InnovationsKraft

Auf Rollern in die Zukunft

Wie ein Berliner Start-up die E-Mobilität von morgen gestaltet

Der Elektro-Roller „Eddy“ zum Mieten ist der Trend in Düsseldorf.

An jeder Düsseldorfer Straßenecke sieht man sie mittlerweile – diese grünen fahrbaren Untersätze, die so süß surren, jede Menge Spaß bringen und die City im Flug erobern. Die Rede ist von modernen E-Rollern des Berliner Start-ups „emmy“. In Kooperation mit den Stadtwerken Düsseldorf haben die Start-up-Gründer das Sharing-Konzept namens „eddy“ in der Landeshauptstadt etabliert. Hauptmerkmale: umweltfreundlich, zukunftsorientiert, easy zu handhaben und wirklich praktisch für das Vorankommen im Stadtverkehr.

Jetzt noch mal g-a-n-z l-a-n-g-s-a-m, weil man da wirklich durcheinander kommen kann: „eddy“ heißt das E-Roller-Sharing-Konzept in Düsseldorf, und „emmy“ ist das Berliner Start-up, das in Kooperation mit den Stadtwerken das Anmieten von E-Rollern in die Stadt gebracht hat. Der Rest an dem Konzept ist aber ganz easy – versprochen! Aber fangen wir von vorne an:

Grüner E-Roller eddy steht in Düsseldorf mit Rheinturm im Hintergrund.
Aus dem Düsseldorfer Stadtbild schon nicht mehr wegzudenken – der E-Roller „eddy“ zum Mieten.
Die Idee hatten wir, weil zwei von uns noch nie auf einem Roller saßen.
Valerian Seither, Co-Founder emmy

Wenn aus einem Parkbesuch Business wird

Drei Studenten chillen bei schönstem Sonnenschein in einem Berliner Stadtpark und plaudern über Gott und die Welt. Das ist erst mal nichts Ungewöhnliches. Drive bekommt die Geschichte, wenn man erfährt, dass genau hier das Erfolgskonzept für ein E-Roller-Sharing-Unternehmen geboren wurde. Und zwar nur, weil sich in diesem Gespräch herausstellte, dass die drei Kommilitonen Alexander, Hauke und Valerian gleichermaßen elektrisiert waren von einer Idee: E-Roller sind das praktischste Verkehrsmittel in der Stadt. Und zukunftsträchtig. Und umweltfreundlich. Und spaßig. Davon waren sie alle drei überzeugt, obwohl zwei von ihnen noch nie einen Roller gefahren waren. Mitbegründer Valerian Seither erläutert zu der Entstehungsgeschichte: „Ein weiterer Gedanke ließ uns nicht los: Ich will einen Roller nutzen, aber nicht besitzen. Einen E-Roller zu besitzen, erfüllt keines der angepeilten Ziele und ist somit unnötig. Das schreit nach Sharing.“ Dass das Ganze auch noch äußerst nachhaltig ist und damit die CO2-Bilanz im Großstadtverkehr positiv beeinflusst, war ein Nebeneffekt, der, wie sich rausstellen sollte, immer mehr in den Vordergrund rückte. Sowohl bei den zukünftigen Verkehrskonzepten als auch in den Köpfen der Menschen.

Wir haben das Unternehmen gegründet, weil der Roller ein praktisches Hilfsmittel ist, um gut durch die Stadt zu kommen. Es ging nicht darum, die Welt zu verbessern.
Valerian Seither, Co-Founder emmy

Seit diesem Nachmittag ist einige Zeit vergangen und mittlerweile rollen mehr als 1.600 E-Roller in den Metropolen Berlin, Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf über die Straßen und tragen kräftig zur Minderung der Schadstoffemissionen bei. Damit sind sie inzwischen – bei allem Spaß – auch ein fester „Baustein für ein neues Mobilitätskonzept“, an dem wir alle interessiert sein müssen, schaut man sich die alarmierenden Auswirkungen des herkömmlichen Verkehrskonzeptes auf unser aller Gesundheit an. Und das gerade auch bei den Zukunftsprognosen, wenn wir unser (Verkehrs)Verhalten nicht ändern. Schließlich ist es kein Geheimnis, dass die Verkehrssituation in Großstädten „massivsten Herausforderungen ausgesetzt ist“, wie Valerian Seither selbst meint. Die Elektromobilität und Unternehmen wie emmy leisten hierfür einen grundlegenden Beitrag.

