WohnKultur

Das Ding in der Mitte

Wie man aus jedem Badezimmer eine Wohlfühloase machen kann

Für den einen sind es nur Quietscheentchen. Für den anderen die schönste Badezimmerdeko der Welt.

Ja, das Badezimmer. Nicht jeder nennt ein Traumbad sein Eigen. Viele müssen mit dem vorliebnehmen, was der Vormieter oder die 70er-Jahre schick fanden. Wenn es nicht die Farbe der Fliesen ist, dann belegt die Badewanne den ersten Platz für „Funktionalität zerstört Design-Träume“. Doch das muss nicht sein. Auch aus einer uralten Badewanne lässt sich eine Wohlfühloase zaubern.

Die Badewanne. Wer sie hat, liebt sie. Ein warmes Bad im kalten Winter – erstklassig. Auch bei Rückenschmerzen oder zum Entspannen nach einem heftigen Arbeitstag. Es geht nichts über das Gefühl, seinen Körper im warmen Nass zu versenken und sich den Gedanken hinzugeben. Wenn dann noch stimmige Musik, Kerzenlicht und die entsprechenden Düfte dabei sind, dann ist alles bestens. Leider herrscht in vielen Badezimmern eine solche Tristesse, dass selbst André Rieu und seine Streicher hier kein romantisches Gefühl aufkommen lassen würden. Von der Problematik, wo man denn bitteschön 20 Geiger und den Obergeiger höchstpersönlich überhaupt unterbringen kann, mal ganz abgesehen.

Ein paar Tricks kommen der Wanne zugute

Aus Sicht der Badewanne gesprochen, hat sie es auch wirklich nicht leicht. Besonders in älteren Badezimmern wurde sie immer da untergebracht, wo sie irgendwie nicht weiter stört. In vielen Fällen von drei Seiten umschlossen, kann sie so auch gar nicht wirken. Also geben Sie ihr einen Vertrauensvorschuss und versuchen Sie nicht direkt, sie durch ein neues Modell oder durch eine Dusche zu ersetzen. Es lohnt sich, die eine oder andere Sache zu probieren. Beispielsweise lässt sich die Sicht aus der Wanne durch einige Bilder verschönern. Wer seine Lieblingsbilder ans Fußende hängt, der schafft Wohlfühlatmosphäre pur. Aber bitte die Bilder in unterschiedlichen Größen, denn das verschafft mehr Abwechslung.

Wem das alles zu eng und zu kleinteilig ist, der sollte über einen Spiegel an der Badewanne nachdenken. Das ist zwar ein alter Trick, funktioniert aber immer noch. Wer den Spiegel geschickt platziert, gaukelt dem Auge sogar vor, dass die Badewanne frei im Raum steht. Einen ähnlichen Effekt schafft auch das Deckglas eines großen Bildes, das beispielsweise ein Fenster reflektiert.

Wessen Badewanne kurz vor dem Alterstod steht oder Beschädigungen aufweist, der hat gleich mehrere Möglichkeiten. Die bequemste und einfachste ist die Einsatz-Badewanne. Hierbei wird eine Badewanne in die bestehende Badewanne gesetzt. Der Vorteil: So gut wie kein Dreck, und innerhalb von ca. drei Stunden ist alle Arbeit erledigt. Dieses Verfahren bietet sich auch dann an, wenn die alte Wanne im Prinzip noch o. k., aber aus Stahl ist. Wer hier eine Acrylwanne draufsetzt, der freut sich darüber, dass das Badewasser länger warm bleibt. Acryl leitet die Wärme nämlich deutlich schlechter ab als Stahl.

Wer etwas mehr Geld in die Hand nehmen möchte, der ersetzt die alte Wanne und alle Anschlüsse durch eine komplett neue Wanne. Viele Badezimmerbesitzer würden auch gerne eine frei stehende Wanne ihr Eigen nennen, glauben aber, dass der Platz im Badezimmer nicht ausreicht. Hier hilft es, einfach einmal nachzumessen. Der Abstand um eine frei stehende Wanne sollte mindestens 55 Zentimeter betragen. Wer eine normale Wannengröße von 170 Zentimeter mal 80 Zentimeter wählt, benötigt eine Fläche von um die 5,3 Quadratmeter. Für ein Waschbecken und das WC werden noch einmal drei Quadratmeter benötigt. Heißt also – etwas mehr als acht Quadratmeter würden schon ausreichen. Wem das aber zu eng ist, kann noch etwas tricksen. Steht die Wanne mit der Stirnseite an einer Badezimmerwand, reduziert sich der Platzverbrauch um einen Quadratmeter. Weiterer charmanter Nebeneffekt: Die Wasserleitungen können dann weiterhin in der Wand verlaufen und müssen nicht im Fußboden verlegt werden.

Sinnvolles Zubehör

Wer mit seiner Badewanne „eigentlich“ zufrieden ist, kann sie dennoch etwas tunen. So gibt es beispielsweise Einlegekissen, die die Badewanne in einen kleinen Whirlpool verwandeln. Hierbei sollte allerdings die Qualität des Materials beachtet werden, da es bei preiswerten Exemplaren schon mal passieren kann, dass die Nähte aufgehen und dann Luftblasen überall austreten – nicht nur an den gewünschten Stellen. Übrigens: Einen echten Whirlpool oder eine Whirlpool-Badewanne können solche Matten oder Einlegekissen nicht ersetzen. Sie punkten aber beim Thema Kosten!

Wer denkt, seine Badewanne benötigt kein Tuning, der möge bitte nur einmal mit einem Nackenkissen zu Wasser gehen. Er wird nie mehr ohne wollen. Teure Versionen kommen zusätzlich mit eingebauten und wasserdichten Lautsprechern daher, die sich via Funk betreiben lassen.

Wer gerne liest, dem wird eine Buchstütze viel Freude bereiten, die wie ein Brett über die Badewanne gelegt wird. Auch diese gibt es in unterschiedlichen Preisklassen. Je teurer, desto aufwendiger sind sie. So geben Luxus-Stützen nicht nur einem Buch halt, sondern verwahren auch das Smartphone spritzsicher. Einige bieten sogar eingebaute Lautsprecher und MP3-Spieler.

Fazit: Die Badewanne ist längst nicht tot. Auch verstaubte und nicht beachtete Exemplare lassen sich mit ein wenig Liebe und überschaubarem Aufwand wieder zu einem sinnvollen Ort der Erholung machen. Übrigens: Sorry, die Dusche haben wir in diesem Artikel bewusst außen vor gelassen. Ihr widmen wir uns zu einem späteren Zeitpunkt gesondert. Denn auch bei ihr ist so einiges im Argen.

Themen

  • Wasserqualität
  • Wohnen
  • DIY
  • Selbermachen
  • Wellness
  • Erholung
  • Bad