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Innovationskraft

Welche „Internet of Things“-Produkte sind wirklich sinnvoll?

Alles wird vernetzt: So smart ist das Internet der Dinge

Tablet steht auf einem Wohnzimmertisch, auf dem Monitor ist die Steuerung eines Smart-Home-Systems sichtbar.

Bitte schließen Sie jetzt kurz die Augen und stellen Sie sich Folgendes vor: Sie wachen morgens auf, die Jalousien fahren automatisch hoch, sanfte Beleuchtung geht an und sie betreten ein perfekt temperiertes Badezimmer, in dem schon Ihr Lieblingslied leise aus dem Lautsprecher tönt. Zeitgleich springt in der Küche die Kaffeemaschine an, die ganz genau weiß, dass Sie um acht Uhr morgens erst mal einen doppelten Espresso brauchen. Einen Cappuccino gibt es heute leider nicht – Ihren Kühlschrank trifft aber wirklich keine Schuld. Der hatte Sie gestern zweimal per Nachricht aufs Smartphone informiert, dass die Milch alle ist. Auf dem Weg nach draußen erinnert Sie der Sprachassistent nicht nur an die zwei Meetings, die in Ihrem Kalender stehen, sondern auch daran, dass Ihre Mutter heute Geburtstag hat. Wie gut, dass Ihr Auto schon mal die Nummer gewählt hat – Sie hätten glatt vergessen zu gratulieren.

So oder zumindest so ähnlich könnte es in Zukunft in vielen Haushalten ablaufen. Denn bei einem Großteil von Smart-Home-Szenarien geht es um mehr Komfort im Alltag. Kleine schlaue Geräte nehmen uns alltägliche Handgriffe ab. In vielen Bereichen finden wird das übrigens schon ganz normal. Wir haben uns inzwischen an Smartphones, Fitbits und Sprachassistenten wir Siri, Alexa und Co. gewöhnt. Mittlerweile kommunizieren aber immer mehr Alltagsgegenstände nicht nur mit uns, sondern vor allem auch miteinander.

Die Heizung per Smartphone einstellen? Das ist in immer mehr Haushalten Realität.

Das alles wird möglich gemacht durch das Internet der Dinge, englisch „Internet of Things“, oder kurz IoT. Vereinfacht gesagt ist das Internet der Dinge ein Netzwerk von Objekten oder Geräten, also Dingen, die über Sensoren und Software verknüpft sind. So können sie Daten mit anderen Geräten und Systemen über das Internet austauschen. Dabei reicht die Bandbreite von schlichten Haushaltsgeräten bis hin zu hochkomplexen industriellen Werkzeugen.

Realitätscheck: Was kann das smarte Zuhause?

Die Zeiten, in denen nur Computer, Tablet und Smartphone über einen Internetzugang verfügten, sind lange vorbei. Der Haushalt der Zukunft ist smart und digital. Dafür gibt es auf dem Markt schon jetzt eine Vielzahl an Geräten, die über das Internet of Things vernetzt werden, damit sie eigenständig interagieren und uns den Alltag ein ganzes Stück einfacher machen.

Gesundes Wohnklima und perfekte Raumtemperatur

Vergessen, die Heizung herunterzudrehen? Fenster offen gelassen? Wäre schön, wenn schon Licht brennt, wenn Sie nach Hause kommen? All diese Dinge können Sie in einem smarten Zuhause von unterwegs kontrollieren und steuern. Das ist komfortabel, keine Frage, letztlich aber immer noch das Fernbedienungs-Prinzip. Sie geben per Knopf oder Smartphone einen Befehl – und das Gerät leistet brav Folge.

Richtig interessant werden Smart-Home-Systeme deswegen erst, wenn die Geräte untereinander kommunizieren, Befehle antizipieren oder einfach direkt selbst entscheiden, was zu tun ist. Smarte Thermostate merken sich natürlich Ihre persönliche Wohlfühltemperatur. Je nach Bedarf werden bestimmte Räume oder auch die komplette Wohnung entsprechend Ihren Wünschen geheizt. Außerdem achtet ein IoT-gesteuertes System darauf, dass automatisch weniger geheizt wird, wenn Sie nicht zuhause sind. Eine Heizung, die Signale von Fenstersensoren erhält, kann außerdem selbst beurteilen, dass während des Lüftens der Heizbetrieb besser heruntergeregelt wird. Ist Ihr System noch dazu mit einem digitalen Klimaservice vernetzt, wird während des Lüftens die Wetterlage geprüft. Bei Wind, Regen oder starkem Pollenflug erinnert Sie das System per Nachricht daran, die Fenster besser geschlossen zu lassen. Abends senkt die Heizung die Temperatur dann automatisch ab. So fördern IoT-Anwendungen auch Gesundheit und Erholung, denn eine kühlere Raumtemperatur verbessert nachweislich die Schlafqualität.