Frau mietet E-Roller eddy in der App und steht neben Elektro-Roller
E-Roller eddy ganz einfach per App mieten und losfahren – ohne Schlüssel, ohne Stress.

Von A nach B kommen leicht gemacht

Wenn das mal nicht praktisch klingt: Mit einem voll aufgeladenen E-Roller durch die Stadt, wann immer man möchte, und ihn abstellen, wo immer man möchte. Und auch die nervtötende Parkplatzsuche bleibt weitestgehend erspart. Gibt es da vielleicht doch irgendeinen Haken? Nein. Aber ein paar Dinge, die man beachten sollte:

Man braucht ein Smartphone, die App von eddy und einen Autoführerschein. Den prüft eddy via Video-Anruf innerhalb der App. Mithilfe dieser App informiert sich der Kunde auch über die Standorte von Mila, Tommy oder Ali (ja, die Roller haben so putzige Namen). Beim Roller angekommen, den man vorher kostenlos reserviert hat, heißt es: Helmbox auf, Helm(e) raus und los geht´s – und zwar „keyless“, also ohne Schlüssel. Wer mag, für den liegen in der Helmbox auch noch Hygienehauben bereit. Zum Beenden der Miete einfach Helm zurück in die Box, deren „Klack“ beim Verschließen zugleich das Ende der Miete hörbar markiert. Die Preise belaufen sich beim Fahren auf 19 Cent pro Minute mit einer Preisgrenze von 24 Euro pro Tag. Zwischenstopps, bei denen die Miete nicht beendet werden soll, schlagen mit 5 Cent je Minute zu Buche bzw. zu App. Auch die Preise unterstützen also aktiv das moderne Verkehrskonzept.

Wir bieten einen komplett flexiblen Service an und haben keine Stationen oder dergleichen.
Valerian Seither, Co-Founder emmy
Frau holt Helm aus dem Topcase von Elektroroller eddy in Düsseldorf.
Gut für Spontane: Einfach einen eddy mieten, der Helm ist auch schon dabei.
Frau mit Tüten in der Hand startet E-Roller eddy in Düsseldorf
Wer beim Shoppen doch zu viel gekauft hat, mietet sich einfach einen E-Roller eddy und fährt bequem nach Hause.

Ein altes neues Konzept

Manch einer mag jetzt entgegensetzen, dass das Konzept des Sharings und auch das des E-Sharings kein neues ist. Das ist richtig – solange man von Autos spricht. Das Verleihen von elektrischen Rollern wächst zwar, ist aber immer noch nicht sehr weit verbreitet, obwohl es neben der Umweltfreundlichkeit für den Fahrer viele weitere wichtige Vorteile im Gepäck hat:

  • Abstellen und Miete beenden – innerhalb des Sharing-Gebietes überall möglich
  • Parkplatzsuche entfällt
  • Stets fahrbereit (um das Aufladen kümmern sich die Stadtwerke)

Das Berliner Start-up mit den E-Rollern jedenfalls expandiert derzeit zusehends, so auch in unserer Landeshauptstadt. emmy und die Stadtwerke Düsseldorf sind bereits mit 300 surrenden fahrbaren Untersätzen auf den Düsseldorfer Straßen unterwegs, noch im Laufe des Sommers soll auf ganze 500 E-Roller aufgestockt werden. Eine Win-win-win-Situation also für alle Beteiligten: emmy wächst, die Stadtwerke tragen massiv zum Düsseldorfer Ziel der Klimaneutralität 2050 bei und wir alle zusammen steuern damit auf gesündere Luft und eine entspanntere Verkehrssituation in unserer Stadt zu.

Ob die drei Studenten im Berliner Stadtpark seinerzeit bei einer Berliner Weißen oder doch beim alkoholfreien Berliner Mätchen zusammensaßen, ist nicht überliefert. Nur, dass sie mittlerweile alle drei zu aktiven E-Roller-Fahrern geworden sind. Und das bei jedem Wind und Wetter.

Zwei grüne Elektroroller eddy stehen nebeneinander in Düsseldorf
Bald schon stehen in Düsseldorf über 500 eddys – Tendenz: steigend.

Übrigens …

Das Elektro-Fahrrad kann als eine Art Vorgänger des E-Rollers bezeichnet werden und wird immer beliebter. Erfahren Sie in unserem Beitrag Fahren mit dem E-Bike mehr über die Vorteile.