WohnKultur

Von Spinnennetzen und Staubfängern

Heizkörper sind wichtig für das richtige Raumklima

Mehr als nur ein eckiger Klotz: Heizkörper.

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, warum Heizkörper immer unter – oder in modernen Wohnungen – sogar direkt vor dem Fenster stehen. Und wer hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, dass Heizkörper scheinbar magisch Staub und Spinnengetier anziehen? Und warum müssen Heizkörper immer so hässlich aussehen? Kurz: Heizkörper stehen auf der Liste der Dinge, die man gerne in jeder Wohnung oder in jedem Haus sieht, sehr weit unten. Schade, denn Heizkörper sind wichtig für das Raumklima und können durchaus gut zum Ambiente passen. Ein Plädoyer für die eckigen Dinger.

Um es direkt am Anfang zu sagen: Bewohner einer Immobilie mit Fußbodenheizung sind hier fein raus. Dennoch lohnt sich auch für sie die Lektüre des Artikels. Denn einige Tipps, die wir hier geben, helfen auch ihnen. Zurück zu allen anderen. Denen, die so „Dinger“ in ihrer Wohnung oder im Haus haben. Sie hängen in jedem Zimmer. Je nach Alter können sie gerne das Format eines Kompaktwagens haben – o. k., wir übertreiben, aber nur wenig! Tatsache ist: An Heizkörper haben sich viele Menschen einfach gewöhnt, weil sie immer schon da waren. Und das hat ja auch seine Berechtigung. Heizkörper sorgen für wohlige Atmosphäre in der kalten Jahreszeit. Sie eignen sich hervorragend, um nasse Handtücher – wahlweise im Badezimmer oder der Küche – zu trocknen. Und viele Hobbybotaniker nutzen die Wärmequelle zur Aufzucht kleiner Blumeninseln. Vorausgesetzt, es ist keine Katze im Haushalt, denn die liegen sehr gerne auf dem Heizkörper.

Wenn er will, aber nicht kann

Bevor wir uns dem Designaspekt eines Heizkörpers annehmen, werfen wir zunächst einen Blick auf das, wofür er da ist: Wärme zu verbreiten. Das können Heizkörper sehr gut, vor allem dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Und die lassen sich in drei Worten zusammenfassen: voll, offen und sauber.

Voll heißt voll Wasser. Oder besser ohne Luft im Heizkörper. Denn Luft im Heizkörper senkt die Wärmeleistung dramatisch. Dass Luft sich im Heizkörper sammelt, ist normal und lässt sich nicht verhindern. Viele „Heizkörperbesitzer“ reagieren aber erst dann, wenn der Heizkörper laute Geräusche von sich gibt. Da ist es meistens schon zu spät. Wer regelmäßig überprüft, ob der Heizkörper über die volle Fläche gleich warm ist, beugt hier vor und freut sich über gleichbleibende Temperaturen.

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Viele „Heizkörperbesitzer“ reagieren aber erst dann, wenn der Heizkörper laute Geräusche von sich gibt. Da ist es meistens schon zu spät.

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Offen sollte ein Heizkörper auf jeden Fall sein. Sprich: Nichts sollte ihn verdecken. Da beißt sich in vielen Fällen allerdings die sprichwörtliche Katze in den eigenen Schwanz (sofern sie nicht gerade auf dem Heizkörper ihren Mittagsschlaf macht (siehe oben)). Gerade weil Heizkörper vielfach solche hässlichen Trümmer sind, werden sie mit Vorliebe hinter einem Vorhang oder einem Sofa versteckt. Doch dann kann die Wärme nicht im Zimmer zirkulieren. Und wer auf dem Sofa sitzt, bekommt einen Hitzeschock. Die Lösung in solchen Fällen ist nicht immer einfach. Manchmal reicht es schon aus, den Heizkörper in derselben Farbe wie die Wand hinter ihm zu streichen. So wird das Auge nicht unnötig abgelenkt. Ein kleiner Raum wirkt dadurch ruhiger und aufgeräumter. Ein weiterer Vorteil in der Küche: Wer eine Metallstange über dem Heizkörper anbringt, kann hier Handtücher schnell trocknen. Gleichzeitig dienen sie als textile Dekoration. Zumindest optisch ist er dann auf den ersten Blick weniger schnell zu sehen. Wer Geld zur Hand nehmen will, tauscht alte Körper durch neue, flachere Vertreter, die auch eine bessere Heizleistung haben.