Heizkosten sparen und die Umwelt schonen

Eine intelligente Steuerung im eigenen Zuhause macht sich auch auf Ihrer Heizkostenrechnung bemerkbar. Denn gerade Heizen verbraucht viel Energie. Ein Smart-Home-System birgt hier großes Einsparpotenzial, da automatisch nur noch nach Bedarf geheizt wird und sich unnötiger Energieverbrauch dauerhaft vermeiden lässt. Was Sie dafür tun müssen? Einmalig das System einrichten – und danach nur noch über die niedrige Rechnung freuen.

Internet der Dinge: Das IoT sorgt für ein wachsames Zuhause

Komfort ist schön und gut. Das IoT kann aber mehr. Zum Beispiel das Zuhause ein ganzes Stück sicherer machen. Denn dass Einbrecher hauptsächlich im Schutze der Dunkelheit unterwegs sind, ist ein Mythos. Fakt ist, dass die meisten Einbrüche tagsüber stattfinden – nämlich genau dann, wenn Berufstätige normalerweise nicht zu Hause sind. Besser, jemand passt in Ihrer Abwesenheit auf. Das Internet zum Beispiel. Inzwischen sind smarte Sicherheitspakete erhältlich, mit deren Hilfe Sie sich auch von unterwegs vergewissern können, ob Fenster und Türen wirklich geschlossen sind. Glasbruchsensoren, Bewegungsmelder, Magnetkontakte an Fenstern und Türen, Innen- und Außensirenen und Kameras werden über das IoT vernetzt und schützen Ihr Zuhause so vor ungebetenem Besuch. Per App haben Sie auch von unterwegs alles im Blick und werden sofort alarmiert, sobald das System ungeplante Bewegungen von Tür oder Fenstern registriert. Ein zusätzlicher Schutz vor Einbrechern ist das Simulieren von Anwesenheit. Das Licht brennt und der Fernseher ist deutlich zu hören? Das macht es für einen Einbrecher schwer abschätzbar, ob tatsächlich Sie oder nur Ihr Smart-Home System-zuhause ist.

Dank IoT lassen sich immer mehr Alltagsdinge über Wearables wie eine Smartwatch steuern

Rauch wird frühzeitig bemerkt

Natürlich kann das Internet den Ernstfall leider nicht verhindern, aber auch in Sachen Brandschutz können Sie Ihr Zuhause mit IoT-Technik schützen. Smarte Rauchmelder können nämlich nicht nur ein akustisches Alarmsignal auslösen, sondern sollte es wirklich zu starker Rauchentwicklung kommen, auch mit weiteren Komponenten eines Smart-Home-Systems interagieren und zuverlässig die notwendigen Schritte einleiten. So kann beispielweise eine Notbeleuchtung eingeschaltet werden oder die Feuerwehr wird sofort vom System verständigt. Das spart wertvolle Zeit und kann Schlimmeres verhindern – vor allem, wenn Sie bei der Arbeit oder auf Reisen sind.

Die kleinen Alltagshelfer: Wenn das Internet für Sie den Rasen sprengt oder Pakete annimmt

Das kennen Sie sicherlich auch: Das Onlineshopping ist mit wenigen Klicks erledigt, effiziente Paketzustellung ist leider aber noch nicht der Standard. Daher werden gerade IoT-Lösungen getestet, bei denen der Paketzusteller einen einmaligen, über den Paket-Code gesteuerten Zugang zur Garage erhält. Eine Kamera dokumentiert die Paketablieferung zur Sicherheit – und Sie werden per Smartphone informiert.

Auch das Blumengießen können Sie in Zukunft gerne dem Internet überlassen. Auf Basis aktueller Wetterdaten geht der Rasensprenger nur an warmen Tagen an, an denen wirklich keine Hoffnung auf Regen besteht – das spart Wasser und Ihre Zeit. Der selbsteinkaufende Kühlschrank ist zwar leider noch Zukunftsmusik, es gibt aber schon Modelle, die bei jedem Schließen der Kühlschranktür ein Foto des Kühlschrankinneren machen. Mithilfe einer Smart-Home-App sendet Ihnen der Kühlschrank das Foto auf Wunsch direkt aufs Handy. Falls Sie sich also im Supermarkt fragen, ob noch Eier oder Joghurt im Kühlschrank vorrätig sind, weiß ihr Kühlschrank zukünftig die Antwort.

