerlich-fruchtigen Geschmack. Die Aromen der Robusta-Bohne sind holziger und leicht bitter und sorgen für eine dichte Crema. Im Zusammenspiel ein harmonischer Mix der Aromen, die den echten Espresso zum wahren Genuss machen!

„Die Einführung der Poccino Kaffeemaschine und des Espresso 1978 – das war im Prinzip der Anfang von Espresso in Deutschland.“
Bruno Albrecht, Entdecker des Espressomarkts in Deutschland.
Bohne ist nicht gleich Bohne. Auf die richtige Mischung der verschiedenen Sorten kommt es an!
Bohne ist nicht gleich Bohne. Auf die richtige Mischung der verschiedenen Sorten kommt es an!

Die Geschichte hinter der Espresso-Geschichte in Deutschland

Verfechter des authentischen Espresso wissen: Poccino, das Unternehmen von Albrecht, vertreibt seit nunmehr fast 40 Jahren italienischen Qualitätskaffee, bietet darüber hinaus hochwertige Siebträgermaschinen an und verwöhnt sie in seinem gleichnamigen Café am Kö-Bogen mit aromatischem Espresso und anderen Leckereien. Aber das ist noch nicht alles. Denn hinter seiner Firmengeschichte verbirgt sich ein Stück weit auch die Geschichte des Kulturguts Kaffee in Deutschland. Warum? Weil es echten italienischen Espresso-Genuss hierzulande nicht gab, bevor Albrecht ihn 78 einführte.

Aber der Weg dahin war für Bruno Albrecht, der bei einem Auslandssemster in Rom die italienische Kaffeekultur kennen- und lieben lernte, nicht immer eben. Ganz im Gegenteil, er war sehr steinig. Alles fing 1976 mit dem Auftrag von Melitta an, neue Geschäftsfelder für internationale Märkte zu entwickeln. Einer von Albrechts Vorschlägen lautete schlicht „Espresso!“ Während die gesamte Geschäftsleitung die Präsentation und Albrechts Idee mit dem Espresso aus Italien bejubelte, war ein weiterer Hauptakteur nicht begeistert. Dieser war kein geringerer als Horst Bentz, Sohn von Firmengründerin und Erfinderin des Kaffeefilters Melitta Bentz. Albrechts Idee schmetterte er mit dem politisch unkorrekten Kommentar „das ist doch Kanacken-Kaffee!“ ab. Zwar hatte Albrecht da erst einmal den Kaffee auf, entwickelte anschließend auf eigene Faust die erste elektrische Siebträger-Espressomaschine. Und mithilfe des italienischen Espresso-Vaters Emilio Lavazza den Poccino Espressokaffee. Der Erfolg gab Albrecht Recht: Nach der Einführung der ersten Poccino Espresso-Maschine inklusive passendem Kaffee und Geschirr im Berliner KaDeWe im Jahr 1978 wurden in nur neun Monaten 36.000 Sets verkauft. Bis heute genießen tausende Espresso-Fans überall in Deutschland authentischen, italienischen Kaffee.

Geschichte in Düsseldorf frisch aufgebrüht

Düsseldorf ist eine Stadt, in der Espresso-Kultur besonders gelebt wird. Bruno Albrecht erklärt, dass Düsseldorf – gemessen an den Absatzzahlen – zusammen mit Berlin, München und Hamburg eine wahre Espresso-Hochburg ist. Ein Glück, denn so befindet sich auch das Café Poccino mitten in Düsseldorf – und zwar am KÖ-Bogen. Schauen Sie doch einmal rein und genießen Sie original italienischen Espresso. Neben Espresso können Sie in Düsseldorf übrigens auch andere Kaffeesorten auf höchstem Niveau genießen. Zum Beispiel in der Kaffee Privatrösterei auf der Schwerinstraße 23, in der Kaffeeschmiede auf der Belsenstraße 11 oder in der Kaffeerösterei Röstzeit auf der Oststraße 115.

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