Sauber sollte ein Heizkörper in jedem Fall sein. Mindestens einmal pro Jahr gilt es, den Staub und Spinnweben zu entfernen. Denn man mag es kaum glauben: Sie mindern die Heizleistung. Ältere Rippenkonvektoren genannte Heizkörper lassen sich noch relativ leicht säubern. Auch wenn es eine Arbeit ist, um die sich jeder gerne drückt. Bei modernen Heizkörpern wird es schon schwieriger, wenn auch der innen liegende Staub erwischt werden soll. Ein einfacher Trick schafft Abhilfe. Dafür werden ein Föhn und ein Handtuch benötigt. Das feuchte Handtuch kommt unter den Heizkörper. Mit dem Föhn wird von oben der Staub nach unten hinausgeblasen. Die Feuchte im Handtuch fängt den Staub und verhindert einen Staubsturm im Zimmer. So werden die Rippen wieder schön sauber – und das ganz ohne große Muskelarbeit. Übrigens: keine Angst vor Spinnen. Die Bewohner aus dem Sommer sind direkt am Anfang der Heizperiode aus dem Heizkörper längst abgewandert. Also irgendwo anders in der Wohnung ...

Die Heizung ist ein Auto, fast

Bereits seit vielen Jahren verpflichtend und damit Standard an Heizkörpern: Thermostatventile. Das heißt, ein Temperaturregler sorgt dafür, dass die Temperatur immer auf dem gleichen Niveau bleibt – unabhängig davon, wie kalt es draußen ist. Viele Verbraucher halten das Thermostatventil aber eher für einen Wasserhahn, den man auf- und zudreht. Das Heizungssystem ist aber darauf ausgelegt, Energie zu sparen, indem rund um die Uhr konstante Raumtemperaturen erzeugt werden. Wenn Wände und Möbel herunterkühlen, benötigt das spätere Aufheizen mehr Energie als eine kontinuierliche Wärmezufuhr. Und hier verhält sich die Heizung wie ein Auto. Wer mit konstanter Geschwindigkeit unterwegs ist, fährt deutlich sparsamer als jemand, der ständig beschleunigt und bremst.

Jetzt aber: Heizkörper sind schön, manchmal

Ok, wir haben uns lange um den bereits weiter oben angesprochenen Designaspekt des Heizkörpers gedrückt. Sie ahnen warum – er ist eher nicht vorhanden. Aber stimmt das wirklich? Nein lautet die klare Antwort. Erste Gehversuche, Heizkörper schöner zu machen, liegen schon etliche Jahre zurück. Tatort war das Badezimmer. Plötzlich tauchten Handtuchhalter auf, die eigentlich ein Heizkörper sind. Nimmt man es genau, werden solche Artgenossen natürlich völlig falsch genutzt. Denn in diesem Artikel hat der aufmerksame Leser gelernt: Heizkörper nicht abdecken wegen Hitzestau. Die Hersteller umgehen dieses Problem, indem sie mehr Heizrippen oberhalb des obersten Handtuchhalters anordnen. Somit kann genügend Wärme abfließen. Mittlerweile hat aber tatsächlich eine Designrevolution stattgefunden. Heizkörper sind schön geworden. Sie sehen edel aus, sind in vielen Farben erhältlich und passen in jedes Ambiente. In vielen Fällen leisten sie mehr als ihre antiquiert aussehenden Vorgänger. Natürlich stellt sich die Kostenfrage. Fakt ist, wer keine Fußbodenheizung hat, der ist auf Heizkörper angewiesen. Ein Wohnzimmer oder ein kleines Badezimmer kann deutlich mehr Nutzwert bekommen, wenn hier die Investition in einen neuen Heizkörper getätigt wird.

