GaumenFreude

Von kleinen Küchenchefs und großen Ideen

Wie die Sarah-Wiener-Stiftung Kinder an den Herd bringt

Selbst gekocht schmeckt es noch viel leckerer.

Wenn es schnell gehen soll, kommt oft die Pizza aus der Tiefkühltruhe in den Ofen. Viele Menschen wissen gar nicht, wie man richtig kocht. Die Auswirkungen sind entsprechend: Immer mehr Kinder leiden bereits an Übergewicht und anderen ernährungsbedingten Krankheiten. Sarah Wiener will mit ihrer Stiftung genau diese Schieflage beheben.

Erinnern Sie sich daran? Sie kamen von der Schule nach Hause, in mehreren Töpfen kochte das Essen und die Mutter zwang einen zum Händewaschen, bevor man sich heißhungrig an den Tisch setzte. Oft beschwerte man sich, dass es statt Pommes Salzkartoffeln und statt Nachtisch eine zweite Ladung Spinat gab. Leider kommt das Kochen in deutschen Küchen aus der Mode. Laut eines Artikels der Welt geben 42 Prozent aller Deutschen an, nicht mehr zu kochen.

Was auf den ersten Blick nicht so dramatisch klingt, könnte in Zukunft drastische Folgen haben: Denn oft ist es so, dass jemand, der nicht für sich kocht, auch nicht mehr für seinen Nachwuchs kocht. Und der bekommt dann nach dem Gläschen als nächsten Schritt direkt Fast Food und Tiefkühlpizza angeboten. Und die Eltern wundern sich, dass den Kindern kein Gemüse mehr schmeckt. Wer jetzt denkt: Dicke Kinder sind doch süß, bedenkt nicht, dass aus kindlicher Fettleibigkeit schnell ernste Probleme wie Diabetes Typ 2 oder auch Schlafapnoe (Atemstillstände während des Schlafs) resultieren können. Und das bereits in jungen Jahren.

Diesem Trend präventiv entgegenzuwirken, das ist das erklärte Ziel der Sarah-Wiener-Stiftung. Und wo geht das besser, als direkt bei den Kindern anzufangen und hier Aufklärung zu leisten.

Vernünftiges Essen für gesunde Kinder

Starköchin Sarah Wiener ist überzeugt: Was Kinder selbst kochen, das schmeckt ihnen auch. Auf dieser Überzeugung basiert die 2007 ins Leben gerufene Sarah-Wiener-Stiftung, die in den nächsten fünf Jahren mehr als 1 Million Kinder erreichen möchte. Denn jedes Kind, das weiß, wie „gesundes Essen geht“, wird als Erwachsener auch gesund für seine Kinder kochen. Zumindest in der Theorie. Damit das funktioniert, bietet die Stiftung einen 12-teiligen Koch- und Ernährungsbildungskurs mit einer Fahrt zu einem Bauernhof an.

Der Kochkurs wird über Multiplikatoren wie Lehrer, Erzieher und natürlich die Genussbotschafter verbreitet. Kinder lernen, wie Mahlzeiten zubereitet werden, wie gesundes Essen schmeckt und dass man nicht „ungefrühstückt“ aus dem Haus gehen sollte. Denn eine Tüte Gummibärchen oder ein Teilchen vom Bäcker ersetzen kein ausgewogenes Frühstück.

Selbst kochen ist nicht nur gesünder, sondern macht auch Spaß.

Kinder fürs Kochen begeistern

Nachhaltiges Kochen kann man lernen. Und Kinder sind davon begeistert. Wenn man sie begeistert. Denn auch wenn Kühe nicht lila sind: So hautnah sind sie schon beeindruckend. Und wer in Kuhaugen blickt, verliert schnell sein Herz. Teil der Kochkurse der Sarah-Wiener-Stiftung ist daher auch ein Besuch auf einem Biobauernhof. Gerade Stadtkindern, die Wiesen und Weiden oft nur aus dem Fernsehen kennen, werden hier die Augen geöffnet. Denn der Bezug von lebendigem Tier zu fertigem Essen hat häufig genauso gefehlt wie der Gedanke, dass Gemüse nicht im Supermarkt wächst.

Klar, schauen die Kleinen betreten, wenn sie erfahren, dass die süßen Schweine nur ein Jahr alt werden, bevor für sie der Weg zum Schlachthof ansteht. Aber dadurch steigt auch die Wertschätzung des Schnitzels auf dem Teller. Denn das kommt nun mal nicht vom Supermarkt, sondern von einem Tier. Und das ist nur begrenzte Zeit auf unserem Planeten.

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Ist der harte, dunkelrote Ball jetzt ein Spielzeug, ein schwarzer Kohlrabi oder doch etwas ganz anderes?

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Auch der Erstkontakt mit unverarbeitetem Gemüse verläuft oft spannend. Ist der harte, dunkelrote Ball jetzt ein Spielzeug, ein schwarzer Kohlrabi oder doch etwas ganz anderes? Denn kaum ein Kind hat Rote Bete je außerhalb eines Glases gesehen. Wenn überhaupt. Und auch die Unterscheidung zwischen Tomate und Apfel ist längst nicht mehr so geläufig, wie man meinen könnte.