Es geht auch größer: die smarte Stadt

Was in einem smarten Zuhause im Kleinen funktioniert, lässt sich übrigens auch im Großen denken. Smart City – die vernetzte und intelligente Stadt der Zukunft – steht für bessere Lebensqualität und geringeren Ressourcenverbrauch. Schon heute machen grundlegende IoT-Anwendungen digitales Verkehrsmanagement oder intelligente Straßenbeleuchtung möglich. Ein Vorbote des vernetzten Alltags in der Stadt war das Carsharing. Noch vor wenigen Jahren waren gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge in deutschen Großstädten eine Seltenheit. Heute setzen dagegen die meisten Städte auf Carsharing-Konzepte, um den innerstädtischen Verkehr zu entlasten. Und selbst autonomes Fahren wird in einigen Pilotprojekten im ÖPNV bereits getestet.

Das Internet of Things hilft aber auch genervten Autofahrern: Sensoren im Asphalt oder in smarten Laternen können registrieren, welche Parkplätze frei sind, und kommunizieren diese Informationen über Funknetzwerke an eine Cloud. Der Autofahrer wird mithilfe vernetzter Lichtzeichen oder individueller GPS-Anlagen zum nächsten freien Parkplatz geführt. Sollten Sie selbst im innerstädtischen Raum leben oder arbeiten, können Sie leicht nachvollziehen, wie nervenschonend Einparken per Internet sein könnte.

In Düsseldorf testen wir auch schon die Digitalisierung der Abfallentsorgung: Drei Altkleidercontainer wurden mit Sensoren ausgestattet, die messen, wie voll die Sammelbehälter sind. Per Funknetzwerk werden die Daten an die AWISTA übermittelt. Die Müllabfuhr muss also nur noch ausrücken, wenn die Behälter tatsächlich voll sind – das schont Ressourcen und entlastet den Verkehr.

Smart, vernetzt, geteilt: Carsharing-Konzepte könnten eine Lösung für innerstädtische Verkehrsüberlastung sein.

Auch Gesundheit wird digital

Selbst der Gesundheitssektor profitiert vom Internet der Dinge. Die Möglichkeit, medizinische Hilfe über das Internet zu leisten, bekommt vor allem in Zeiten der Covid-19-Pandemie eine ganz neue Relevanz. Denn durch neue IoT-Technologien können Patienten besser betreut werden. Medizinisches Fachpersonal kann den Zustand des Patienten kontrollieren, ohne sich am selben Ort zu befinden. Sollten die Werte Anlass zur Besorgnis geben, werden die Daten unverzüglich an den behandelnden Arzt weitergeleitet.

Dazu kommen im Alltag die Wearables wie Fitbit oder Apple Watch, die am Körper getragen werden und Daten hauptsächlich zu Präventionszwecken sammeln. Durch den Einsatz von IoT-Anwendungen können Wearables Ihre Gesundheitsindikatoren überprüfen und werden Sie eventuell freundlich erinnern, dass eine Runde Jogging keine schlechte Idee wäre. Aber auch hier geht noch mehr: Aufgrund von eigenständig erkannten Situationen können bestimmte Funktionen ausgeführt werden. So gibt es zum Beispiel schon intelligente Verbände, die mit Sensoren ausgestattet sind und so „sehen“, ob ein Wunde gut verheilt oder eventuell eine Infektion vorliegt.

Das Ökosystem der Daten wächst

Das Internet der Dinge ist eine neue Stufe der Digitalisierung. Dank „Smart Connectivity“ wächst alles zu einem Ökosystem der Daten zusammen. Um die Entwicklung in Deutschland noch weiter voranzubringen, gibt es inzwischen viele Anbieter von IoT-Plattformen, über die sich die Geräte verschiedenster Hersteller in ein einziges System integrieren lassen. Auch die neue 5G-Technologie dürfte die Durchsetzung vieler Anwendungen im Alltag nochmals beschleunigen. Forschungsinstitute wie Statista gehen von aktuell über 30 Milliarden vernetzten Geräten aus. Im Jahr 2025 werden es laut Experten schon 75 Milliarden sein.

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