Fazit: Lieben Sie Ihren Heizkörper. Er gibt jeden Tag sein Bestes. Aber: Pflegen sie ihn auch, damit er das tun kann, was er soll: ein Wohlfühlklima schaffen, wenn es draußen kalt und stürmisch ist. Dann ist der schönste Platz im Haus garantiert eingemummelt auf der Couch in der Nähe des Heizkörpers.

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Lieben Sie Ihren Heizkörper. Er gibt jeden Tag sein Bestes.

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Mit diesen fünf Tipps sparen Sie Bares

Heizen will gelernt sein. Wer die nachstehenden Tipps beherzigt, freut sich über eine deutlich niedrigere Heizkostenrechnung. Das Schöne: Niemand läuft dabei Gefahr zu frieren.

1: Stoßlüften

Verbreitet ist das Märchen, dass gerade im Winter ein gekipptes Fenster die bessere Lösung zur Frischluftversorgung sei. Das ist schlichtweg falsch. Bei gekipptem Fenster erfolgt der Luftaustausch deutlich langsamer als beim Stoßlüften. Zudem besteht die Gefahr, dass der Raum und die Wände auskühlen, Feuchtigkeit sich niederschlägt und Nährboden für Schimmel bildet. Wer jetzt noch heizt, heizt dann buchstäblich ins Freie.

2: Temperatur anpassen

Ein sehr beliebter Fehler: Die Wohnung ist zu warm. Für das Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad, in Wohnräumen sollten es rund 20 Grad sein und nur im Badezimmer sind Temperaturen von um die 22 Grad in Ordnung. Denn die Regel lautet: Jedes Grad weniger spart bis zu sechs Prozent der Heizkosten ein.

3: Heizkörper entlüften

Wenn der Heizkörper glucksende Geräusche macht, dann ist Luft im Heizungssystem. Luft leitet Wärme schlechter als das Heizungswasser, daher muss die Heizung Vollgas geben, um den Raum auf Temperatur zu bekommen. Abhilfe gegen den Lärm und die mangelnde Temperatur ist einfach: Das Entlüftungsventil an der Seite des Heizkörpers aufdrehen und so lange geöffnet lassen, bis Wasser austritt. Diesen Vorgang sollten Sie jeden Monat an allen Heizkörpern wiederholen, auch wenn diese noch keine Geräusche von sich geben. Vergessen Sie aber nicht, den Wasserstand der Heizung zu überprüfen. Sollten weitere Geräusche auftreten, könnte die Heizungspumpe zu hoch eingestellt sein. Wer regelmäßig entlüftet, spart 15 bis 20 Prozent an Heizkosten.

4: Heizkörper nicht zustellen

Der Klassiker: Im Wohnzimmer steht die Couch direkt vor dem Heizkörper oder Vorhänge sollen ihn verschwinden lassen. Das führt allerdings zu Hitzestau und zu einem Mehrverbrauch an Heizenergie von bis zu 30 Prozent. Ganz davon abgesehen, dass die warme Luft des Heizkörpers nicht in den Raum gelangen kann. Wer die Raumaufteilung clever gestaltet und Platz vor den Heizkörpern zur Luftzirkulation lässt, gibt dem Wärmestau keine Chance.

5: Investieren Sie in ein elektrisches Thermostatventil

Wenn die Heizung es zulässt, kann ein einfacher Temperaturregler die Wunschtemperatur garantieren. Und zwar auch dann, wenn man nicht im Hause ist und die Wohnung gar nicht so warm sein müsste. Die Regler lassen sich so einfach wie eine Zeitschaltuhr programmieren. Eine kleine Investition von rund 30 Euro, die sich schnell in einer Ersparnis von bis zu zehn Prozent an Heizenergie niederschlägt.

Übrigens...

Neben dem Heizkörper gibt es noch eine „Sache“ in fast jedem Haushalt, die wesentlich schöner sein könnte: die Badewanne. Doch mit sehr einfachen Mitteln lassen sich die Badewanne und das Badezimmer zu einer Ruhe-Oase erster Klasse umbauen. Wir verraten Ihnen in unserem Artikel mit dem bezeichnenden Titel „ Das Ding in der Mitte “ wie das geht. Lesenswert!

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