Aber das Herzstück von „Ich kann kochen“ ist selbstverständlich die Zubereitung. Haben Sie keine Angst davor, Kinder selbst Gemüse schneiden zu lassen. Denn das ist mehr als Kochen, sie merken, dass man ihnen vertraut und sie lernen spielerisch, dass Essen nichts zum Spielen, aber wichtig ist. Und wenn man dann gewaschen, geschnippelt, gewürzt und gerührt hat, schmeckt das Essen als kleiner Küchenchef umso besser. Sogar das Gemüse.

Rezepte für kleine Genießer

Kochen ist nicht nur gesund, sondern macht auch Spaß. Natürlich darf man die Kinder nicht überfordern. Kindgerechte Rezepte zu finden, ist daher gar nicht so einfach. Deshalb haben wir hier ein paar Vorschläge:

Bunte Gemüsepaella

Eigentlich kommt Paella aus Spanien und wird mit Fisch und Fleisch gekocht. Diese bunte Variante lässt sich kinderleicht zubereiten und ist richtig lecker.

Zutaten für 4 Kinder:

  • 250 g Reis
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 grüne Paprika
  • 2 Tomaten
  • 1 Aubergine
  • 3 große Karotten
  • 200 g Erbsen
  • 300 g Champignons
  • ¼ l Gemüsebrühe
  • Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

Du brauchst außerdem: 1 Pfanne, 1 Topf

Und so geht’s:

  • Das Gemüse waschen und die Champignons etwas abbürsten.
  • Jetzt das Gemüse und die Champignons klein schneiden.
  • Das Öl erhitzen und das Gemüse (außer die Erbsen) anbraten. Rühren, damit das Gemüse rundherum angebraten wird.
  • Das gebratene Gemüse zur Seite stellen.
  • Den Reis in Öl glasig braten und die Gemüsebrühe dazugeben.
  • Wenn der Reis die Brühe aufgesogen hat, wird der Reis in eine Pfanne gegeben.
  • Das Gemüse und die Erbsen zum Reis geben und ca. 20 Minuten garen. Evtl. noch etwas Flüssigkeit dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Jetzt muss nur noch gegessen werden.

Häschens Möhrenkuchen

Ein selbst gebackener Möhrenkuchen ist lecker und gesünder als abgepackte Teilchen.

Zutaten:

  • 200 g Möhren
  • 100 g geriebene Mandeln
  • 200 g Zucker
  • 4 Eier
  • 75 g Mehl
  • 1 gestrichener Teelöffel Backpulver
  • 1 Bio-Orange
  • Semmelbrösel und Butter für die Form

Für die Glasur:

  • 200 g Aprikosenkonfitüre
  • 50 g Kokosflocken

Du brauchst außerdem: 1 Reibe, 1 Kuchenform, 1 Mixer, 1 Backpinsel und 1 Waage

Und so geht’s:

  • Zuerst die Möhren waschen und an beiden Enden abschneiden. Dann schälen und anschließend mit der Reibe klein raspeln.
  • Die Eier trennen. Da kann ein Erwachsener helfen.
  • Zucker und Eigelb mit dem Mixer cremig schlagen.
  • Dann Möhren, Mandeln und Mehl mit Backpulver dazu und noch mal mixen.
  • Orange waschen und Schale mit der Reibe in den Teig raspeln.
  • Den Mixer gut abspülen und damit das Eiweiß steif schlagen und dann mit einem Löffel unter den Teig heben.
  • Die Form mit Butter einfetten und die Semmelbrösel darauf streuen. So wird der Kuchen außen knusprig.
  • Teig in die Form füllen. Die muss jetzt bei 200 Grad 60 Minuten in den Backofen.
  • Wenn der Kuchen fertig gebacken ist, die Orange auspressen und Saft und Aprikosenkonfitüre auf den Kuchen pinseln.
  • Zum Abschluss die Kokosflocken darüber streuen. Wer kein Kokos mag, kann den Kuchen aber auch so essen.

Vitaminburger

Eine gesunde Alternative zum Fast-Food-Burger ist unser Rezeptvorschlag mit Vollkorntoasties.

Zutaten für 4 Burger:

  • 4 Vollkorntoastbrötchen
  • 4 Radieschen
  • 1 Gurke
  • 2 Tomaten
  • 2 rote Zwiebeln
  • Kräuterfrischkäse
  • Rucola
  • Etwas Brunnenkresse

Und so geht’s:

  • Radieschen, Gurke und Tomaten vorsichtig in Scheiben schneiden.
  • Die Haut von den Zwiebeln abziehen und sie anschließend in Ringe schneiden.
  • Toastbrötchen toasten und die untere Hälfte sorgfältig mit Kräuterfrischkäse bestreichen.
  • Mit dem gewaschenen Rucola und der Brunnenkresse belegen.
  • Jetzt nach Belieben Radieschen, Gurken, Tomaten und Zwiebeln darauf legen. Wenn Du eine Zutat nicht magst, lasse sie einfach weg.
  • Zum Schluss die vier anderen Toastbrothälften auf die Vitaminburger klappen.

Guten Appetit!

Kleiner Tipp: Damit Du beim Zwiebelschneiden nicht weinen musst, kannst Du eine Taucherbrille aufsetzen.

Mehr über die Sarah-Wiener-Stiftung

Sie interessieren sich für die Sarah-Wiener-Stiftung, wie Sie Ihr Kind oder Ihre Schulklasse für Kochkurse anmelden können oder wollen spenden? Hier finden Sie alle Informationen.

Wer lieber Videos anschaut, bekommt auf dem YouTube-Kanal der Stiftung einen Überblick.

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